Merklinger Ortskern wird saniert

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Stellenweise soll Apshalt durch Pflaster und Grün ersetzt werden.  Foto: 

Noch bis vor knapp 20 Jahren fuhren Tag für Tag rund 14.000 Fahrzeuge durch das beschauliche Merklingen. Darunter waren oft auch schwere Kettenfahrzeuge, die auf der Landesstraße 1230 Richtung Truppenübungsplatz Münsingen bretterten, der damals noch in Betrieb war. Erst mit der Freigabe der Umgehungsstraße Ende 1998 kehrte Ruhe im Flecken ein.

Jetzt plant die Verwaltung, die ehemalige Durchgangsstraße zurückzubauen, um die Ortsmitte attraktiver zu machen. Dabei soll eine abgespeckte Form des Konzepts „Shared Space“ (Gemeinsamer Raum) Anwendung finden. Dabei handelt es sich um eine Mischfläche, einen öffentlichen Raum, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, erklärt Roland Schmuck vom Ingenieurbüro Wassermüller. Durch „die Gestaltung des Verkehrsraums“ werde für eine „angemessene Geschwindigkeit“ zwischen 20 und 30 Stundenkilometern gesorgt. Bei „Shared Space“ gelte das Prinzip „Sicherheit durch Umsichtigkeit“, so Schmuck.

Es ist vorgesehen, die Hauptstraße auf einer Länge von 130 Metern, von der Kreuzung Hochhaus/Volksbank bis zur Kreuzung Hahnenweiler, auf 6,50 Meter zurückzubauen. In beiden Kreuzungsbereichen erhält die neue Straße einen großzügig angelegten Pflasterbereich. Das hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen.

Bei den Straßenarbeiten lässt die Gemeindeverwaltung gleich die maroden Wasser- und Abwasserkanäle im Untergrund austauschen und Leerrohre fürs kommende schnelle Internet verlegen. Links und rechts entstehen zwölf Parkplätze, außerdem neue gepflasterte Gehwege, die zwei Meter breit sind. Die Randsteine sind maximal drei Zentimeter hoch, sodass die Barrierefreiheit gewährleistet ist.

Im Bereich des Alten Schulhauses, am derzeitigen Standort des Buswartehäuschens, das abgebrochen und durch ein neues ersetzt wird, und auf der Verkehrsinsel an der Kreuzung Hahnenweiler entstehen neue Grünflächen. Die alte Kastanie auf der Verkehrsinsel wird durch eine Linde ersetzt. Nach den Umbauarbeiten ist es den Verkehrsteilnehmern nicht mehr möglich, dort von Richtung Machtolsheim kommend die Abkürzung Richtung Hahnenweiler zu nehmen. Der Planer sieht an dieser Stelle einen Gehweg vor.

Grün mit Beleuchtung

Entlang der Straße pflanzt der Bauhof neue Bäume, einige davon erhalten eine Beleuchtung, die im Boden installiert wird. Zudem lässt die Verwaltung Pflanzkübel und Sitzgelegenheiten aufstellen. Neue Straßenlampen gibt es obendrauf. „Diese optische Aufwertung wird das Leben in der Ortsmitte aufwerten“, ist sich Bürgermeister Sven Kneipp sicher. Die Kosten belaufen sich nach ersten Schätzungen auf „mindestens eine halbe Million Euro“. Kneipp rechnet mit einem Zuschuss aus dem Landessanierungsprogramm Ortskern II in Höhe von rund 100.000 Euro.

Man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass die Merklinger die Einweihung bereits in eineinhalb Jahren werden feiern können. Warum? Um an den hohen Zuschuss zu kommen, müssen alle Umbauarbeiten bis zum 30. April 2019 abgeschlossen und abgerechnet sein.

Deshalb ist Eile geboten. Das Ingenieurbüro Wassermüller arbeitet die am Dienstagabend im Gemeinderat vorgestellte Grobplanung, die der Bauausschuss bereits vorberaten hatte, in den nächsten Wochen aus. Das Gremium muss noch dieses Jahr der Feinplanung zustimmen, sodass die Verwaltung die Arbeiten im Winter ausschreiben kann, um den Baubeginn im Frühjahr 2018 nicht zu gefährden.

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