Mehr als 4500 Besucher bei Weißenhorner Kulturnacht

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Es ist nachts halb elf auf dem Weißenhorner Schlossplatz. In den Straßen und beleuchteten Gebäuden sind Besucher unterwegs. Der Nieselregen, der eine Stunde zuvor eingesetzt hat, ist wieder vorbei. Vom Hauptplatz hallen E-Gitarren-Akkorde herüber. Dort beginnen die Partyrocker „Run for Cover“ ihren Auftritt. Einer der Kulturnacht-Besucher ist Karl Hirschberger, ehemals Rektor der Grundschule. „Man macht sich sein Programm, aber man schafft gar nicht alles anzuschauen“, sagt er.

Mit 70 Gruppen und Einzelkünstlern an 39 Veranstaltungsorten ist die achte Weißenhorner Kulturnacht so groß wie noch nie. Auch die Besucherzahlen dürften nach Ansicht von Volker Drastik, dem Leiter des Kulturbüros, einen neuen Spitzenwert erreicht haben. „4500 Besucher wie bisher, eher mehr“, schätzt er.

Vor allem im Zentrum der Stadt ist einiges los. Im Treppenhaus zeigen Damaris Mirjam Dussler und Wolfgang Ihle Naturschmuck  und große Acrylgemälde. Im Trauzimmer spielt das Gitarrenduo „Keller und Wenger“. Und im Ratssaal rockt die Gruppe „Firebound“.

Für elf Kinder steht dagegen ein anderes Abenteuer bevor: Sie dürfen bei einer „Taschenlampenführung“ im Museum dabei sei. Mit Leuchten ausgestattet, geht es im verdunkelten Gebäude die knarzigen Dielen entlang. Bis zur gruseligen Tonmaske der Funkenfeuerhexe von 1920. Zwei kleinere Kinder entschließen sich hier, die Führung abzubrechen. Nicht zu sehen bekommt die Gruppe leider das Museumsgespenst. Dieses war – wenn auch nur geflüstert – eigentlich angekündigt worden. „Es hat wohl Angst bekommen“, sagt Museumsleiter Matthias Kunze.

Ausdauer und Talent bewiesen vor allem die vielen jungen Künstler. In der historischen Schranne spielen Schüler Werke von Klassik bis Moderne. Musiker zwischen 12 und 17 Jahren von der „Junior-Jazz-Combo“ absolvieren hier ihre ersten Auftritte. Und in den Gassen nebenan greifen Nachwuchsbands für Rock-, und Popstücke in die Saiten, wie die Ulmer „InStereo“, die mit ihrer Spielfreude das Publikum in der Anziehbar begeistern.

In den vergangenen Wochen waren es jedoch weniger die musischen Klänge aus dem Ratssaal, die für Kontroversen gesorgt haben. Das von der Stadt kurzfristig ausgerufene Schnapsverbot für die Kulturnacht ist bei manchen nicht gut angekommen. Die Weißenhorner Spirituosen-Brennerei „Birkle‘s Tröpfle“ standen gar vor dem Problem, ihr Hauptprodukt gar nicht mehr anbieten zu können. „Wir haben extra Cocktails entworfen, mit 15 Prozent“, sagt Lisa Boncol vom „Tröpfle“-Verkaufsstand. Zum Beispiel den „Prinz von Weißenhorn“ mit Williamsschnaps, Birnensaft, Zitrone und Vanille.

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