Maden fallen aus der Decke der Gemeinschaftsschule Lonetal

Während des Unterrichts an der Gemeinschaftsschule Lonetal fallen mehrere der Tiere auf den Boden. Kammerjäger und Zimmerer betreiben nun Ursachenforschung.

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Ein Screenshot des Schülervideos zeigt eine Made im Klassenzimmer.  Foto: 

Bäh, eine Made! Und wo ist die andere?“, ruft ein Junge, „mach’ Videos“, sagt ein anderer, während das kleine weiße Tierchen über den Holzboden des Klassenzimmers robbt und dabei von mehreren Smartphone-Kameras gefilmt wird. Die Stimmen stammen aus einem Video, das vergangene Woche in einem Klassenzimmer der 7. Klasse der Gemeinschaftsschule Lonetal in Lonsee aufgezeichnet wurde. Kurz zuvor waren mehrere Maden von der Zimmerdecke  auf den Boden heruntergefallen. So erzählt es auch die Mutter eines Lonetal-Schülers, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Der Vorfall habe sich bereits vergangenen Mittwoch ereignet.

Die Lehrer informierten vergangene Woche Rektorin Claudia Boß, die sich während des Vorfalls nicht an der Schule befand. Sie wiederum ordnete an, die Schüler aus dem Klassenraum in der benachbarten Grundschule – wegen Raumnot werden zwei Klassen dort unterrichtet – in einem anderen Raum im eigentlichen Schulhaus nebenan unterzubringen, danach informierte sie das Rathaus. Mittlerweile hat sich der Madenbefall im Grundschulgebäude ausgedehnt, weitere Räume sind betroffen. Seit dem Vorfall findet in den Zimmern kein Unterricht mehr statt, sagte Boß am Dienstag auf Nachfrage. „Wir müssen ein bisschen hin und her hopsen.“ Ausgewichen wird ins Lernbüro oder in naturwissenschaftliche Räume.

Die Schüler gehen unterschiedlich mit dem Vorfall um. Einige fänden es lustig, andere empfänden Ekel, wieder andere filmten das Geschehen, sagte Boß. „Wichtig ist: Man hat reagiert.“

Ende vergangener Woche schaltete sich auch die Gemeinde ein. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagte Bürgermeister Jochen Ogger am Dienstag. Ein Schädlingsbekämpfer aus Ulm soll sich dem Madenbefall nun annehmen. Der allerdings kann, wie Ogger selbst, derzeit nur mutmaßen, ob in den Zwischenräumen in den Zimmern direkt unter dem Dach – die Decke in den Klassenräumen ist abgehängt – irgendwo ein Tier verwest. „Vielleicht eine tote Maus oder was auch immer“, sagte Ogger. Sicher scheint derzeit jedenfalls, dass die Maden nicht aus dem Holz stammten.

Um dem Schädlingsbekämpfer den Weg zur Nahrungsquelle der Maden freizulegen, soll die Zwischendecke von Mitarbeitern des Bauhofs oder eines Zimmereibetriebs entfernt werden. Außerdem will man dabei nach etwaigen Öffnungen Ausschau halten, die ins Innere führen, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden. Laut Ogger stammt der Bau aus den 90er Jahren, Boß schätzt das Gebäude älter. Im Sekretariat der Grundschule war Dienstagnachmittag für Nachfragen niemand mehr zu erreichen.

Taubenproblem als Ursache?

Die Arbeiten sollen laut Ogger spätestens in den Pfingstferien beginnen. Aus Sicht der Schulleitung scheint auch ein Termin in den nächsten Tagen möglich. „Uns ist natürlich daran gelegen, dass da schnell was passiert“, sagte Boß. Die Räume seien ja leer.

Die Mutter, die von dem Vorfall berichtete, nannte die vielen Tauben, die rund um den Schulstandort in Lonsee leben, als mögliche Ursache. Vielleicht war eines der Tiere ins Innere geflogen und verendet. Allerdings soll keinem der Schüler Verwesungsgestank aufgefallen sein, der Rektorin ebenfalls nicht.

Auch Ogger nennt das „massive Taubenproblem“ als eine mögliche Ursache. „Wir sind gerade dabei, eine Lösung dafür zu finden.“ Konkrete Ideen hat man aber offenbar noch nicht. Dort oben sei es schwierig, eine zufriedenstellende Lösung habe man noch nicht gefunden.

Fliegenmaden Die kleinen, weißen Tierchen laben sich an Tierkadavern, etwa einer toten Maus, über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen, je nach Witterung. Eine Fliege legt am Kadaver etwa 900 Eier ab, je nach vorherrschender Temperatur entwickeln die sich binnen Stunden oder zwei bis drei Tagen zu Maden. Sobald die Nahrungsquelle aufgebraucht ist, suchen sich die Tiere eine neue Nahrungsquelle oder einen Platz für die Metamorphose.

Mottenmaden Anders als Fliegenmaden ernähren sich diese Larven nicht von Kadavern, vielmehr von Textilien oder Lebensmitteln. Ihre Körper sind größer als die von Fliegenmaden und an einem bräunlichen Kopf erkennbar.

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Kommentare

26.05.2017 19:20 Uhr

Oh weia oweia

Weis das die Angela schon ?

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