Mehrgenerationenhaus Langenau wirbt um dauerhafte Finanzierung

Im Mehrgenerationenhaus Langenau treffen sich Jung und Alt, ob zur Hausaufgabenhilfe, zum PC-Kurs oder zum Ausflug. Weil die Einrichtung stets kurzfristig finanziert wird, fürchtet das Haus um seine Existenz.

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Diskutieren über die Zukunft des Mehrgenerationenhauses (von links): Mitarbeiterin Alexandra Will, Abgeordneter Josef Rief, Leiter Georg Auweder, Abgeordnete Ronja Schmitt und Udo Zellmer vom Diakonieverband.  Foto: 

Das Bundesfamilienministerium hat die MGH im Jahr 2008 als Begegnungsstätten entwickelt. Hausaufgabenbetreuung für Schülerinnen und Schüler, einmal die Woche ein offener Mittagstisch und PC-Kurse für Senioren sind nur einige Angebote in Langenau, wo man von der ersten Stunde mit dabei war.

Seit dem Haushaltsjahr 2014 hat der Bund die Förderperiode für die MGH und damit deren Finanzierung überall in Deutschland immer nur auf ein Jahr angesetzt, ohne nach 2008 und 2012 eine dritte Förderperiode auszurufen. Für Auweder eine jährliche Zitterpartie, weil keine langfristige Finanzierung besteht und damit die Existenz seines Hauses stets aufs Neue auf der Kippe steht. "Das ist wie ein Fußballspiel, das ständig in die Verlängerung geht", sagte Auweder gestern. Am Ende einer jeden Verlängerung hoffe man, nicht zu verlieren.

"Es ist politischer Wille, dass es zu einer Verstetigung kommt", antwortete Josef Rief, Abgeordneter des Wahlkreises Biberach. Darin sei man sich im Parlament auch mit der Opposition einig. "Ich kann Ihnen da also ein bisschen die Angst nehmen", sagte Rief, Mitglied im Familienausschuss des Bundestags und Berichterstatter für die MGH. Ronja Schmitt, Abgeordnete für den Wahlkreis Ulm, pflichtete Rief bei. Allerdings müssten zuvor die Kompetenzen und die Finanzbeziehung zwischen Bund und Ländern sauber geklärt werden.

Einen Zeitrahmen, wann eine Verstetigung kommen könnte, nannte keiner der Abgeordneten. Bis 2019 jedoch müssen die Finanzbeziehungen zwischen Ländern und Bund neu geregelt sein. Die Bundesregierung möchte das Thema noch 2015 abschließen. Eine Einigung der Ministerpräsidenten steht jedoch in einigen Fragen, darunter der Solidarpakt und der Länderfinanzausgleich, noch aus.

Udo Zellmer vom Diakonieverband Ulm/Alb-Donau, der mit dem Oberlin in Ulm Kooperationspartner des MGH Langenau ist, pochte gegenüber Rief und Schmitt darauf, die Förderbeiträge wieder zu erhöhen. Der Bund zahlte in der ersten Förderphase (2008 bis 2011) noch 40.000 Euro, doch schon in der zweiten Phase (2012 bis 2013) musste der Verwaltungsverband Langenau als Träger der Einrichtung einen Eigenanteil von 10.000 Euro aufbringen. Rief deutete an, dass der Bund womöglich wieder den ursprünglichen Betrag zahlt, nannte aber den Rechnungshof als Hindernis.

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