Ortskern in Nellingen aufgefrischt

Mehr als 3,4 Millionen Euro an Fördermitteln sind in den vergangenen elf Jahren in das Nellinger Landessanierungsprogramm geflossen. 67 Projekte wurden gefördert. Jetzt endet die "Erfolgsstory".

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Der Abbruch leerstehender Gebäude wie im Sattlergässle war ein Ziel des Nellinger Landessanierungsprogramms: Heute ist an dieser Stelle ein kleines Baugebiet ausgewiesen.  Foto: 

Üblicherweise ist ein Landessanierungsprogramm auf acht Jahre ausgelegt. In Nellingen wurde es drei Mal verlängert. Doch nach elf Jahren ist nun auch in der Albgemeinde Schluss. Das Verfahren ist abgerechnet und das eigens dafür aufgestellte Sanierungsgebiet mit einer Fläche von elf Hektar in der Ortsmitte überflüssig. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montagabend die entsprechende Satzung einstimmig aufgehoben.

Bürgermeister Franko Kopp nutzte die Gelegenheit, um die "Nellinger Erfolgsstory" Revue passieren zu lassen. Dazu holte der Schultes ein wenig aus: Mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft habe der Nellinger Ortskern über die Jahre hinweg seine Eigenschaft als zentraler Wohnstandort mehr und mehr eingebüßt. Das Ortsbild sei zunehmend von Häusern mit baulichen Mängeln geprägt gewesen - manche Gebäude standen sogar leer. Zudem hätten die öffentlichen Plätze nicht gerade zum Verweilen eingeladen. Diesen Eindruck bestätigte eine Analyse, die von der Gemeinde vor über elf Jahren in Auftrag gegeben worden war: 152 Gebäude in der Ortsmitte waren damals unter die Lupe genommen worden, 48 wiesen laut Gutachten "durchschnittliche", 18 "erhebliche" Mängel auf. Bei 24 Häusern und Ställen hatten die Experten sogar den Abriss empfohlen.

Elf Jahre später sieht man dem Ortskern die Frischzellenkur deutlich an. Es wurde modernisiert, abgebrochen und neu gebaut. Flächen wurden gestaltet und Fußwege angelegt, nicht zuletzt entstanden auch zwei kleinräumige Baugebiete mitten im Ort. Die Vorgaben des Landessanierungsprogramms seien weitgehend umgesetzt worden, freute sich Kopp und erinnerte an die 17 Maßnahmen der Gemeinde. Unter anderem wurden mehrere Straßen saniert und einige Plätze gestaltet. Als wichtigste kommunale Projekte nannte der Bürgermeister den Anbau am Kindergarten für die Kleinkindbetreuung, die Sanierung der Festhalle sowie die Neugestaltung des Rathausplatzes.

Für Kopp hat die Gemeinde damit eine "Vorbildfunktion" erfüllt und viele Bürger zum Mitmachen ermutigt. "Von Beginn an haben die privaten Maßnahmen im Vordergrund gestanden." Auch der Bürgermeister selbst war sich nicht zu schade, Klinken zu putzen und auf einzelne Nellinger direkt zuzugehen. Mit Erfolg: Letztlich ließen 41 Bürger ihre Häuser sanieren oder alte Gebäude abreißen. Dafür bekamen sie knapp 500.000 Euro an Zuschüssen ausgeschüttet.

Aufgrund der Nachfrage musste der Förderrahmen fünf Mal aufgestockt werden - von anfangs 800.000 auf über zwei Millionen Euro. Da sich die Gemeinde bei den privaten Maßnahmen mit bis zu 40 Prozent an der Finanzhilfe beteiligte, kam unter dem Strich eine Summe von über 3,4 Millionen Euro zusammen.

Für Kopp ist die Rechnung damit nicht zu Ende. "Jeder Euro Zuschuss löst ein Vielfaches an Investitionen aus", sagte er. Dadurch sei eine finanzielle Wertschöpfung von etwa 20 Millionen Euro erreicht worden. Davon haben laut Kopp "in hohem Maße" örtliche Handwerks- und Gewerbetriebe durch Aufträge profitiert. Auch die Gemeinde kam auf ihre Kosten: Sie nahm mehr Gewerbesteuer ein.

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