Miteinander steht im Vordergrund

Die Sportfreunde Illerrieden sehen sich nicht unbedingt als Dienstleister in Sachen Sport. Im Vordergrund stehen vielmehr ein umfangreiches Angebot zu einem guten Preis und das Miteinander.

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Das Vereinsheim ist Anlaufpunkt für alle Mitglieder der Sportfreunde Illerrieden. Foto: Dave Stonies

Eine Veranstaltung mit mehr als 1000 Teilnehmern sagt keiner gerne ab. Doch die Organisatoren des traditionellen Sportfests der Sportfreunde Illerrieden standen im vergangenen Jahr nach dem ersten Tag genau vor dieser Entscheidung - und jeder hätte einen Abbruch dieser Mega-Veranstaltung verstanden. Den Grund dafür lieferte das Unwetter, das an jenem Samstagabend über Illerrieden hinwegfegte und die Aufbauten und Zelte rund um das Stadion aus den Verankerungen riss und durch die Luft fegte. Die übernachtenden Kinder und Jugendlichen wurden daher ins Sportheim und in die Turnhalle gebracht, das Ausmaß des Schadens war immens. "Zu diesem Zeitpunkt dachte eigentlich keiner mehr so recht daran, den finalen Sportfesttag am Sonntag ausrichten zu können", erinnert sich Elke Aubele, Kassiererin der Sportfreunde Illerrieden.

Doch Organisationsleiter Norbert "Tschobbe" Huber und Vizepräsident Stefan Huber riefen eine große Aufräumaktion ins Leben. "Dabei haben uns ganz spontan 50 Helfer unterstützt", erinnert sich Stefan Huber, als wäre es gestern gewesen. Das Sportfest konnte schließlich planmäßig über die Bühne gehen, und Präsident Wolfgang Hochmuth resümierte: "Das geht nur mit unglaublicher Verbundenheit zum Verein. In solchen Situationen zeigt sich das wahre Gesicht eines Vereins, da rückt man enger zusammen."

Mit dieser Anekdote vor einem guten Jahr spiegelt sich die Grundausrichtung der Sportfreunde Illerrieden deutlich wider. Dieser Sportverein möchte ein Verein im wahrsten Sinne des Wortes sein, er möchte die zehn Abteilungen und die mehr als 1600 Mitglieder zu einem großen Ganzen vereinen - oder wie es Elke Aubele sagt: "Wir möchten ganz bewusst kein Dienstleister sein, bei dem die Kunden einen Beitrag zahlen und sich dann für nichts mehr interessieren, was das Gemeinwesen angeht."

Aubele, neben ihrer Tätigkeit als Kassiererin auch noch Übungsleiterin in der Turn-Abteilung, und die anderen Präsidiumsmitglieder wissen selbst, dass diese Einstellung immer schwerer zu verwirklichen ist. Andere Vereine in der Umgebung machen es vor und etablieren beispielsweise ein Gesundheitskursprogramm, das extra kostet. "Wir dagegen haben einen sehr günstigen Beitrag, mit dem jedes Mitglied jeden Sport bei uns ausüben kann", sagt Präsident Hochmuth und untermauert: "Vor allem Jugendliche probieren doch gerne mal eine Sportart aus und legen sich nicht gleich fest." Nur Tennis verlange einen extra Abteilungsbeitrag wegen der hohen Kosten.

Unterm Strich bieten also neun Abteilungen insgesamt rund 20 Sportarten für einen einzigen Beitrag an, nachdem mit der Einweihung der Ballspielhalle im Jahr 2004 drei weitere Abteilungen gegründet wurden. Die beiden mitgliederstärksten Abteilungen sind Turnen und Fußball, beliebt sind aber auch Leichtathletik sowie Ski und Snowboard. Im Angebot sind zudem Tischtennis, Volleyball, Faustball, Badminton und Rollstuhl-Rugby. Es erscheint somit kaum verwunderlich, dass rund die Hälfte aller Illerrieder Bürger bei den Sportfreunden Mitglied sind. "Mit 1600 Mitgliedern sind wir der größte Verein im unteren Illertal auf der Württemberger Seite zwischen Wiblingen und Memmingen", betont Hochmuth.

Ein Ziel für die kommenden zehn Jahre lautet daher, das zu erhalten, was bisher schon gut funktioniert. "Wenn man auf dem gleichen Niveau bleibt, heißt es oft, es sei ein Rückschritt", sagt Präsident Hochmuth, "aber wenn wir unsere vielfältigen sportlichen Angebote und die jetzige Mitgliederzahl halten können und dabei alle zufrieden sind, ist das für unseren Verein auch eine Leistung." Daneben gibt es aber auch noch Wünsche oder Visionen einzelner Abteilungen. So könnten sich die Fußballer gut einen Kunstrasenplatz vorstellen, während die Turner von fest installierten Geräten und einer Schnitzelgrube träumen.

Vereinsübergreifend ist indes mal wieder ein bauliches Vorhaben in Planung: die Zufahrt zu Sportheim, Stadion und Trainingsplatz. "Auswärtige finden unsere Sportanlage oft nur schlecht, die Planungsphase dafür ist so gut wie abgeschlossen", gibt Hochmuth bekannt. Die Straßenzufahrt soll über die alten Tennisplätze und die derzeitige Wiese führen. Natürlich sind auch Parkplätze für Sportler und Besucher geplant. Darüber werden sich insbesondere auch die beiden Organisationsleiter Siegfried Pawlitschko und Norbert "Tschobbe" Huber freuen, die sich um die Bewirtschaftung des Sportheims kümmern.

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