Ratiopharm-Pläne im Schutzgebiet

Der Ausbau des Ratiopharm-Werks in Blaubeuren-Weiler erfordert Eingriffe ins Landschaftsschutzgebiet. Das führte zu Debatten im Gemeinderat.

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Gebäude, die im Landschaftsschutzgebiet entstehen, und die Sperrung eines Teils der Ludwig-Merckle-Straße für die Öffentlichkeit sind gegenwärtig die höchststen Hürden für die geplante Erweiterung des Ratiopharm-Werks in Weiler. Die große Mehrheit des Blaubeurer Gemeinderats stimmte aber diesen Plänen zu. "Das bleibt noch im vernünftigen Rahmen", kommentierte Bürgermeister Jörg Seibold. Grundsätzlich befürwortet er den Ausbau des Ratiopharm-Standorts für rund 20 Millionen Euro sowieso (wir berichteten).

Weil der südliche Teil der potentiellen Erweiterungsfläche ins Landschaftsschutzgebiet hineinragt, hat die Stadt bei der Naturschutzbehörde im Landratsamt beantragt, den Schutzstatus dort aufzuheben. In diesem Bereich, der zwischen bestehenden Ratiopharm-Gebäuden und dem Wanderparkplatz Tiefental liegt, sollen Parkplätze, eine vierstöckige Parkgarage mit 244 Stellplätzen und ein Blockheizwerk entstehen.

Kontrovers diskutiert wird auch die Privatisierung der Ludwig-Merckle-Straße, die im Bereich der Werksanlagen entlang der Bundesstraße künftig abgesperrt wird und nur noch für den Werksverkehr geöffnet sein soll. Der Ortschaftsrat stimmte mehrheitlich dagegen. Seibold warb um Verständnis für die Firma: Sie wolle ihr Werksgelände aus Sicherheitsgründen mit einem Zaun umgeben, und das gehe nur, wenn ein Teil der Straße privatisiert wird. Als Ersatz für Fußgänger, Radfahrer und landwirtschaftlichen Verkehr soll der bestehende Waldweg am Talhang als Verbindung zum Tiefental ausgebaut werden.

Nur die zwei Grünen-Stadträte stimmten gegen die Pläne: "Grundsätzlich finden wir Standortsicherung gut. Aber die Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftschutzgebiet bedingungslos zu akzeptieren, lehnen wir ab", sagte Frieder Bohnacker. Sein Einwand wurde energisch zurückgewiesen. "Wir müssen froh sein, wie sich die Verwaltung jetzt einsetzt, dass die Firmen Arbeitsplätze in der Stadt schaffen können", argumentierte Erich Straub (FWV) und erinnerte nachdrücklich: "Vor kurzem hatten wir doch noch Angst, dass Teva das ganze Werk nach Ulm verlegt." Hubert Bold (CDU) rief: "Es kann nicht sein, dass das Landschaftsschutzgebiet über alles gestellt wird."

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