Neues Kultur-Konzept regt Veranstaltungsreihe in Blaustein an

Obwohl es in Blaustein durchaus eine Vielzahl von Kulturangeboten gibt, wird die Kommunen nicht als Kultur-Stadt wahrgenommen. Ein neues Konzept soll Wege aufzeigen, wie sich das ändern kann.

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Wolfgang Schukraft von der Theaterei bei der Stadterhebung 2014. In der Hand hält er eine "Ehrensteiner Scheibe" aus dem Steinzeitdorf. Schukraft wie die Scheibe stehen für Kultur, für die Blaustein über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.  Foto: 

Mehr als 100 Vereine, eine Vielzahl von Kulturschaffenden, interessante Veranstaltungsstätten wie die Villa Lindenhof in Herrlingen, dazu die Theaterei, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist: Es ist nicht so, dass es in Blaustein keine Kultur und kulturellen Angebote gibt. "Was fehlt, ist die kulturelle Identität", sagte Marion Greiner-Nitschke. Die freischaffende Kulturwissenschaftlerin hat am Dienstag im Gemeinderat ihren Entwurf für ein Kultur-Konzept vorgestellt.

Dafür erfasste Greiner-Nitschke, welche Angebote es in der Stadt bereits gibt. Und das sei durchaus beeindruckend, sagt sie, nicht zuletzt durch die Vielzahl an Vereinen, die in diesem Bereich sehr aktiv sind. "Aber die meisten bleiben in ihren Ortsteilen. Alles ist dezentral." Es gelte, die Angebote weiter auszubauen, sie besser zu organisieren und zu vermarkten und - vor allem - sie besser zu vernetzen.

Anlass für die Ausarbeitung des neuen Kultur-Konzepts war 2015 die Idee, die Blausteiner Kulturtage zeitlich zu entzerren und die Angebote über das Jahr zu verteilen. Das Jahr 2016 sei dafür besonders gut geeignet, weil es "ein großes Glück" sei, dass die Theaterei Ausrichter der 12. baden-württembergischen Privattheatertage ist, die vom 11. bis 27. November stattfinden, sagte Greiner-Nitschke: "Ein absolutes Highlight, von dem nicht nur die Theaterei, sondern auch die Stadt Blaustein profitieren wird."

Die Kulturpädagogin machte auch Vorschläge, wie Blaustein sein kulturelles Profil stärken kann. So wäre eine eigene Veranstaltungsreihe mit einem einprägsamen Namen und hoher Strahlkraft wünschenswert, die über das Jahr verteilt läuft. Die Villa Lindenhof in Herrlingen sei ein imposantes Gebäude mit viel Potenzial, in dem etwa Ausstellungen stattfinden könnten. Allerdings sei die Villa als Veranstaltungsort nur bedingt geeignet, da ein großer Raum fehle.

Wie es überhaupt an einem größeren Saal für Veranstaltungen mit 200 bis 300 Besuchern in der Stadt mangele. Auch das Steinzeitdorf sei ein Alleinstellungsmerkmal, für das man eigene Ideen entwickeln könne, sagte Greiner-Nitschke. Ihrer Meinung nach wäre es zudem wichtig, die Angebote für Kinder und Jugendliche deutlich auszubauen.

Der Gemeinderat war durchweg angetan von den ersten Ideen des Kulturkonzepts, an dem nun weiter gearbeitet wird. Einig war sich das Gremium auch, dass Kultur - obwohl keine Pflichtaufgabe der Kommune - eine wichtige Funktion für die Gesellschaft erfüllt. Kultur gebe es aber nicht zum Nulltarif, sagte Cornelia Kaufmann (Freie Wähler): "Aber auch wenn unser Haushalt eng ist: Wir dürfen das Thema Kultur trotzdem nicht aus den Augen verlieren."

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