Polizei entdeckt 21 Kilogramm Marihuana

Drogenfahnder haben in Roggenburg einen dicken Fang gemacht. Die Ermittler stellten am Mittwoch 21 Kilogramm Marihuana und eine Aufzuchtanlage sicher. Der mutmaßliche Besitzer, ein 42-Jähriger, sitzt in Haft.

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Beachtlicher Fund: Während einer Hausdurchsuchung haben Drogenfahnder am Mittwoch in Roggenburg große Mengen Marihuana sichergestellt.  Foto: 

Eine solche Entdeckung macht die Rauschgiftermittlungsgruppe der Polizei auch nicht alle Tage. Am Mittwoch Vormittag haben die Fahnder während einer Hausdurchsuchung in Roggenburg mehr als 21 Kilogramm Marihuana und eine professionelle Aufzuchtanlage sichergestellt. Der 42-jährige Bewohner des Einfamilienhauses gilt als Hauptbeschuldigter. Er soll die Drogen im großen Stil angebaut haben und dabei von seiner ein Jahr jüngeren Frau unterstützt worden sein. Der 42-Jährige wurde festgenommen. Am Donnerstag soll der Mann einem Haftrichter vorgeführt werden. Seine Frau befindet sich auf freiem Fuß.

Im Internet waren die Drogenfahnder dem Paar aus Roggenburg auf die Schliche gekommen. Die Polizisten erfuhren, dass die Frau des 42-Jährigen ein so genanntes Extraktoren-Set bestellt hatte. Mit diesem Set kann laut Polizei THC-haltiges Harz aus Blättern und Teilen von Marihuanapflanzen gewonnen werden. Ein Richter erließ daraufhin den Beschluss für die Hausdurchsuchung.

Insgesamt wurden 180 Pflanzen abgeerntet, etliche Setzlinge entdeckt. Sie wurden zusammen mit drei großen Tonnen getrockneter Pflanzenreste sichergestellt. Das Gesamtgewicht des Marihuanas liegt nach Angaben der Polizei bei etwas mehr als 21 Kilogramm. Der Marktwert des Materials ist nicht bekannt, betont Polizeisprecher Björn Bartel, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Er sagt jedoch auch: „Da kommt sicher eine ordentliche Summe zusammen.“ Zunächst müssten Rechtsmediziner die Qualität des Stoffs untersuchen, dessen Wirkstoffgehalt und Trockengewicht ermitteln. „Dann kann man mehr sagen.“ Auf jeden Fall handele es sich juristisch betrachtet um Rauschgift in „nicht geringer Menge“, dessen Herstellung und Besitz einen Verbrechenstatbestand erfüllt.

Die Drogenfahnder sind offenbar von der Dimension ihres Fundes in Roggenburg überrascht worden: Nach dem Betreten des Hauses hätten die Beamten jedenfalls „nicht schlecht gestaunt“, sagt der Polizeisprecher. In fast allen Räumen fanden die Ermittler Blütenreste und Teile der Marihuanapflanzen, in der Garage des Anwesens unzählige Pflanzgefäße und große Mengen Blumenerde. Als die Beamten schließlich verdächtigen Versorgungsleitungen folgten, stießen sie auf dem Dachboden auf einen versteckten Raum hinter einer Holzplatte, in dem sich die Marihuana-Aufzuchtanlage befand. Der Besitzer habe eigens Bereiche für Setzlinge und für die bis zu 1,60 Meter großen Pflanzen eingerichtet – und sich einer „ausgefeilten Technik“ bedient, um die Pflanzen zu belüften, zu bewässern und zu trocknen.

„Dieser Fund ist ziemlich außergewöhnlich“, sagt der Präsidiumssprecher. Der Fahndungserfolg bestätige letztlich einen Trend, den die Ermittler mit Sorgen beobachten. Demnach bestellen sich immer mehr Menschen im Internet Bauteile für Aufzuchtanlagen, um ihr „Gras“ selbst zu produzieren. „Und um sich auf diese Weise den Weg zum nächsten Dealer um die Ecke zu sparen.“

Unklar ist nach Angaben der Polizei, ob der 42-Jährige die beachtlichen Mengen Rauschgift für den eigenen Bedarf angebaut hat oder damit auch Handel getrieben wurde. Bei diesen Mengen dränge sich selbstverständlich der Verdacht auf, dass der Roggenburger gedealt habe, sagt Polizeisprecher Bartel. „Wenn er sagt, er hatte das alles für den Eigenbedarf, muss er schon ziemlich gute Argumente dafür vorbringen.“

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