Hilde Mattheis besucht Firma Holder in Laichingen

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Geschäftsführer Jochen Holder (zweiter von links) führt Hilde Mattheis durch das Laichinger Werk.  Foto: 

Die vom Bundesumweltministerium geförderte Anlage zur Reinigung und Beschichtung von Aluminiumteilen der Firma Holder in Laichingen geht planmäßig in Betrieb. Vergangene Woche lief sie drei Tage lang. Im Moment sind Spezialisten noch mit Nachjustierungen von Lasern beschäftigt. Das hat Geschäftsführer Jochen Holder am Montag beim Besuch der SPD-Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis im Werk in der Gottlieb-Daimler-Straße berichtet.

  Derzeit hat das in Kirchheim/Teck und in Lenningen ansässige Unternehmen in Laichingen 15 Mitarbeiter beschäftigt. Wenn die neue Anlage demnächst in den regulären Betrieb geht, werden es 30 sein. Als zweiter Schritt wird eine derzeit noch in Kirchheim installierte Anlage nach Laichingen verlagert, dann steigt die Zahl der Mitarbeiter auf der Alb auf 50 bis 60. Bis in zwei Jahren werden es rund 100 sein, kündigte Jochen Holder an.

Hilde Mattheis hörte das gern, wenn auch die einstige Zahl der Beschäftigten in den Hallen an der Gottlieb-Daimler-Straße bei weitem nicht erreicht werden wird. In seinen besten Zeiten hatte Süddekor dort 500 Menschen beschäftigt. Die Übernahme durch Surteco und die Verlagerung der Arbeitsplätze nach Bayern „hat uns ziemlich beschäftigt“, erinnerte sich Mattheis. Surteco betreibt in Laichingen noch ein Hochregallager.

Ehemalige Süddekor-Mitarbeiter zu übernehmen, war laut Jochen Holder wegen des zeitlichen Ablaufs nicht möglich. Zum Aufbau der Anlagen brauche es Spezialisten, Anlernkräfte könnten erst später beschäftigt werden. „Man muss uns ein bisschen Zeit geben.“ Dennoch sind beispielsweise ein IT-Fachmann und ein Controller, die früher bei Süddekor waren, bereits bei Holder beschäftigt.

Als familiengeführtes Mittelstandsunternehmen will Holder langfristig in Laichingen tätig sein. Geschäftsführer Jochen Holder hat Söhne im Alter von 22 und 28 Jahren, die entsprechende Ausbildungen absolvieren.

Die Firma Holder Oberflächentechnik erreicht mit rund 250 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 36 Millionen Euro. In Laichingen reinigt und konserviert das Unternehmen von Gießereien oder Stanzereien angelieferte Aluminium-Bauteile für Autos. Sie werden überzogen mit einer silikatischen Beschichtung oder einer Titanauflage. „Hauchdünn“, wie Jochen Holder sagte.

Für die Zukunft sei geplant, noch weitere Arbeiten für die Autoindustrie auszuführen. Während derzeit vor allem bei Premium-Fahrzeugen auf Aluminium gesetzt wird, erwartet Holder den Einsatz des Leichtwerkstoffs auch bei Mittelklasse- und Kleinwagen. In Laichingen plant die Firma ein „Kompetenzzentrum Aluminium“, um eigene und Mitarbeiter anderer Unternehmen schulen zu können.

Blockheizkraftwerk geplant

Die neueste Anlage, die rund vier Millionen Euro kostet und vom Bundesumweltministerium mit 1,27 Millionen Euro gefördert wird (wir berichteten), braucht weniger Energie, weniger Wasser und weniger Chemie als bisherige Verfahren. Jochen Holder kündigte am Montag an, noch ein Blockheizkraftwerk zu bauen, insbesondere wegen des hohen Wärmebedarfs im Werk. Dem Unternehmen gehören die insgesamt 43.000 Quadratmeter großen Flächen und die Gebäude nicht. Im Rahmen einer Art von „Mietkauf mit Leasing“, wie Holder sagte, hat sein Unternehmen die Möglichkeit, in fünf, in zehn oder in 15 Jahren von dem Münchner Investor die Immobilie zu übernehmen.

Derzeit ist Holder dabei, einen Untermieter für das großzügige Verwaltungsgebäude zu suchen. Die Holder-Hauptverwaltung sitzt in Kirchheim.

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