Moment mal: Zerstörerische Strömungen

Ansonsten unterscheidet das Wassergesetz nicht zwischen Amazonas und Nau." Zu dieser Feststellung gelangte Hans Eckle am Freitagabend im Langenauer Gemeinderat.

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Entlang des Amazonas braucht's keine Renaturierung.  Foto: 

Bevor aber Zweifel an den Geografiekenntnissen des städtischen Bauamtsleiters aufkommen, sei erwähnt, dass Stadtrat Karl-Heinz Vogler (CDU) die Zerstörungskraft des südamerikanischen Flusses und der Nau in Verbindung zueinander setzte. Doch beginnen wir weiter stromaufwärts mit der Geschichte.

Die große Politik jenseits der Stadtgrenzen will natürlichere Flussufer. Statt Stein- und Betonwände sollen Flusssteine und Pflanzen die Ufer säumen, damit mehr Leben in die Böschung kommt. Die Stadtverwaltung beabsichtigt deshalb, einen Gewässerrandstreifen an der Nau in der Achstraße festzusetzen. Wird dann vor Ort neu gebaut und die Böschung renaturiert, darf bis auf 2,50 Meter an den Fluss herangebaut werden. Kommt die Verordnung nicht, sind fünf Meter Abstand vorgeschrieben - und die kleinen Grundstücke werden quasi unbebaubar.

Nun treibt die Anwohner in der Langenauer Achtstraße allerdings die nicht unberechtigte Sorge um, dass nach einer solchen Renaturierung die Böschung wegen der Nau-Strömung allmählich erodieren könnte. Es mag an der späten Stunde gelegen haben, dass das Vertrauen in die geplante Verordnung überschaubar blieb. Vielleicht tat auch Eckles Aussage, so eine Böschung "müsste schon halten", das Übrige. Die anwesenden Anwohner und einige Stadträte zweifelten weiter. Und als sich dann in den Köpfen die Amazonas-Fluten über Langenau ergossen und die Nauböschung mit sich rissen, schien die Akzeptanz für die Verordnung vollends erodiert. "Es ist nicht der Amazonas und es kommt kein Amazonas-Hochwasser im Frühjahr. Davon gehe ich aus", sagte schließlich Bürgermeister Wolfgang Mangold. Ein Machtwort, das nahezu alle Zweifel hinweggespülte.

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