Rammingen gegen weitere Büffelweiden im Moos

Der Gemeinderat lehnt einen Antrag des Regierungspräsidiums ab, die Projektflächen im Donauried zu vergrößern.

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Im vergangenen Herbst haben die Wasserbüffel der Leipheimer Weide Nachwuchs bekommen. Dort wurden auch Exmoor-Ponys und schottische Hochlandrinder eingesetzt.  Foto: 

Noch stehen die Wasserbüffel in Rammingen und Asselfingen auf den Anwesen ihrer Besitzer. Wie seit einigen Jahren werden sie Anfang Mai in das Donauried gebracht, um bis Ende November auf naturgeschützten Flächen wie etwa im Gebiet der ehemaligen Torfstiche im „Moos“ zu weiden. Dort grasen die Tiere auf dem natürlichen Pflanzenbewuchs und leisten Pflegearbeit, die ansonsten durch menschlichem und maschinellem Einsatz erbracht werden müsste. Sie verhindern, dass Büsche und Bäume zu groß werden, und graben entsprechend ihrer Art Wassermulden, die zum Erhalt von bedrohten, landesweit bedeutsamen Tierarten wie zum Beispiel Bekassine oder Gefleckte Heidelibelle dienen.

So sieht das zumindest die Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Tübingen in einem Schreiben an die Gemeinde Rammingen, das Bürgermeister Karl-Friedrich Häcker im Gemeinderat bekanntgab. Das Regierungspräsidium unterstützt einen Antrag, die Weidefläche für die Wasserbüffel auf südliche Bereiche der Gemeinde zu erweitern.

Bei Stimmenthaltung von Christian Stängle lehnten die Ramminger die Erweiterung der Wasserbüffel-Weide jedoch ab. Teile des Gebiets seien naturbelassenes Gelände, deren Bewuchs mit Büschen die charakteristische Besonderheit des Donaurieds ausmache. Diese sollten nicht weiter reduziert werden. „Diese Bereiche mit den Büschen sind einfach auch schön zu betrachten“, sagte Gemeinderat Gerhard Henle. Zudem haben  die Jagd und die Landwirtschaft auch ihre Interessen im Donauried. Der Bewuchs im beantragten Erweiterungsgebiet trage bei, Rehwild und Wildschweinen Deckung und Ruhezeiten zu geben. „Ist das Wild im Stress, verursacht das bei Rehen und Schwarzwild Hungergefühle und ein erhöhtes  Fressbedürfnis.“ Die Folge: steigende Schäden auf Wiesen und Äckern. Das sagte in der Sitzung des Gemeinderat der Jagdpächter Matthias Lutz. Er sprach sich für den Erhalt des Buschwerks aus. „Das ist für mich plausibel“, ergänzte Gemeinderätin Heidrun Grübel, die wie Henle darauf hinwies, dass bei der Verpachtung der Jagdflächen im Donauried dem Pächter der Erhalt der Verbuschung zugesagt worden sei.

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