Mit dem Roboter unter die Erde

Die Kieler Firma Ibak stellt Kanalinspektionssysteme her. In ihrer Zweigstelle Süd im Illerrieder Gewerbegebiet ist man für den Kundenservice zuständig.

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Sieht aus wie ein Spielzeug, ist aber eine Kamera für Kanalrohre: Zweigstellenleiter Werner Heumann erklärt die Inspektionsanlage. Foto: Adrienne Bilitza

Zuerst piepst es, dann erscheint die Ansicht der Hofeinfahrt auf den vier Bildschirmen im Inneren des weißen Lieferwagens. Wenn Werner Heumann einen der beiden Joysticks bewegt, verändert sich das Bild. Wirft man einen Blick aus dem Heck des Wagens hinaus, sieht man, wie die Kamera ihren Kopf bewegt, ganz wie ein kleiner Roboter.

Was klingt wie der Testversuch eines Computerspiels oder die neueste Überwachungsmethode, ist Heumanns tägliches Geschäft: Er ist Gebietsverkaufsleiter der Zweigstelle Süd der Firma Ibak. Das Unternehmen, 1945 in Kiel gegründet, stellt Kanalinspektionssysteme her und vertreibt diese in die ganze Welt. Über 270 Mitarbeiter beschäftigt die Firma in ihrem Hauptsitz in Kiel und in den Zweigstellen in Krefeld, Osnabrück und Illerrieden. Hier, im beschaulichen Gewerbegebiet im Grünen, kümmern sich seit 2005 sieben Mitarbeiter um Kundenservice und Reparaturen. "Unsere Kunden aus Süddeutschland und Österreich kommen zu uns, wenn irgendetwas an ihren Geräten defekt ist", erklärt Heumann. Dazu gehören Kanalreinigungsfirmen und die Tiefbauämter fast aller großen Städte im Süden. "Ulm, Stuttgart, München, Mannheim, Kaiserslautern, Ludwigshafen", zählt Heumann auf.

Wo genau werden die Inspektionssysteme eingesetzt? "Unsere Kameratechnik wird für nichtbegehbare Bereiche verwendet, überall dort, wo Wasser durch Rohre fließt", erklärt der Geschäftsführer. Deshalb sei es natürlich besonders wichtig, dass die Geräte wasserfest sind. Die länglichen Kameras sind mit einem Licht ausgestattet und haben kleine Rollen, damit sie problemlos in die Schächte hinuntergelassen werden können. Unter der Erde zeichnen sie den Zustand der Rohre auf, ob sie kaputt, brüchig, verstopft oder schmutzig sind. Bewegung und Richtung der Kamera werden mit den Joysticks gesteuert. Die übermittelten Daten sind auf den Monitoren im Lieferwagen zu sehen.

"Die Autos werden komplett ausgerüstet mit Inspektionsanlage, Computer und Kamera verkauft", sagt Heumann. Zur richtigen Bedienung erhält der Kunde eine Schulung. "Wir sind nur die Hersteller, nicht die Dienstleister", erklärt der Geschäftsführer und zieht den Joystick nach oben. Es piepst, die Kamera senkt ihren kleinen runden Kopf. Der Bildschirm erlischt. Vorführung beendet.

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