Öl-Anschläge: Tätersuche ist ins Stocken geraten

Der tödliche Öl-Anschlag auf einen Biker im Unterallgäu jährt sich heute zum vierten Mal. Die Polizei tritt bei der Suche nach dem Täter auf der Stelle.

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Die Polizei sucht nach wie vor den Täter, der heute vor vier Jahren im Unterallgäu einen tödlichen Anschlag auf einen Motorradfahrer verübt hat. Die Ermittler haben 500 Spuren und Hinweise ausgewertet, bei einem Massen-Gentest 1400 Speichelproben genommen und mit der DNA des Unbekannten abgeglichen. Zudem wurden 53.000 Euro zur Belohnung ausgesetzt - für Hinweise, die zur Ergreifung des Mannes führen.

Zwei Mal war der Fall, der bundesweit Schlagzeilen machte und Motorradfahrer in der Region verunsicherte, Thema in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". 2013 befasste sich auch RTL mit dem Anschlag: "Der Ölfleckmörder", lautet der Titel der Reportage. Nichts hat die Fahnder weitergebracht. "Es hat sich nichts verändert in den vergangenen Monaten", bestätigt Christian Eckel, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. "Das Ende der Fahnenstange ist erst einmal erreicht. "

Rückblick: Am 17. April 2011 geriet ein Biker auf eine absichtlich gelegte Ölspur und prallte gegen ein entgegenkommendes Auto. Der 37-Jährige Familienvater war sofort tot. An jenem Tag wurden acht weitere Öllachen auf Straßen im Unterallgäu entdeckt. Für die Polizei war deshalb klar: Es war kein Unfall.

Mehr noch: Die Polizei fahndet nach einem Serientäter. Dieser soll vor seinem tödlichen Anschlag bereits sieben Mal in Bayern und dem östlichen Baden-Württemberg zugeschlagen haben. Unter anderem soll er in den Kreisen Dillingen und Biberach mit Öl gefüllte Flaschen auf Straßen geschleudert haben. Ernsthaft verletzt wurde dabei niemand. An den abgebrochenen Flaschenhälsen haben Experten jedoch identische Spuren entdeckt und daraus eine männliche DNA-Spur gewonnen.

Seit 2011 ist der Täter nicht mehr in Erscheinung getreten. Warum, ist unklar. Möglicherweise haben ihn die Medienberichte abgeschreckt, heißt es in Ermittlerkreisen. "Er dürfte viele Berichte gelesen haben", sagt Eckels Polizeisprecherkollege Björn Bartel: "Dann dürfte er auch wissen, dass wir seine DNA haben und er damit zweifelsfrei identifizierbar wäre. Wir geben nicht auf."

Ob der Täter noch einmal zuschlägt, vermag niemand zu sagen, betont Bartel. Er rät Motorradfahrern zu erhöhter Wachsamkeit. "Aber nicht, weil wir davon ausgehen, dass es noch einmal einen Anschlag geben könnte. Biker sollten generell vorsichtig fahren."

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