Projekt A8: Verkehrsminister Hermann will Verbreiterung angehen

Die Bauleute kommen mit dem sechsstreifigen Ausbau der A 8 auf der Albhochfläche gut voran. Sind sie oben fertig, soll es am Albaufstieg weitergehen, sagte Minister Winfried Hermann beim Baustellenbesuch.

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  • Verkehrsminister Winfried Hermann (mit Sonnenbrille) lässt sich von Projektleiter Arnold Goller (links) den Baufortschritt beim sechsstreifigen Ausbau der A 8 erläutern, mit dabei sind die CDU-Bundestagsabgeordnete Ronja Schmitt, die Landtagsabgeordneten Karl Traub (CDU) und Jürgen Filius (Grüne) sowie die Bürgermeister Sven Kneipp (Merklingen) und Klaus Kaufmann (Laichingen). 1/2
    Verkehrsminister Winfried Hermann (mit Sonnenbrille) lässt sich von Projektleiter Arnold Goller (links) den Baufortschritt beim sechsstreifigen Ausbau der A 8 erläutern, mit dabei sind die CDU-Bundestagsabgeordnete Ronja Schmitt, die Landtagsabgeordneten Karl Traub (CDU) und Jürgen Filius (Grüne) sowie die Bürgermeister Sven Kneipp (Merklingen) und Klaus Kaufmann (Laichingen). Foto: 
  • Im Bauabschnitt 2 Dornstadt–Temmenhausen (obere Bildhälfte) sind bereits sechs Spuren asphaltiert, von Oktober an sind alle offen. Minister Hermann machte Halt an der Brücke beim Parkplatz Kemmental. 2/2
    Im Bauabschnitt 2 Dornstadt–Temmenhausen (obere Bildhälfte) sind bereits sechs Spuren asphaltiert, von Oktober an sind alle offen. Minister Hermann machte Halt an der Brücke beim Parkplatz Kemmental. Foto: 
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Nach den Vorstellungen des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne) soll für den Ausbau des Albaufstiegs schon 2017 der Planfeststellungsbeschluss realisiert werden. „Wenn alles klappt“, könnten die derzeit mit dem sechsstreifigen Ausbau der A 8 auf der Albhochfläche beschäftigten Fachleute 2018 oder 2019 dort gleich weitermachen, sagte Hermann am Donnerstag bei einem Besuch auf der Alb. Er nannte Kosten von „500, eher 600 Millionen Euro plus x“. Diese Summe könne nicht vom Land aufgebracht werden. Baden-Württemberg stehe in Verhandlung mit dem Bund. „Wir hoffen auf eine Zusatzfinanzierung außerhalb des normalen Kontingents“, sagte der Minister. Der Ausbau sei längst überfällig, das Thema beim Bund wegen der ungeklärten Finanzierung „zehn Jahre liegengeblieben“.

Die A 8 als zentrale West-Ost-Achse von europäischer Bedeutung habe mit bis zu 80.000 Fahrzeugen täglich ein Aufkommen, „das auf sechs Spuren gehört“. Der heutige Zustand sei „hochgefährlich“. In den Abschnitten ohne Standspur gebe es sofort einen Stau, wenn Fahrzeuge liegen bleiben, sagte Hermann im Merklinger Baubüro des Regierungspräsidiums Tübingen. Von dort aus – wegen eines Staus war er etwas verspätet aus Stuttgart angekommen – startete er eine Tour zu den Baustellen, wo bei rollendem Verkehr die A 8 auf sechs Spuren verbreitert wird.

Referatsleiter Rainer Hölz und Projektleiter Arnold Goller vom Regierungspräsidium führten Hermann zum Bauabschnitt 2 Dornstadt–Temmenhausen, der weitgehend abgeschlossen ist, und zum Bauabschnitt 3 Temmenhausen–Nellingen, wo derzeit 180 Leute unter Hochdruck arbeiten. Das insgesamt rund 210 Millionen Euro teure Projekt mit einer Länge von 23 Kilometern ist in vier Bauabschnitte unterteilt, als nächstes folgen Arbeiten im Abschnitt 4 Nellingen–Hohenstadt und dann im Abschnitt 1 an der Anschlussstelle Ulm-West. 2020 soll der Autobahnausbau fertig sein.

Der Ulmer Landtagsabgeordnete Jürgen Filius (Grüne), der den Minister begleitete, fragte, warum im 7,8 Kilometer langen Abschnitt 2 noch nicht alle der sechs bereits asphaltierten Spuren freigegeben seien. Es werde noch gearbeitet, sagten die Fachleute, unter anderem an dem Damm zwischen der Autobahn und der parallel verlaufenden Schnellbahntrasse. Ziel sei, den Abschnitt im Oktober ganz zu öffnen, dann soll auch die automatische Nebelwarnanlage mit Tempolimit-Anzeige in Betrieb sein.

Regierungspräsidium und Bahn müssen alle Arbeiten untereinander abstimmen, berichtete Goller. Die Bahn hat – unter anderem wegen der Tunnelbauten – einen Massenüberschuss, auf den Autobahnbaustellen dagegen fehlt Material. Es geht um eine Menge von 700.000 Kubikmetern. So helfe man sich gegenseitig. „Schwierig wird es dann, wenn einer der Partner strauchelt“, sagte Goller. Auch im Blick auf die zeitlich exakt geplanten Arbeiten der Baufirmen dürfe es kaum Verzögerungen geben.

Winfried Hermann zeigte sich höchst zufrieden mit dem Baufortschritt. Zeit- und kostenmäßig sei alles im Rahmen. Er brach eine Lanze für die Straßenbauverwaltung, die völlig zu Unrecht ein schlechtes Image habe. Oft habe der Bürger den Eindruck, dass lange Zeit nichts geschehe. Doch das täusche. Zwischen Bauausschreibungen und dem tatsächlichen Baubeginn passiere hinter den Kulissen sehr viel. Erhalt und Sanierung seien für die Straßenbauverwaltung die Herausforderungen der nächsten Jahre. Der Ausbau von Straßen konzentriere sich auf bereits vorhandene Achsen. Hermann fordert dafür vom Bund eine „beständige und verlässliche Finanzierung“. Der Nellinger Bürgermeister Franko Kopp lobte den guten Kontakt des Merklinger Baubüros zu den Gemeinden: „Der Informationsaustausch ist klasse.“

Beim Besichtigungstermin ging es auch um die ökologischen Aspekte. Eine 50 Meter breite Grünbrücke für Wildschwein, Reh und vielleicht irgendwann mal den Luchs im Bauabschnitt 3 bei Temmenhausen kostet 2,5 Millionen Euro. Als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind unter anderem Aufforstungen auf 19 Hektar Fläche sowie die Anlage von sechs Hektar Kalkmagerrasen und zwölf Hektar extensiv bewirtschaftete Mähwiesen vorgesehen. Um Quellen wie den Blautopf nicht mit möglichen Schadstoffen zu verschmutzen, wird laut Goller das gesamte Oberflächenwasser von der Autobahn nach Dornstadt abgeleitet.

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