Arbeiterwohlfahrt baut Pflegeheim mit 30 Plätzen

Die Arbeiterwohlfahrt baut in Nellingen für vier Millionen Euro ein Seniorenzentrum. Die Gemeinde verkauft das dafür nötige Grundstück an der Römerstraße.

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     So soll das Seniorenzentrum in Nellingen einmal aussehen – mit Blick von der Römerstraße. Foto: 
  •  Der Grundriss des Gebäudes zeigt auch die Verkehrsanbindung an die Römerstraße. 2/3
     Der Grundriss des Gebäudes zeigt auch die Verkehrsanbindung an die Römerstraße. Foto: 
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    Hinter der Bushaltestelle an der Römerstraße soll das Nellinger Seniorenzentrum entstehen. Foto: 
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Nellingen bekommt ein Seniorenzentrum: Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Württemberg kauft ein Gemeindegrundstück an der Römerstraße und baut dort für rund vier Millionen Euro eine stationäre Pflegeeinrichtung mit 30 Plätzen.  Ende 2019 sollen die ersten Bewohner einziehen. Nellingens Bürgermeister Franko Kopp freute sich in der Ratssitzung am Montagabend über das Engagement der AWO und sieht dadurch einen lang gehegten Wunsch vieler Nellinger in Erfüllung gehen. „Seit meinem Amtsantritt ist ein Seniorenheim immer ein Thema gewesen.“  Mehrere Bemühungen verliefen im Sande. Auch habe sich lange Zeit kein anerkannter Träger bereit erklärt, dieses Bauvorhaben zu stemmen. Mit der AWO sei nun ein Investor und Betreiber auf die Gemeinde zugekommen und habe ein gutes Angebot unterbreitet, sagte der Bürgermeister. Er sieht in dem Plan „kein überzogenes Konzept“. Der Gemeinderat hat laut Kopp in seiner Klausurtagung vor gut einer Woche das Projekt einhellig als „sehr wichtige Infrastrukturmaßnahme“ begrüßt.

 Das Konzept stellte der stellvertretende Geschäftsführer der AWO Württemberg, Marcel Faißt, vor. In dem 40 Meter langen Gebäude sollen zwei Wohngruppen mit je 15 Pflegeplätzen untergebracht werden. Laut Faißt soll es sich um „überschaubare Hausgemeinschaften“ handeln. Angedacht sind einige Plätze für die Kurzzeitpflege, eventuell auch für die Tagespflege. Ziel sei es, den Nellingern auch im Alter, je nach Hilfebedarf, ein Wohnen im Ort zu ermöglichen.

Angebote für den Alltag

In jeder Wohngruppe gibt es mehrere Aufenthaltszonen sowie eine kleine Therapieküche, um zum Beispiel gemeinsam Kuchen zu backen. Neben der Pflege soll es Angebote für die Alltagsgestaltung geben, wie etwa einen Sinnesgarten.

Es gibt nur Einzelzimmer mit Bad, Ehepaare können auch zwei miteinander verbundene Zimmer beziehen. Da immer mehr Menschen an Demenz leiden, soll das Heim eine übersichtliche Struktur erhalten. Zur besseren Orientierung werden die verschiedenen Bereiche des Heims mit unterschiedlichen Farben gestrichen. Die AWO will das Haus mit einer eigenen Küche und eigener Wäscherei betreiben. Auf Nachfrage erklärte Faißt, dass die 30 Pflegeplätze für eine Gemeinde mit 2000 Einwohnern großzügig bemessen sei. Somit sei also nicht nur für die Nellinger Platz im Heim („die haben aber Vorrang“), sondern auch für auswärtige Senioren.

Standort ideal

 Marcel Faißt setzt auf eine enge Kooperation mit der Gemeinde, aber auch mit den Vereinen und den Bürgen. „Wir wollen ein offenes Haus“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer.  Auch hofft Kopp auf die Akzeptanz in der Bürgerschaft und insbesondere bei den Nachbarn. „Unsere älteren Mitbürger sind Teil unserer Gesellschaft.“  Deshalb sei es wichtig, dass das Pflegeheim „mitten im Dorf“ gebaut werde. Rückendeckung bekam der Schultes von mehreren Gemeinderäten. Werner Staudenmaier hält den Standort für ideal. Der Weg in die Ortsmitte sei kurz und die Verkehrsanbindung gut. Die Römerstraße sei wenig frequentiert, außerdem gelte dort Tempo 30. Und nicht zuletzt gibt es in unmittelbarer Nähe eine Bushaltestelle. Herbert Bühler versprach die Unterstützung der Nellinger Firmen und Oppingens Ortsvorsteherin Brigitte Hof freut sich über das Pflegeheim, das „für alle offen ist“.  Für Helmut Wörz ist ein Seniorenheim genauso wichtig wie ein Kindergarten. So war es kein Wunder, dass der Gemeinderat einstimmig dem Verkauf des Grundstückes an die AWO zustimmte.

Info Die AWO betreibt in Württemberg 18 stationäre Einrichtungen mit insgesamt über 1400 Plätzen. Die nächsten Pflegeheime sind in Amstetten und Lonsee. In Nellingen sollen rund 30 Mitarbeiter beschäftigt werden, die meisten davon als Pflegekräfte. Mit dem Bau des Pflegeheims will die AWO im zweiten Halbjahr 2018 beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, können die ersten Senioren Ende 2019 einziehen.

Kommentar von Ralf Heisele: Eine richtige Entscheidung

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Dieser demografischen Entwicklung muss eine Gemeinde Rechnung tragen. Das Seniorenheim bietet künftig den Nellingern die Möglichkeit, auch im Alter und bei Pflegebedürftigkeit weiter im Ort zu leben. Deshalb ist der Ratsbeschluss, das nötige Grundstück an die Arbeiterwohlfahrt zu verkaufen, richtig und wichtig. Schon seit Jahren gibt es in Nellingen den Wunsch nach einem Seniorenheim. Bislang galt eine alte Hofstelle in der Ortsmitte als geeigneter Platz hierfür. Doch die Gemeinde konnte das Grundstück nie erwerben. Mit dem jetzigen Standort findet das erfolglose Bemühen ein glückliches Ende. Der Platz an der Römerstraße ist zwar nicht zen­tral, doch er liegt nahe genug am Ortszentrum – und er gehört der Gemeinde.

Mit der AWO ist ein anerkannter und seriöser Investor und Betreiber gefunden worden. Ein Glücksfall. Genauso wichtig ist es, dass die Nellinger das künftige Seniorenheim als „ihre“ Einrichtung anerkennen, genauso wie den Kindergarten und die Schule. Das Pflegeheim mitsamt den künftigen Bewohnern darf nicht abgeschottet werden, sondern ist Teil der dörflichen Gemeinschaft. Die AWO will es als offenes Haus betreiben und auf Vereine und Ehrenamtliche in Nellingen zugehen. Das sind sehr gute Voraussetzungen für eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung.

Die Bauplanung für das Seniorenzentrum übernimmt das  Architekturbüro Hanke aus Lonsee. Matthias Hanke erläuterte dem Gemeinderat die Details des Bauwerks. Das 40 Meter lange und 16 Meter breite Gebäude bekommt eine Teilunterkellerung für die Technik. Im Erdgeschoss befinden sich unter anderem die Verwaltung, die Küche, der Aufzug  und Lagerräume. In den beiden Obergeschossen sind die Wohngruppen untergebracht. Jede Hausgemeinschaft besteht aus 15 Zimmern, die 20 Quadratmeter groß sind. Auf jeder Etage gibt es Aufenthaltszonen, ein Pflegebad, einen Service­point, Wintergarten und Balkon. Rund um das Gebäude werden elf Parkplätze angelegt.

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