Bürgermeisterwahl in Nellingen: mit Elan in die dritte Runde

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Franko Kopp ist seit fast 16 Jahren Bürgermeister der Gemeinde Nellingen und will das auch bleiben. Die vom Gemeinderat gewünschte Bürgerversammlung am Freitagabend in der örtlichen Festhalle nutzte Kopp, um für seine Wiederwahl zu werben. Dass er keinen Gegenkandidaten hat, stimme ihn „nicht traurig“, sagte er. Trotzdem wolle er die Nellinger – etwa 130 waren gekommen – überzeugen, dass er der richtige Bürgermeister sei. Gemessen an den Reaktionen, dürfte Kopps Botschaft angekommen sein.

Kopps Credo: Nicht ihm alleine sei es zu verdanken, dass Nellingen „gut aufgestellt und für die Zukunft gerüstet“ sei. „Viele Menschen haben dazu beigetragen.“  Viele Anregungen habe er von Bürgern erhalten, auch weil er stets „das persönliche Gespräch gesucht“ habe. „All dies hat mich bewogen, für eine dritte Amtsperiode zu kandidieren.“

Keine Fragen an den Bürgermeister

Nach der etwa 80-minütigen Rede des Bürgermeisters stellten die Zuhörer keine Fragen. Offenbar hatte Kopp mit seinen Ausführungen sowie den persönlichen Gesprächen im Vorfeld alle Fragen geklärt. Zu solchen Einzelgesprächen hatte Kopp ebenfalls eingeladen. Zudem hatte er Pläne mitgebracht, um die Vorhaben und Entwicklungen in der Gemeinde zu erläutern. Zahlreiche Bürger drängten sich um die Stellwände. Dargestellt waren der Ausbau der Verbandskläranlage in Lonsee-Halzhausen, die Verlagerung und Erweiterung der Bücherei und natürlich die Ortskernsanierung, die Kopp immer wieder erwähnte. Vor den Stellwänden bot sich das Bild von Gemeinschaft, und in diesem Sinne wolle er die Gemeinde zusammen mit den Bürgern weiterhin gestalten, sagte der Bürgermeister.

Nur indirekt ging der 61-Jährige auf die achtjährige Dauer der Amtszeit ein. „Ich fühle mich für die Fortsetzung meines Amtes geistig fit und auch gesund.“ Auf Nachfrage unserer Zeitung konkretisierte Kopp: „Solange ich mich für diese Aufgabe fit fühle, den Überblick habe und mir die Gemeinde- und Ortschaftsräte ihr Vertrauen entgegenbringen – auch nach möglichen Wechseln im Gremium bei der nächsten Kommunalwahl –, so lange mache ich diesen Job gerne auch bis zu meinem 69. Lebensjahr.“ Aber, schränkte er ein, niemand wisse, was das Leben noch bringe.

Viele Aufgaben stehen an

Den Rückhalt der Gemeinderäte und der Bürger kann Kopp in einer dritten Amtszeit sicherlich brauchen. Die Liste der anstehenden Aufgaben ist lang, einiges ist schon angestoßen: der Ausbau der Kinderbetreuung mit einem Umbau des Kindergartens; die Erweiterung des Friedhofs mit Urnenplätzen; ein Anbau am Bauhof. Und so mancher Herausforderung hat sich Kopp angenommen. Für die Fortsetzung der Innenentwicklung habe der Gemeinderat erst kürzlich ein Konzept beschlossen und damit den Weg für weitere Fördergelder geöffnet, sagte Kopp. In diesem Zusammenhang rief er mehrfach dazu auf, weiterhin Grundstücke an die Gemeinde zu verkaufen. Er werde seinerseits „alles dafür tun, nicht mehr genutzte Ställe in Nellingen und Oppingen für eine Zukunftslösung zu reaktivieren“. Etwa 50 gebe es davon: „Das ist ein Thema für alle Gemeinden, da müssen wir zusammenstehen, ich möchte mir nicht immer allein die Gosch verbrennen.“

Umfahrung wieder Thema

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Autobahn und dem zunehmenden Lkw-Verkehr zwischen A8 und A7 sei die Ortsumfahrung erneut ein Thema. Dafür könne er sich sogar eine Resolution gegenüber dem Land vorstellen, sagte Kopp über die mögliche Reaktivierung der Pläne, die seit fünf Jahren in der Schublade schlummern.

Zudem überraschte Kopp mit der Mitteilung, in Nellingen könnte ein Pflegeheim mit 30 Plätzen gebaut werden. Ein Träger aus der Umgebung habe Interesse. Zwei mögliche Standorte gebe es, sagte Kopp auf Nachfrage, der Inhalt der laufenden Verhandlungen sei jedoch vertraulich. Der Träger werde seine Pläne dem Gemeinderat während der Klausur im November erläutern. Eines von vielen Themen des dreitägigen Arbeitstreffens.

Im Dorfgemeinschaftshaus in Oppingen findet am Montag eine weitere Bürgerversammlung statt. Von 19 Uhr an können die Besucher die Pläne an den Stellwänden studieren. Um 20 Uhr eröffnen Ortsvorsteherin Brigitte Hof und Bürgermeister Franko Kopp die Versammlung.

Wahl: In der etwa 2000 Einwohner zählenden Gemeinde wird am kommenden Sonntag, 23. Juli, der Bürgermeister gewählt. Die Wahllokale, in Nellingen das Rathaus in Oppingen das Dorfgemeinschaftshaus, sind von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

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