Mobilfunk: Von der Außenwelt abgeschnitten

Handy-Empfang gibt es in Bihlafingen nur in höheren Lagen, auch das Festnetz-Telefon fällt öfter mal aus.

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    Auf dem Bihlafinger Rathaus soll ein Funkmast errichtet werden. Foto: 
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    Das Rathaus in Laupheim-Bihlafingen Foto: 
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Um mit seinem Handy zu telefonieren oder SMS zu verschicken, muss Wolfgang Müller aus Bihlafingen immer ein Stück spazieren gehen. Erst 50 bis 100 Meter vom Haus entfernt, in etwas höherer Lage, hat er Empfang. Einige seiner Nachbarn sind schon „etwas privilegierter“, erzählt Müller. Deren Häuser liegen höher, dort reiche es, auf den Balkon hinauszugehen.

Dabei war das in dem Laupheimer Teilort nicht immer so. „Bis vor vier Jahren hatten wir zwar keinen guten Mobilfunk-Empfang – aber wir hatten einen“, sagt Müller. Dann mussten die Antennen aber neu ausgerichtet werden. „Und jetzt haben wir ein Problem“, sagt der Bihlafinger. Von vielen Bekannten habe er die gleiche Geschichte gehört.

Müller und seine Nachbarn waren auch schon mehrfach bei der Ortsverwaltung, haben Vodafone und die Telekom angeschrieben und sogar Unterschriften im Ort gesammelt, etwa 80 Stück kamen zusammen. Auch in vielen Sitzungen des Ortschaftsrats sei das schlechte Mobilfunknetz ein drängendes Thema gewesen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Laupheim: Schon seit 2011 versuche man, die Versorgung in Bihlafingen zu verbessern, mehrfach habe man bei Vodafone, der Telekom und E-Plus den Ausbau des Mobilfunknetzes gefordert – bisher ohne Erfolg.

2018 ist nun endlich eine Verbesserung in Sicht – zumindest für Kunden, die das Netz D1 der Telekom nutzen. Denn im August vergangenen Jahres hat Oberbürgermeister Rainer Kapellen einen Mietvertrag mit der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG) unterzeichnet. Diese soll einen Funkmast auf dem Bihlafinger Rathausdach errichten, der Vertrag läuft dann 15 Jahre. „Nach aktuellem Stand ist es so, dass die Umsetzungsphase noch andauert und die Verbesserung des Mobilfunknetzes im Frühjahr 2018 erwartet wird“, berichtet Ilona Miller, die im Laupheimer Rathaus für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Das mobile Funkloch in Bihlafingen ist aber nicht Wolfgang Müllers einziges Problem. Auch das Fernsehen und das Festnetztelefon fallen regelmäßig aus. „Fast wöchentlich haben wir Störungsfälle, teilweise über mehrere Stunden“, erzählt er. „Da sind wir von der Außenwelt völlig abgeschnitten.“ Wieso es zu diesen Ausfällen kommt? Das bleibt unklar. Auch auf eine Anfrage beim Anbieter Unitymedia kommt keine Antwort.

Wenn Müller die Störung dann bei Unitymedia melden möchte, kommt alles zusammen. Das muss er natürlich übers Handy machen – das Festnetztelefon geht ja nicht. Und dafür muss er erst wieder ein Stück die Straße entlang gehen. Angenehm ist das natürlich nicht, erzählt er: „Es regnet oder schneit, ist dunkel, du hängst schon in der Nachtgarderobe auf dem Sofa herum, und dann kommt der dich immer begleitende Schrei: Es geht schon wieder nichts!“

Ausbau Die Stadt Laupheim und Ortsvorsteherin Rita Stetter haben schon mehrmals bei Vodafone, der Telekom und E-Plus den Ausbau des Mobilfunknetzes in Bihlafingen gefordert.

Überprüfung Die Anbieter hätten zum Teil eine Überprüfung des Netzes zugesichert und im Übrigen auf den ständigen Ausbau verwiesen, heißt es in einer Mitteilung. Angebote der Stadt Laupheim, sie dabei zu unterstützen, wurden zunächst immer ausgeschlagen.

Serie „Kein Anschluss unter dieser Nummer“: Besonders in den kleinen Orten der Region kommt das nicht gerade selten vor. Wir sammeln kuriose Geschichten zum Thema Internet-Ausbau und Mobilfunknetz und veröffentlichen sie in unserer Serie „Im Funkloch“.

Aufruf Haben Sie zu Hause nur in der südwestlichen Ecke der Badewanne Empfang? Oder hatten Sie mal ein absurdes Erlebnis mit einem Internet-Anbieter? Dann freuen wir uns über Ihre E-Mail an die Adresse regionalredaktion@swp.de, bitte mit Namen, Wohnort und einer Telefonnummer für weitere Nachfragen.

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