Prozess: Einbrecher-Duo verurteilt

Dreizehn Taten in zehn Tagen: Im Januar waren in der Region zwei Einbrecher aus Serbien unterwegs. Nun wurden die Männer vom Landgericht Memmingen verurteilt.

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Sobald es dunkel wurde, sind die Männer losgefahren und haben in Wohngebieten nach verlassenen Häusern Ausschau gehalten. Dann hebelten sie Fenster oder Balkontüren auf und stiegen ein – auf der Suche nach Schmuck und Geld. Im Januar 2017 sind die beiden innerhalb von zehn Tagen in zwölf Wohnungen eingebrochen und haben Diebesgut im Wert von mehr als 24 000 Euro erbeutet. Den Schmuck haben sie dann verkauft. Für diese Taten, dazu kommt ein versuchter Einbruch mit hohem Sachschaden, hat das Landgericht Memmingen die 44 und 47 Jahre alten Männer aus Serbien zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt.

Die Männer sind extra aus Serbien eingereist, haben eine Ferienwohnung gemietet und sind mit dem Mietwagen abends losgezogen – zuerst ins Allgäu, dann folgten Taten in Weißenhorn und Günzburg. Die letzte Tat verübten die Männer am 27.  Januar in Ehingen. Auch hier hebelten sie eine Balkontüre auf und nahmen Beute im Wert von rund 2500 Euro mit. „Seither kann ich nicht mehr schlafen“, sagte die 74-jährige Bewohnerin vor Gericht. Sie sei in therapeutischer Behandlung. Ihren Schmuck bekommt die Frau als einzige der Hausbesitzer zurück – denn bei diesem Einbruch wurde das Duo auf frischer Tat ertappt.

Aufwendige Ermittlungen

Zuvor „musste die Polizei einen hohen Aufwand betreiben, um die Angeklagten zu überführen“, sagte Richter Jürgen Hasler. Im November erfuhr die Ulmer Kriminalpolizei durch Kollegen aus Rottweil erstmals von dem 44-Jährigen. In Rottweil war er schon länger unter Beobachtung. Ende 2016 fiel auf, dass dessen Mietwagen häufig in der Nähe von Tatorten in der Region um Ulm unterwegs war. Als der Mann im Januar erneut nach Deutschland kam, wurde eine Observation für das Auto beantragt. „Wieder hat sich abgezeichnet, dass das Fahrzeug nachts im Ulmer Donautal abgestellt war“, berichtete ein Ermittler. Dort hatten die Täter die Ferienwohnung gemietet. GPS-Daten zeigten außerdem, dass das Auto abends oft in der Nähe von Tatorten parkte, immer ein paar Hundert Meter von den Häusern entfernt. Im Auto wurde außerdem eine Wanze installiert, um Unterhaltungen abzuhören. „Bei den Gesprächen ging es wirklich nur um Einbrüche“, sagte der Polizist. Das Hauptkriterium für ein Haus: Es sollte niemand daheim sein.

Deal Ursprünglich waren die Männer angeklagt, 29 Einbrüche und fünf versuchte Einbrüche begangen zu haben. Am ersten Prozesstag wurde aber eine „Verständigung“ zwischen Anklage, Verteidigung und Gericht getroffen: Das Verfahren gegen einen Teil der Punkte wurde eingestellt. Das betrifft hauptsächlich Taten, die Ende 2016 verübt wurden. Diese „fallen möglicherweise nicht nennenswert ins Gewicht“, so der Richter.

Geständnis Dafür erklärten sich die Angeklagten zu einem Geständnis für die restlichen 13 Fälle bereit. Auch das Strafmaß wurde festgelegt, auf mindestens viereinhalb, höchstens fünf Jahre Haft. Das verkürzte das Verfahren: Ursprünglich waren acht Termine geplant, nun waren es vier.

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