Machtolsheim für Trägerwechsel

Der Machtolsheimer Kindergarten soll nach dem Votum des Ortschaftsrats in die Trägerschaft des Diakonieverband Ulm/Alb-Donau übergehen.

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Mit den Gegenstimmen von Gottfried Lang und Roland Autenrieth hat sich der Ortschaftsrat am Dienstag dafür ausgesprochen, dass der Träger des örtlichen Kindergartens künftig der Diakonieverband Ulm/Alb-Donau sein soll. Der bisherige Träger, die evangelische Pfarrgemeinde Machtolsheim, hat dies bereits im vorigen Jahr so gewünscht (wir berichteten mehrfach). Betroffen ist außerdem der Suppinger Kindergarten, der unter derselben Trägerschaft betrieben wird. Die Entscheidung dort wird in der Ortschaftsratssitzung am 9. Oktober fallen.

Nachdem das Thema seit über einem Jahr immer wieder im Ortschafts- und Kirchengemeinderat sowie im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung auch von den Bürgern diskutiert wurde, hielt sich die Debatte in der Sitzung am Dienstag in Grenzen. Machtolsheimer Eltern tangiert dieses Thema, das in den Ratssitzungen strittig diskutiert wurde, offensichtlich nicht sonderlich. Nicht eine Mutter oder ein Vater verfolgten den Entscheidungsprozess. Ortschaftsrat Reiner Häberle: "Das Hauptproblem der Eltern ist es, dass die Erzieherinnen im Machtolsheimer Kindergarten nicht miteinander klar kommen." Er könnte sich vorstellen, dass die Stadt als möglicher Träger höheren Einfluss auf die Personalsituation habe und daher eher "Ruhe reinbringen" können, als der Diakonieverband. Bürgermeister Klaus Kaufmann hielt jedoch dagegen: "Auch wenn wir nicht Träger sind, haben wir doch gewisse Einflussmöglichkeiten." Auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE erklärte der Bürgermeister: "Als Vertragspartner haben wir bei Bedarf stets die Möglichkeit, mit dem Betreiber so gut wie alles abzustimmen."

Die zuvor in der Sitzung gesammelten Meinungen fasste Ortsvorsteher Tobias Erz zusammen: "Wir haben keine anderen Argumente, als die schon vielfach diskutierten gehört." So war Roland Autenrieth davon überzeugt, "wer bezahlt, soll auch Träger sein". Dies sei die Stadt. Bei einer Übergabe an den Diakonieverband sieht er weitere Unruhen im Kindergarten voraus, weil die Machtolsheimer Pfarrstelle wohl noch, wie am Sonntag vom Kirchengemeinderat bekanntgemacht wurde, für längere Zeit vakant bleibe. Bernd Hermeth vertrat dagegen den Standpunkt, der Mehrheitsbeschluss im Kirchengemeinderat für eine Übergabe der Trägerschaft an den Diakonieverband müsse wegweisend sein für das Votum des Ortschaftsrates.

Dass es gar nicht die große Frage sei , ob der Diakonieverband oder die Stadt die Trägerschaft übernehme, dieser Meinung war Reiner Fink: "Ich denke, wir am Tisch sind uns einig, dass der Kindergarten bei beiden Trägern gut aufgehoben wäre, die Unterschiede sind doch äußerst gering." Er verspricht sich vom Diakonieverband aber "Impulse für die Stadt als Träger ihrer Einrichtungen". Den Einwand Autenrieths, die Feldstetter überlegten sich einen Trägerwechsel ihres Kindergartens auf die Stadt, ließ Fink nicht gelten. "Im dort zuständigen Kirchenbezirk Münsingen fehlt es an der Alternative eines Diakonieverbands, der Verwaltungsaufgaben für die Pfarrgemeinden übernimmt." Hilfreich für die Entscheidungsfindung war für die Ratsmitglieder die Tatsache, dass der Diakonieverband im Vertrag eine kurze Kündigungsfrist vorgesehen hat. "So können wir, sollte es zu Unzufriedenheiten kommen, problemlos wieder aussteigen", meinte Erz.

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