Neues Bildungszentrum für Laichingen

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Stellten die Studie vor: (von links) Architekt Thomas Hegele und Projektmanager Leszek Lomnitz, daneben  Kämmerer Thomas Eppler und Bürgermeister Klaus Kaufmann.  Foto: 

Der Laichinger Gemeinderat hat einstimmig im Grundsatz beschlossen, ein neues Bildungszentrum mit Mensa und Drei-Felder-Mehrzweckhalle zu konzipieren. Der Standort Henzenbuch mit Grundschule, Wirtschafts- und Berufsfachschule soll aufgegeben werden. Ein noch final zu erarbeitendes Konzept ist in wenigstens drei Abschnitten baulich umzusetzen. Im ersten Schritt wird der Neubau der Erich-Kästner-Schule auf neuem Standort angegangen, damit nach den vier Jahren, für den der Schulbetrieb noch genehmigt ist, im Neubau nahtlos weiter unterrichtet werden kann. Ob vier Jahre zur Realsierung ausreichen, ist nach Ansicht von Bauamtsleiter Günter Hascher aber nicht sicher. 2021 könnte der nächste Bauabschnitt mit einer Mensa folgen und frühestens 2027 eine Dreifelder-Halle realisiert werden.

Basis für die Beratungen waren einerseits die Studie „Projektentwicklung Schulstandort Laichingen“ vom Ulmer Bauprojektmanagement „nps“ sowie  Stellungnahmen von Schulleitern, Elternvertretern und dem erst jüngst eingerichteten Jugendbeirat (Bericht folgt). Weder sind die angegebenen Baustarts festgezurrt, noch sind die Standorte genau definiert. Klar war, dass diese Variante aktuell rund 34  Millionen Euro kosten könne. Einigkeit herrschte deshalb darüber, dass die Umlandgemeinden, die ihre Schüler nach Laichingen schicken, mit ins Boot geholt werden müssen.

Nicht allein stemmen

Die CDU-Fraktion liebäugelt mit einem Verwaltungsverband. „Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir das alleine stemmen können“, sagte Kurt Wörner. Um diesen Gemeinden eine Beteiligung schmackhaft zu machen, wurde letztlich der Beschluss über ein „Bildungsszenario“ bewusst vage gehalten und ausdrücklich festgehalten, dass weitergehende Entscheidungen später zu treffen sind. Der Beschluss basiert auf dem letzten von vier Varianten der nps, in die Architekt Thomas Hegele die oben erwähnten Stellungnahmen eingearbeitet hat. Bei den Gesprächen mit den Nachbargemeinden will Bürgermeister Klaus Kaufmann vorerst den Neubau der Gemeinschaftsschule mit prognostizierten Kosten von rund 16 Millionen Euro vorstellen. Diese Unverbindlichkeit in der Beschlussfassung war den Räten ebenfalls wichtig, denn bereits während der Diskussion kamen aus deren Reihen weitere Varianten mit anderen Standorten aufs Tableau. Mögliche Standorte  für die  neue Gemeinschaftsschule: der Parkplatz bei der Kleinschwimmhalle, das Grundstück unterhalb der Realschule sowie am Ortsausgang südlich der Feldstetter Straße.

Die LAB regte obendrein an, die Grundschule von der Gemeinschaftsschule räumlich auszugliedern. „Somit wäre bei einem möglichen Schulverband eine  klare Trennung zwischen den Zuständigkeiten erreicht“, argumentierte Bernhard Schweizer. Will heißen: Der Verband wäre zuständig für die weiterführenden Schulen im neuen Schul- oder Bildungszentrum, die Stadt Laichingen für die Grundschule.

Überlegungen gab es außerdem um die Mensa: Soll sie zentral für alle Schulen liegen, soll eine Art Campusmensa zusätzliche  Räume für sämtliche Schularten bereithalten? Die fehlen jetzt schon in der Realschule und im Gymnasium, berichteten deren Schulleiter. Cordula Plappert vom ASG gab obendrein zu bedenken, dass sich möglicherweise die Schularten von derzeit drei (Gemeinschafts-, Realschule und Gymnasium) auf zwei reduzierten. Das bedeute nicht, dass der Raumbedarf geringer werde,  denn nicht nur für die Gemeinschaftsschule, sondern jede Schulart müsste in Zukunft  Lernateliers bereitstellen. Eine Campusmensa eigne sich da besonders.

An Konzepten orientieren

Bürgermeister Kaufmann unterstrich das: „Der Raumbedarf orientiert sich nicht nur an den Schülerzahlen. Wir müssen künftigen pädagogischen Konzepten, aber ebenso den geänderten Lebensbedingungen der Eltern und damit den Bedürfnissen der Schüler gerecht werden.“ Die Schulleiter von ASG und AFR haben deutlich andere Vorstellungen, als die Leitung der EKS. Anne-Dorothee Schmid sähe eine neue Gemeinschaftsschule mit eigener Mensa am liebsten südlich der Feldstetterstraße. So hätten die Schüler ihren Pausenhof während der Bauzeit und ihnen würde der Baulärm erspart.

Doch Entscheidungen hierüber fallen später. Einigkeit herrschte dagegen in Sachen Grundschule.  Der Standort im Hensensbuch soll aufgegeben werden. Was die darin untergebrachten Wirtschafts- und Berufsfachschulen anbelangt, müsse mit dem Kreis Konsens erreicht werden, sagte Kaufmann. Kämmerer Thomas Eppler stellte sein Finanzszenario vor. Demnach könne die Stadt in den nächsten rund 15 Jahren für die geschätzten Kosten von 34 Millionen rund 21 Millionen Euro aus dem Haushalt und mit Zuschüssen aus dem Ausgleichsstock und der Fachförderung bereitstellen. Bliebe eine Kreditaufnahme von knapp 13 Millionen. „Dazu kommen Zinsen und Tilgung“, informierte er.

Vier Varianten: Das Ulmer Büro nps kam in seiner Studie zu dem Schluss, dass sich eine Generalsanierung mit Erweiterung der Erich-Kästner-Schule mit knapp 16  Millionen Euro wirtschaftlich wenig sinnvoll ist.  Drei Alternativen stellte Architekt Hegele vor sowie eine vierte,  in welcher die Stellungnahmen der Schulleiter und Eltern eingeflossen sind. Diese sieht einen Neubau von Gemeinschaftsschule mit Grundschule auf dem Park- und Bolzplatz gegenüber der Daniel-Schwenkmezgerhalle vor. Eine Mensa wäre unterhalb der AFR oder im Schulhof des ASG denkbar. Die EKS würde rückgebaut, der jüngste Flügel erhalten.

Mehrzweckhalle In allen Fällen steht auch eine Mehrzweckhalle auf dem Plan, mal auf dem Standort der DSH, dann südlich der Feldstetter Straße oder auf dem Parkplatz gegenüber der DSH. Die Räte haben noch weitere Standortmöglichkeiten vorgeschlagen. Obendrein besteht die Möglichkeit, dass von den Nachbargemeinden weitere Vorschläge kommen.

Mensa Für eine Mensa kamen mehrere Standorte infrage. Grundsätzlich soll der jüngste Gebäudeflügel der EKS erhalten bleiben. Der Gedanke vom Büro nps, die Stadtbücherei und vhs-Kursräume in einer Campusmensa unterzubringen, wurde sofort verworfen. Beides soll die Innenstadt weiterhin bereichern und stünde deshalb nicht nur den Schülern, sondern allen Bürgern zur Verfügung. sgk

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