Neues Firmenlogo aus dem Hörsaal der Designer

Ein Semester lang mimte die Ehinger Firma Candilux den Kunden, für den Design-Studenten aus Ulm ein Logo entwerfen sollten. Das Ergebnis: ein neues Design für Candilux und Praxiswissen für die Studenten.

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  • Die Candilux-Studenten (von links): Carolin Wels, Jessica Köferl, Aline Schlemar, Barbara Holzner (sitzend), Saskia Rank, Christoph Büchler. Foto: Privat 1/2
    Die Candilux-Studenten (von links): Carolin Wels, Jessica Köferl, Aline Schlemar, Barbara Holzner (sitzend), Saskia Rank, Christoph Büchler. Foto: Privat
  • Das neue Logo (unten) wirkt - passend zum Geschäft - lichter als das bisherige. 2/2
    Das neue Logo (unten) wirkt - passend zum Geschäft - lichter als das bisherige.
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Das neue Logo und Design der Firma Candilux können sich sehen lassen: Der Firmenname kommt in moderner Schrift daher, Text- und Bildelemente harmonieren in einheitlichem Blau. Studenten der Hochschule Ulm haben für das Ehinger Unternehmen sämtliche Medien gestaltet: Website, Visitenkarte, Flyer, Geschäftsbrief, Produktbeschreibung.

Durch die Zusammenarbeit mit Firmen wie Candilux sollen die Studenten den Berufsalltag möglichst nah erleben, sagt Susanne Radtke, Professorin an der Hochschule Ulm. Sie hat das Projekt für die Drittsemester des Studiengangs "Digital Media" geleitet. Mit einer Vorlesung ergänzte sie die praktische Arbeit.

Für die Studenten war Teamarbeit angesagt: Sie schlossen sich zu Vierer-Gruppen zusammen, mit Blick darauf, dass Firmengründer Wolfgang Sailer ein Team und dessen Design als Sieger auswählen würde. Im vergangenen Semester haben die Studenten den in einer Design-Agentur üblichen Arbeitsprozess durchlaufen: von der ersten Besprechung mit dem Kunden Sailer über die Präsentation der Zwischenergebnisse bis hin zur finalen Sitzung. Das hatte seinen Reiz. "Ein realer Kunde spornt teilweise mehr an als nur fiktive Charaktere", sagt Student Christoph Büchler. Auch seine Kommilitonin Carolin Wels ist vom Wert des Projekts überzeugt: Ein realer Auftrag, "der Umgang mit einem echten Kunden in Briefings oder Präsentationen sind für mich eine bessere Erfahrung mit mehr Lernerfolg als eine bloße Aufgabenstellung". Trotzdem war es eben nur fast wie im echten Berufsleben. Studentin Jessica Köferl meint, "dass bei so vielen Leuten direkter Kundenkontakt kaum möglich ist." Insgesamt hält sie das Projekt jedoch für eine gute Vorbereitung auf den Beruf, "da man noch nicht ganz auf sich allein gestellt ist und die Professorin einem zu Hilfe steht."

Und auch wenn der Auftrag von einem "realen" Kunden kam, gab es am Ende des Semesters ganz klassisch Noten. Das vom Kunden ausgewählte Sieger-Team kriegt nicht immer die beste Note, sagt Professorin Radtke. Sie bewertet unabhängig von dessen Meinung. Denn nicht immer entspreche der Geschmack des Kunden den künstlerisch-technischen Maßstäben. Genau diese Situation sollen die Studenten erfahren: "In diesem Spannungsfeld haben sich die Studenten zu bewegen. Das ist unser täglicher Job", sagt Radkte, die nebenberuflich als freie Designerin tätig ist.

Candilux hat seinen Sitz in Ehingen und stellt LED- Leuchten für die Industrie her. Das alte Logo und Erscheinungsbild waren "hausgemacht", sagt Wolfgang Sailer. Nur hie und da habe er fachlichen Rat eingeholt. Professorin Radtke kennt das schon. Viele Firmen in der Region, sagt sie, seien allein durch technische Innovation erfolgreich und müssten sich nicht um ihren visuellen Auftritt kümmern. Seit mehreren Jahren organisiert Radtke Praxisprojekte. Aus ihrer Sicht sind die nicht nur lehrreich für die Studenten, sondern auch ein Training für die Firmen: "Wenn die mit mir drei Monate zusammenarbeiten, dann verändern sie sich."

Oft sei es schwierig, die Chefs der meist mittelständischen Unternehmen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Im Fall von Candilux war der Impuls zur Kooperation von der Industrie- und Handelskammer Ulm ausgegangen. Gernot Schnaubelt, bei der IHK zuständig für Technologietransfer, hatte die Zusammenarbeit vorgeschlagen.

Wolfgang Sailer äußerte sich während des Projekts noch vorsichtig dazu, ob er am Ende eines der Designs übernehmen werde. "Wenn eine Gruppe eine herausragende Leistung bringt, werden wir ihr Konzept weiterverwenden", sagte er. Seine abschließende Aussage über das beste Design: "Das ist so gut, das nehmen wir."

Das Siegerteam, bestehend aus Barbara Holzner, Jessica Köferl, Saskia Rank und Aline Schlemar, wird nun an der Umsetzung des Designs in der Firma mitarbeiten. Dafür, und für künftige Projekte, haben die vier Studentinnen gerade "vierseitig", eine Gesellschaft Bürgerlichen Rechts, gegründet.

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