Menschenbilder

Menschen und Tiere in leuchtenden Stimmungen. Darum geht es dem Laichinger Kunstlehrer und Maler Rudolf Kosow. Er stellt seine neuen Werke "Menschenbilder" in der Sparkasse aus.

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Maler Rudolf Kosov zusammen mit Theaterpädagogin Silke Dangelmaier bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Sabine Graser-Kühnle

Auf den ersten Blick sind es die Beziehungen zwischen Mensch und Tier, die der Maler Rudolf Kosow in den Bildmotiven seiner neuen Ausstellung "Menschenbilder" festhält. Nur auf den ersten Blick. Denn tatsächlich sind es die feinen Stimmungen, die das Auge bannen. Bisher hat der aus Kasachstan stammende Laichinger Maler Emotionen durch naturalistische Menschenportraits dargestellt. Nun lösen sie mehr durch die Beziehung zu ihrem Umfeld - zu Tieren und zum Raum, in dem sie sich befinden, besondere Stimmungen aus. Durch den gezielten Einsatz von Licht und Kontrasten, von verzerrten Perspektiven und Gegensätzen.

Entgegen der von Kosow bisher favorisierten Technik, Ölfarbe dick aufzutragen, trägt er nun feine Farbschichten wieder ab und erzielt damit leuchtende Effekte. Oder er belässt gar die weiße Grundierung und setzt sie in Kontrast zu dunklen, kräftigen Hintergründen und Schlagschatten. So erreicht er eine stimmungsvolle Beleuchtungssituation, die mal mehr die Atmosphäre, mal mehr den Bildgegenstand in den Mittelpunkt rückt.

Dabei belässt es Rudolf Kosow nicht bei den rein malerischen Mitteln. Er erzeugt auch Stimmungen, indem er als Basis für seine Arbeiten Fotografien aus dem frühen 20. Jahrhundert digital erfasst und als Collage digital bearbeitet. Menschen werden aus ihrem ursprünglichen Umfeld des Fotos heraus gerissen und in eine neuen Umgebung platziert und in eine ungewohnte Beziehung gesetzt. Und zwar zu Tieren. Die Kleidung der Figuren von damals lassen Kosows Werke verklärt wirken. Ebenso die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier, die offenbar wird. "Auch Tiere haben etwas Menschliches", erklärt der Kunstlehrer des Laichinger Gymnasiums.

Wie in Rudolf Kosows früheren Portraits und Stillleben wird auch in seinen neuen Werken die russische Malerschule sichtbar: figurativ und wirklichkeitsgetreu von den Proportionen bis zum Faltenwurf der Kleidung. Dennoch gönnt er sich Freiheiten, nutzt beispielsweise die Perspektive auch, um die Wirklichkeit zu verzerren, verwischt auch mal ein Gesicht oder überzieht es mit einem übernatürlichen Leuchten. So kann der Betrachter oftmals die Bildaussage nicht klar erfassen. Der Zauber erzeugter Stimmungen überwiegt.

Die Ausstellung in den Räumen der Laichinger Sparkasse wurde am Dienstag feierlich mit einer Percussion- und Stepperformance von Mitgliedern des Vereins Kunst und Kultur in L.A. sowie einleitenden Worten der Theaterpädagogin Silke Dangelmaier eröffnet. Die Werke bleiben bis 22. November ausgestellt.

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