Mit neuem roten Auto nicht nur bei Feueralarm zur Stelle

Börslingen, die zweitkleinste Gemeinde im Alb-Donau-Kreis, zählt 170 Einwohner. 20 davon sind bei der Freiwilligen Feuerwehr. Eine Quote, die sich manch andere Kommune wünschen würde.

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Stolz auf ihre Börslinger Feuerwehr: Kommandant Christian Häckel, Bürgermeister Heinrich Wolf, Gerätewart Alexander Häckel (von links).  Foto: 

Börslingen, die zweitkleinste Gemeinde im Alb-Donau-Kreis, zählt 170 Einwohner. 20 davon sind bei der Freiwilligen Feuerwehr. Eine Quote, die sich manch andere Kommune wünschen würde. "Fast alle einheimischen Männer im fraglichen Alter sind dabei", freut sich der ehrenamtliche Bürgermeister Heinrich Wolf, der selbst etwa 20 Jahre lang zu den Aktiven zählte. Der Elektro-Ingenieur gab die Einsatzuniform ab, als die beiden Söhne soweit waren und freiwillig in die Feuerwehr eintraten. Eine Selbstverständlichkeit. "Da hat's nichts gegeben", sagt Vater Wolf.

Kommandant der Truppe ist der 31-jährige Maurer Christian Häckel. Der Gerätewart heißt Alexander Häckel (37, Kfz-Mechaniker), der Schriftführer Reiner Häckel (35, Elektromeister). Die drei Brüder brennen für die Feuerwehr, aber nicht nur sie, sondern auch der stellvertretende Kommandant Martin Bosch und all die anderen Männer. Frauen gehören nicht zur Einsatzmannschaft. Die Ehefrauen der Feuerwehrleute haben nichts gegen deren Mitgliedschaft in der Feuerwehr. "Die wissen ja, wo wir sind", sagt Kommandant Häckel. Die Frauen haben in Börslingen ihren Landfrauenverein. Für die Männer gibt es nichts. "Ohne die Feuerwehr müssten wir einkehren gehen, dass man sich mal wieder sieht", sagt Christian Häckel, der seine Mannen einmal pro Monat zum Übungsabend ruft. Danach geht's oft in gemütlicher Runde weiter.

Im Vordergrund steht bei der Freiwilligen Feuerwehr in Börslingen freilich das Löschen und Retten. Gerade in jüngster Zeit waren viele der Feuerwehrleute auf Lehrgängen: Sprechfunker, Maschinist, Atemschutzgeräteträger. Denn seit 2014 ist die Feuerwehr richtig mobil. Mit einem knallroten Tragkraftspritzenfahrzeug hat die Gemeinde das erste Auto für die Feuerwehr beschafft - ohne Wassertank, aber mit sechs Sitzplätzen, Schläuchen, Leitern, Beleuchtungseinrichtungen, Atemschutzgeräten und allem, was sonst noch nötig ist. "Ein Meilenstein für die Feuerwehr", sagt Kommandant Häckel. Zuvor rückte die Wehr mit einem Tragkraftspritzenanhänger aus, gezogen entweder von Hand oder von einem der im Dorf noch zahlreich vorhandenen Traktoren. Das habe immer funktioniert, berichten die Männer, die bei Bedarf von den Wehren der Nachbarorte unterstützt werden. Nun hat das neue Fahrzeug schon seinen ersten Brandeinsatz hinter sich. Qualm drang aus einer Heizanlage, die Männer eilten mit Atemschutz in das Wohnhaus. "Das wäre früher problematisch gewesen", meint Heinrich Wolf.

Der Bürgermeister sieht die Feuerwehr gut gerüstet, um auch bei Hagel, Sturm, Hochwasser den Menschen im Ort effektiv helfen zu können. Das sei wichtig, denn bei extremen Wetterlagen seien die Feuerwehren in der Umgebung in ihren eigenen Orten gefordert. Der Gemeinderat stehe zur Feuerwehr, wenn auch die Beschaffung eines eigenen Fahrzeuges lange dauerte. Das Tragkraftspritzenfahrzeug hätte nicht in die alte Bleibe der Feuerwehr im Untergeschoss des Rathauses gepasst. Also musste zuerst ein Feuerwehrhaus gebaut werden, 2005 wurde es eingeweiht. Seit Frühjahr 2014 sind beide Fahrzeugstellplätze belegt, einer mit dem neuen Spritzenfahrzeug, der andere mit dem alten Tragkraftspritzenanhänger, Baujahr 1972. Dann existiert noch eine 100 Jahre alte Pumpe, die mit Muskelkraft angetrieben und gern für historische Umzüge ausgeliehen wird. Tradition hat ihren Platz bei der 125 Jahre alten Börslinger Feuerwehr. Dazu gehört, dass sie den Maibaum und den Christbaum aufstellt. Und was wünscht sich Kommandant Christian Häckel für die Zukunft? "Dass Jugend nachkommt", sagt der 31-Jährige. Ein Anfang ist gemacht mit einer gemeinsamen Jugendfeuerwehr, zusammen mit Ballendorf und Setzingen. Die junge Truppe hat aus Börslingen bisher nur ein Mitglied, ein Mädchen. Ein weiterer Meilenstein für die Börslinger Feuerwehr bahnt sich an.

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