Gewölbekeller eingestürzt - Plötzlich klafft ein Loch in der Wiese

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Unter der Wiese in einer Wohnanlage in Blaustein-Herrlingen ist die Decke eines alten Gewölbekellers eingestürzt. Das Gelände wurde abgesperrt.  Foto: 

Hat da einer ein Loch gebuddelt?“ Das war der erste Gedanke eines Anwohners im Parkweg in Blaustein-Herrlingen, als er am Donnerstagnachmittag ein Loch in der Wiese vor seiner Wohnung entdeckte. Der Zeuge trat näher und erschrak: Hier hatte niemand gebuddelt. Etwas war eingestürzt. Mehrere Meter ist das Erdloch tief, etwa einen Meter im Durchmesser hatte es zu diesem Zeitpunkt. Gestern Nachmittag hatte sich bereits ein Bereich etwa 20 Meter um das inzwischen abgesperrte Loch gesenkt, berichtet der Anwohner.

Der Grund für das Erdloch: Durch den Regen der vergangenen Tage ist die Decke eines Gewölbekellers unter der Wiese eingestürzt. Das bestätigt die Polizei, die das Loch am Donnerstagabend gemeinsam mit dem Blausteiner Bauhof abgesperrt hat. „Witterungsbedingt“ sei das Gelände unterspült worden, sagt Sprecherin Judith Wolf. Für den Anwohner war die einbrechende Wiese ein Schock: „Wir haben dort schon Badminton gespielt und Schneemänner gebaut.“ Die Wiese gehört zu einer Wohnanlage, die Ende der 1990er Jahre gebaut wurde. Zuvor gehörte das Gelände der Unternehmerfamilie Leibinger, die die Brauerei Gold Ochsen betreibt. Im Keller befand sich vor langer Zeit ein Eisgalgen.

„Absolut nicht gefährdet“

Nachdem das Gelände abgesperrt worden war, hatten die Bewohner gestern Briefe ihrer Hausverwaltung, Stern Immobilien in Ulm, im Briefkasten: Darin wird vor „akuter Lebensgefahr“ beim Übertreten der Absperrung gewarnt, das Erdreich könne weiter einstürzen. Man höre es hin und wieder auch rumpeln, berichtet der Zeuge. Um seine Wohnung habe er jedoch keine Angst, das Gebäude sei unterkellert.

Die Wohnhäuser in der Nähe seien „absolut nicht gefährdet“, betont ein Sprecher der Immobilienverwaltung. Der Gewölbekeller reiche nicht an die Fundamente heran. Was mit den Resten dieses Kellers geschehe, werde in einer Eigentümerversammlung zu kläsen sein. Am kommenden Montag würden die Absperrungen des Bauhofs durch einen stabilen Bauzaun ersetzt. Eine Fachfirma sei bereits mit der Sicherung des Kellers beauftragt

Unter der Wiese befindet sich ein Keller mit einem Eisgalgen, bestätigt Gold-Ochsen-Chefin Ulrike Freund. „Wir haben als Kinder auf dem Gelände gespielt“, erzählt sie, „das war ein Abenteuer“. Damals, Mitte der 60er Jahre, war die Vorrichtung im Gewölbekeller, mit der Eisstangen zur Kühlung gewonnen wurden, schon nicht mehr in Betrieb. Ihr Urgroßvater hatte das Gelände vermutlich um 1920 herum von der Brauerei Rössle gekauft. Der Keller, erzählt die Unternehmerin, sei vermutlich sehr tief und uralt.

Der Keller habe auch eine Betondecke, berichtet ein Zeuge der Absperrungsaktion – vermutlich sei diese mit den Jahren durch viel vorbeifließendes Wasser brüchig geworden. Ortsvorsteherin Rita Sommer berichtet, dass auch die Lauter in Herrlingen derzeit sehr viel Wasser führe.

Was nun genau zum Einsturz geführt hat, auch das will die Hausverwaltung in der nächsten Woche klären lassen.

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