Örtliche Gesangvereine arbeiten mit Schulen zusammen

Wo immer sie auftreten, strahlen alle Zuhörer: Kinderchöre begeistern immer. In Berghülen und Merklingen profitieren die Grundschulen von Kooperationen mit den örtlichen Gesangvereinen.

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In Berghülen wurden 2010 die "Goldkehlchen" als Schulchor gegründet, später kamen die "Minigoldkehlchen" dazu.  Foto: 

Singen macht Spaß, singen fördert die Konzentration und das kognitive Denken. Doch in Schulen fällt das Angebot zum Musizieren und Singen wegen rigoroser Streichkonzerte der Regierungen immer magerer aus. Wer kümmert sich sonst um das Singen? Klar, die Gesangvereine. Und die fühlen sich tatsächlich verpflichtet. "Einen Kinderchor im Ort muss es geben", war immer schon die Maxime von Hans-Jürgen Kohn, dem Vorsitzenden des Gesangvereins Liederkranz in Merklingen. Solange die Kirche das Angebot stellte, wollte man keine Konkurrenz bieten, doch als dessen Kinderchor aufgelöst wurde, war der Gesangverein mit der Gründung der "Notenhüpfer" zur Stelle. Zusammen mit dem Grundschulleiter Markus Marth begann so vor elf Jahren eine erfolgreiche Kooperation: Wenn sich Schüler für den Chor anmelden, ist die Teilnahme für die Schüler bis zum Schuljahresende verpflichtend.

Ähnlich war es in Berghülen: Auch dort fühlte sich der örtliche Gesangverein Harmonie in der Pflicht, vor allem aber versucht er so, seinen eigenen Nachwuchs heranzuziehen, wie die Vorsitzende Elfriede Kücherer sagt. Der Kinderchor "Goldkehlchen" wurde 2010 noch als Schulchor gegründet, ein Jahr später übernahm der Gesangverein die Finanzierung der "Goldkehlchen" und gründete zudem die "Minigoldkehlchen", ein Chor, bestehend aus älteren Kindergartenkindern und Erstklässlern. Damit begann auch die Kooperation mit der Schule.

Die Schulleiter beider Grundschulen sind überzeugt davon, dass ihre Kinder vom Chorgesang nur profitieren. "Die Auftritte bereichern unser Schuljahr, die Kinder machen positive Erfahrungen in einer Gemeinschaft", sagt Markus Marth aus Merklingen. Sein Berghüler Kollege wagt sich noch weiter vor: "Ich erlebe seit Bestehen des Chors richtig ausgeglichene Kinder, die sich hervorragend in eine Gruppe einfügen."

Damit es so weit kommt, braucht es allerdings fachkundige Anleitung. Die leistet Musikpädagogin Astrid Schmid in Berghülen und Stimm- und Sprachtherapeutin Christine Menge in Merklingen. Diese Fachkräfte sowie Notenmaterial und Auftritte kosten Geld, das allein die Vereine aufbringen. Beide Chöre haben fünf Jahre lang aus einem Fördertopf des Schwäbischen Sängerbunds schöpfen können. Zwischen 600 bis 800 Euro flossen da jedes Jahr in die Vereinskassen. Der Förderzeitraum ist inzwischen bei beiden Chören abgelaufen. Dankbar nehmen sie daher manche Spende, vom Rathaus aber auch von Unternehmen oder Privatpersonen, an. Doch das ist bei Weitem nicht deckend bei tatsächlichen Kosten von etwa 2000 bis 3000 Euro jährlich.

Weshalb scheuen die Vereine weder Kosten noch Mühe, um ihre Kinderchöre zu erhalten? Zum Einen ist es ihre Bestimmung, zum Singen zu animieren, meistens ist das in der Satzung verankert. Langfristig erhoffen sich die Vereine freilich, dass sich die Erwachsenen an ihre Kinderchorzeiten erinnern, dass sie die Freude und die positiven Begleiterscheinungen am Singen im Chor, wieder für sich entdecken. Nach elf Jahren erntet der Liederkranz Merklingen da schon erste Früchte: "Wir haben schon einige Notenhüpfer in unserem Chor ,Song Circle'", verkündet Kohn stolz. Solche Entwicklungen tragen dazu bei, dass die Kooperationen auch von Rathäusern als wertvoll erachtet werden. Wertvoll genug, um den Gesangverein Harmonie ab jetzt jährlich mit 700 Euro zu unterstützen, fanden die Berghüler Gemeinderäte jüngst.

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