Politiker entsetzt und im Prinzip hilfsbereit

Politische Mandatsträger aus der Region reagierten unterschiedlich auf die Nachricht vom weitreichenden Insolvenzplan für die Firma Schlecker.

|

Es gibt bereits die Aussage von Baden-Württembergs Finanzminister, dass es denkbar wäre, Schlecker mit Hilfe von Bürgschaften zu unterstützen, sagt der Ulmer Landtagsabgeordnete Martin Rivoir (SPD). Doch müsse zuvor vom Insolvenzverwalter eine Perspektive für das Unternehmen aufgezeigt werden. "Die Bereitschaft des Landes, in gewissem Maße zu helfen, begrüße ich ausdrücklich. Soweit ich weiß, ist bislang noch keine Anfrage ans Land gestellt worden."

"Als ich die Nachricht hörte, drehten sich meine ersten Gedanken um die Frauen, die dort beschäftigt sind", sagt die Neu-Ulmer Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz (Grüne). Es sei wichtig, eine Transfergesellschaft zu gründen, in der Frauen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, beruflich weiterqualifiziert und in eine neue Arbeit vermittelt werden. Finanzhilfen für ein in Schieflage geratenes Unternehmen hätten fast nie geholfen.

"Noch wissen wir nicht genau, welche Auswirkungen die Insolvenz von Schlecker auf unsere Region haben wird", sagt die bayerische Justizministerin und Wahl-Neu-Ulmerin Beate Merk (CSU). "Die Pläne zum Abbau von bundesweit über 11 000 Arbeitsplätzen sind auf jeden Fall dramatisch!" Insbesondere weil viele Verkäuferinnen betroffen sind, für die das Angebot an anderen Arbeitsplätzen beschränkt sei.

"Wenn ich mir die Situation bei Schlecker anschaue, sehe ich nur einen Übernehmer als Lösung an, der ein Interesse an den meisten Standorten hat." Georg Nüßlein, CSU-Abgeordneter aus dem Wahlkreis Neu-Ulm, betrachtet staatliche Subventionen nicht als Lösung. "Wir können doch nicht verstaatlichen, nur weil ein Unternehmer seinen Laden nicht im Griff hat." Ein neuer Kopf müsse her, dann könne man darüber diskutieren, wie eine Übernahme unterstützt werden kann.

"Man muss den Mitarbeitern möglichst rasch die Ängste nehmen und eine Perspektive geben", sagt die Ulmer Landtagsabgeordnete Monika Stolz (CDU). Es sei vor allem die Aufgabe der Arbeitsagentur, sich darum zu kümmern.

"Das ist einfach eine Katastrophe", schimpft die Ulmer SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis. Sie habe ja Vorbehalte gegenüber 400-Euro-Jobs, "aber das war für viele Frauen die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen". Und dass Schlecker-Läden im ländlichen Raum oft die Versorgung aufrecht erhalten haben, habe sie in ihrer Kritik an dieser Drogeriemarktkette etwas milder gestimmt. Natürlich solle die Politik helfen, aber für sie sei derzeit nicht erkenntlich, wo das sinnvoll sein könnte. Sie frage sich, wo das gesamte Geld der Familie Schlecker geblieben sei. "Ich hoffe, der Insolvenzverwalter sorgt auch da für Klarheit."

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kostenlos Bus fahren an vier Adventssamstagen

Alle Ulmer Fraktionen wollen den baustellengeplagten Handel vor Weihnachten unterstützen. Der Nahverkehr soll an Adventssamstagen kostenlos sein. weiter lesen