Pilzsporen gegen den Maikäfer gesät

Dieses Jahr soll es keine Maikäferplage geben. Bei Blaubeuren hat die Bekämpfung begonnen - mit der Aussaat von Getreide, das mit Pilzsporen infiziert ist.

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Roland Müller hat das Korn mit Pilzsporen gesät.  Foto: 

Der Pappelauer Landwirt Roland Müller hat seine Arbeit getan: Auf einem Grundstück im Oberen Wiesental bei dem Blaubeurer Ortsteil Weiler hat er den Beauveria-Pilz ausgebracht - zur Bekämpfung von Maikäfer-Engerlingen. Die Pilzsporen hängen an keimunfähiger Gerste und sind nun rund drei Zentimeter tief ins Erdreich gedrückt. Rund fünf Stunden lang war Müller auf der Fläche von etwa sechs Hektar mit seinem Traktor langsam unterwegs, um 35 Kilogramm des feuchten Saatmaterials zu verteilen. Landwirt Hermann Scheck von den Hessenhöfen, der wie Müller dort Grundstücke bewirtschaftet, eggte und walzte die Flächen nach dem Ausbringen der Pilzgerste, die die Larven des Maikäfers fressen sollen.

Die Grundstücke sind Versuchsflächen. Bisher gab es Engerling-Bekämpfung mit dem Beauveria-Pilz in Deutschland nur sehr selten, berichtet Ortschaftsrat Hermann Stolz. Der Hauptinitiatoren der Aktion hofft, dass der Pilz nun seine Wirkung entfaltet. Durch direkten Kontakt mit den Sporen infiziert sich das Insekt. Der Pilz wächst durch den Chitin-Panzer und befällt die inneren Organe. Etwa sechs Wochen später ist das Tier von dem Pilz durchwachsen. Von dem Engerling bleibt nur eine weiße Pilzmasse übrig. Der Grund für die Bekämpfungsaktion: In den vergangenen Jahren hatte der Engerling 300 Bäume im Oberen Wiesental geschädigt, außerdem mache er sich über Graswurzeln und Sträucher her, berichtet Stolz. Die Kosten der Bekämpfungsmaßnahme von rund 300 Euro pro Hektar tragen Anwohner, Ortsverwaltung, Stadt Blaubeuren und Regierungspräsidium.

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