Evangelische Kirchengemeinde Seißen hat einen „Escape-Room“

Die Evangelische Kirchengemeinde Seißen hat im Pfarrhaus einen „Escape-Room“ eingerichtet. Erst mit den richtigen Lösungen geht’s wieder heraus.

|
Jugendliche suchen in der Turmstube die Lösungen.  Foto: 

Unterm Dach des 350 Jahre alten Pfarrhauses in Seißen sieht es derzeit aus wie in Luthers Turmstube auf der Wartburg. Mitarbeiter der Kirchengemeinde Seißen machten aus Luthers Stube einen Escape-Room. Wer drinnen ist, muss Rätsel lösen, um wieder rauszukommen. „Das ist richtig cool gemacht hier“, meint Kilian aus der sechsten Klasse. Eine Gruppe von Schülern der Evangelischen Firstwaldschule Mössingen befindet sich im Escape-Room. Während ihrer Projektwoche zur Reformation verbringen sie einen Tag in Blaubeuren. Neben Kloster und Blautopf steht der besondere Raum in Seißen auf dem Programm. Es gilt, eine Reihe von Rätseln zu lösen, um das Geheimnis der Lutherstube zu lüften.

Mit Logik, Kombinationsgabe, Fingerspitzengefühl, etwas Glück und ohne Latinum sei das zu schaffen, meint Ortspfarrer Jochen Schäffler. Ein virtuelles Spiel in die Realität umzusetzen, diese Idee stammt ursprünglich aus dem Baltikum. Es gibt zum Aufbau solcher Räume, in denen eine eingeschlossene Gruppe Aufgaben lösen muss, um wieder heraus zu kommen, sogar ganze Bücher. „Escape“ heißt entkommen.

In Seißen kam einer Jugendmitarbeiterin so ein Buch in die Finger. Das habe sie und weitere Jungscharmitarbeiter aus der Kirchengemeinde animiert, selber so einen Raum einzurichten, erzählt Schäffler. „Aus dem Buch haben wir aber keine Idee verwendet, unsere Ideen sind viel besser“, meint der Jugendpfarrer des Evangelischen Kirchenbezirks Blaubeuren. Jungscharen, Konfirmandengruppen, Familien- und Freundeskreise oder Schüler haben den Raum schon gebucht. Die Teilnehmenden müssen Rätselstränge lösen. Eine gelöste Aufgabe führt zur nächsten, bis die Gruppe irgendwann am Ziel ist. Es gilt Buchstaben-Codes zu knacken, Nummernschlösser zu öffnen oder Fragen mit Hintersinn zu lösen. Wenn eine Gruppe nicht weiter kommt, kann sie als Hilferuf eine Glocke läuten. Dann erhält sie einen Tipp.

Nichts verraten

Zwei Regeln gelten: Alles funktioniert ohne Gewalt, und: Wer das Geheimnis gelöst hat, erzählt es nicht weiter. Deshalb wird nur so viel verraten: Es gilt, den wertvollsten Gegenstand aus der Lutherzeit zu finden. Der Raum ist liebevoll als Museum hergerichtet. Es sind Schilder angebracht, die über Martin Luther oder die Reformation aufklären: „Für Luther-Kenner hat das auch einen Mehrwert“, ist sich Schäffler sicher. Manches geschieht mit Augenzwinkern. Etwa wenn der aufgehängte Hammer derjenige sein soll, mit dem Luther die Thesen angeschlagen hat. Oder wenn die Original-Socke, die Luther auf dem Reichstag zu Worms getragen hat, in der Stube aufgehängt sein soll.

Die Mössinger Schüler knacken ein Rätsel nach dem anderen. Nur einmal ertönt die Glocke. Am Ende finden sie den wichtigen Gegenstand und als Belohnung liegen noch ein paar Süßigkeiten dabei. „Am tollsten war das mit dem unsichtbaren Stift und dem Schwarzlicht“, meint die 15-jährige Lara. „Da wächst man richtig als Gemeinschaft zusammen“, findet die 13-jährige Lilli.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kritik an Plänen für den Ulmer Bahnhofplatz

Was die Ulmer Stadtverwaltung am Bahnhofplatz vorhat, gefällt nicht allen Stadträten. Kritik ernten vor allem das Dach und die Haltestellen. weiter lesen