Platz für viele Utensilien

Die Bürgerwehr Dietenheim hat In fünf Monaten im Grenzweg eine neue Lagerhalle gebaut. Bei der Einweihung am Sonntag erwies sich der Neubau auch als ideale "Festhalle".

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Fast zu schade als reine Lagerhalle, meinten viele Besucher bei der Einweihung. Foto: Dieter Gräter

"Viel zu schade für eine Lagerhalle", mag so manches Mitglied der Dietenheimer Bürgerwehr am Sonntagvormittag beim Betreten des Neubaues gedacht haben. Das auf 120 Quadratmetern entstandene Gebäude war innen festlich geschmückt. Vereinsfahnen aus der Vergangenheit, bunte Plakate früherer Landestreffen an den Wänden, Blumen und festlich eingedeckte Tische zeigten, dass die Halle auch zum Festen tauglich wäre.

Dass dem nicht so sein wird, machte Kommandant Carsten Baur in seiner Rede vor den Gästen deutlich, darunter Bürgermeister Christopher Eh, Altbürgermeister Sigisbert Straub, der Landeskommandanten der Historischen Bürgerwehren und Stadtgarden Württemberg-Hohenzollern Harald Neu aus Ehingen, sowie dessen Stellvertreter Jürgen Roßenäcker aus Crailsheim. Die bestehenden Lagerräume seien ausreichend, habe er lange gedacht. Er habe seine Ansicht vom Amtsantritt in der Zwischenzeit jedoch überdenken müssen, sagte Baur. "Nachdem ich bemerkt habe, dass allein die für 17 000 Euro restaurierte Gulaschkanone, hoffnungslos zugepackt, ihr Dasein in einem alten Lagerraum fristete."

Im vergangenen Frühsommer habe er seine Meinungsänderung dann den Kameraden kund getan und damit den Weg für die Bauplatzsuche frei gemacht. Sigisbert Straub, damals noch Bürgermeister und seines Zeichens auch Oberleutnant und stellvertretender Kommandant der Bürgerwehr, habe einen geeigneten Platz im Grenzweg gefunden, Rasch sei ein Bauplan erstellt und genehmigt worden. Dem ersten Spatenstich Ende Oktober 2011 folgte der Aushub, anschließend stellten die Helfer den Unterbau mit Bodenplatte und Sockel fertig. "Nach der Winterpause ging alles Schlag auf Schlag", berichtete Baur mit dem Hinweis, dass in den Folgewochen das Dach zugedeckt- und im Inneren die Wände verkleidet worden seien. Die Außenanlagen wurden ebenfalls angelegt.

"All das wäre nicht so schnell gegangen, wenn nicht so viele Kameraden Wochen und Monate hinter ihrer Bürgerwehr gestanden wären", lobte Baur. Explizit erwähnte der Kommandant Stefan Koch, der als Bauleiter höchste Anerkennung verdiene. Ihm und Ehefrau Margit, die während des Baues viel zurückstecken habe müssen, überreichte er ein Geschenk. Man habe auf dem Dach der Lagerhalle eine Photovoltaikanlage mit zehn Kilowatt installieren lassen und neben der Halle gleich eine Reihe Apfelbäume gepflanzt. In einer nicht enden wollenden Liste derer, die dem Verein mit Sach- und Geldspenden, sowie mit freiwillig geleisteten Arbeitsstunden unter die Arme gegriffen haben, machte Baur deutlich, dass man nur durch diese Hilfe, die Baukosten unter 50 0000 Euro habe halten können.

Christopher Eh, Dietenheims neuer Bürgermeister lobte in seiner ersten öffentlichen Rede nach seiner Amtsübernahme die Gemeinschaftsarbeit der Bürgerwehrkameraden. Er halte die Initiative für vorbildlich und nachahmenswert. Die neue Halle belebe das Vereinsleben der Bürgerwehr.

Alt-Bürgermeister Sigisbert Straub hatten zuvor in launigen Worten auf den Standort für die Halle verwiesen, der sich bereits auf bayerischem Grund befinde. "Im Verteidigungsfall ein idealer Standort", so der Straub mit dem Hinweis, dass die Stadt das Grundstück zur Verfügung gestellt und auch für die Kanal- und Wasseranschlüsse gesorgt habe. Der kirchliche Weihe durch den Feldkurat der Bürgerwehr und Dietenheimer Pfarrer Gerhard Bundschuh, folgte die Übergabe eines Kreuzes als persönliches Geschenk des Geistlichen. Landeskommandant Harald Neu bezeichnete das Bauwerk als etwas Besonderes, das die Dietenheimer Bürgerwehr geschaffen habe und überbrachte die Glückwünsche des Landesverbandes.

Musikalisch umrahmt wurde die Einweihungsfeier von Karl Gutmann aus Kirchhaslach sowie einer kleinen Besetzung des Spielmannszuges der Bürgerwehr.

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