Pläne für ein Gästehaus

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Die Schuhfabrik Vitaform will als Eigentümerin die ehemalige Kommandantenvilla im Remontedepot Breithülen sanieren und als Gästehaus für Kunden und Seminarteilnehmer umbauen.  Foto: 

Seit 2012 ist die Schuhfabrik Vitaform im ehemaligen Remontedepot im Heroldstatter Ortsteil Breithülen präsent. Geschäftsführer Steffen Schmutz nutzte damals „die einmalige Chance“, das historische Bauensemble zu kaufen, das Ende des 19. Jahrhunderts vom Königlich Württembergischen XIII. Armeekorps gebaut wurde. In den vergangenen fünf Jahren hat seine Firma „viel Geld“ in die alten Gemäuer gesteckt, in denen einst Soldaten junge Pferde für die Artillerie ausgebildet haben. Bei den Sanierungs- und Umbauarbeiten stand Schmutz nach eigenen Worten „in engem Kontakt mit dem Landesdenkmalamt“, da das gesamte Areal unter Denkmalschutz steht.

Der Geschäftsführer sieht den Kauf des rund 7,5 Hektar großen Geländes als „eine langfristige Investition“ in die Zukunft. „Unser Ziel ist es, die Marke Vitaform weiter auszubauen und zu internationalisieren.“

Heute sind in Breithülen die Bereiche Verwaltung und Lager in den ehemaligen backsteinernen Stallungen, im Pferdekrankenstall und im Verwaltungsgebäude vereint. „Durch diese Erweiterung konnten wir unsere Abläufe in allen Bereichen optimieren und die Durchlaufzeiten verkürzen“, erzählt Schmutz.

Im Remontedepot steht auch noch das ehemalige eingeschossige Schulhaus von Breithülen. Das wurde inzwischen zu einem sogenannten Show-Room mit Küche umgebaut, wo Großkunden die neuesten Schuhmodelle präsentiert bekommen. Diese Räumlichkeiten vermietet Vitaform für Tagungen, Feiern und Ver­anstaltungen.

Nicht weit davon entfernt steht die herrschaftliche Villa, in der zu Remontezeiten die jeweiligen Kommandanten wohnten. Von 1925 an diente es dem evangelischen Jugendverein Stuttgart als Jugenderholungsheim mit 75 Betten. 1930 schrieb die Heimatzeitung „Alb Bote“, dass bislang 1680 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland auf der Alb gewesen seien. Sie blieben im Schnitt zwischen drei und zwölf Wochen.

Der Erfolg spornte den katholischen Pfarrer Josef Kulmus aus Ennabeuren an. Er mietete Anfang der 1930er-Jahre das Haus und gründete den Verein „Heim Breithülen“, um Jugendlichen aus der Region preiswerte Ferien zu ermöglichen. 1935 übernahm das Militär wieder die Kommandantenvilla. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude unter anderem als Staatliches Arbeitserziehungs- und Bewahrheim, bevor zwischen 1961 und 2005 die Bundeswehr das Areal samt Villa als Mobilmachungsstützpunkt nutzte. Seitdem stand das Haus an der Landesstraße 230 leer.

Das wird sich bald ändern. Die Firma Vitaform plant, das Gebäude aus dem Jahr 1898 von Grund auf zu sanieren und umzubauen, um daraus ein Gästehaus zu machen. Es soll Kunden und Seminarteilnehmern vom kommenden Jahr an zur Verfügung stehen. Einem entsprechenden Bauantrag hat der Gemeinderat Heroldstatt am Montagabend einstimmig zugestimmt. „Das ist eine gute Sache, dieses historisch wertvolle Gebäude zu sanieren“, lobt der stellvertretende Bürgermeister Rudolf Weberruß. Da es unter Denkmalschutz steht, „ändert sich an der Außenfassade nichts“.

Dem ist nicht genug. Im Zuge der Bauarbeiten werden an zwei dahinter liegenden ehemaligen Ställen und Lagerräumen „substanzerhaltende Maßnahmen und Umbauarbeiten“ vorgenommen, um sie in Zukunft für Veranstaltungen und Seminare nutzen zu können.

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