Lonsee stellt Sperrmüllabfuhr auf Abrufsystem um

Die Gemeinde Lonsee hat die Sperrmüllabfuhr neu geregelt. Von 2018 an müssen Haushalte die Abholung eigens beauftragen.

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Vom 1. Januar an stellt Lonsee die Sperrmüllabfuhr von einem zentralen Abholtag auf ein Abholsystem auf Abruf um. Der Beschluss fiel mit zwei Gegenstimmen von Simon Müller und Karlheinz Staib (beide CDU). Grund für die Umstellung waren Probleme mit dem zentralen Abholtag einmal im Jahr. So waren etwa im Ortsteil Urspring und andernorts vermehrt Kleintransporter mit zum Teil ausländischen Kennzeichen immer dann unterwegs, sobald der Termin näher rückte und die Einwohner ihren Sperrmüll an den Straßen zur Abholung abstellten. Die Fahrer fuhren durch die Straße, luden manchen Sperrmüll ein und nicht selten an Ort und Stelle anderen Sperrmüll oder Müll wieder aus, um Platz im Wagen zu schaffen, wie Ursprings Ortsvorsteherin Birgit Fetzer bereits vor der Sommerpause sagte. Nachdem die beauftragte Firma am Abholtag den Sperrmüll mitnahm, blieb stellenweise Müll zurück, für den sich niemand verantwortlich fühlte. Der Bauhof musste aufräumen.

Man wolle deshalb noch einmal versuchen, „Sperrmülltourismus“ zu vermeiden, sagte Bürgermeister Jochen Ogger in der Sitzung. Laut Kämmerer Alexander Keller halten sich die Kosten für das neue System, das nun zwei Jahre lang getestet werden soll, in Grenzen: Die Verwaltung rechnet jährlich mit 2200 Euro zusätzlich  für die Gemeinde.

„Sehr optimistisch“

Allerdings basiert die Rechnung auf der Annahme, dass sich mit dem neuen Abholsystem auf Abruf die Sperrmüllmenge in der Gemeine deutlich reduziert: von bislang 40 Tonnen im Jahr auf künftig 15 Tonnen. Sollte der Rückgang nicht eintreten, beliefen sich die Mehrkosten auf gut 4000 Euro.

Die Annahme einer reduzierten Müllmenge beruht laut Keller auf Prognosen, nicht auf Erfahrungswerten, wie er auf Nachfrage von Karlheinz Staib sagte. Die Gemeindeverwaltung rechnet damit, dass künftig mehr Bürger ihren Sperrmüll direkt zum Recyclinghof bringen werden. Staib: „Die Müllmenge ist sehr optimistisch.“ Eberhard Lenz (Bürgerliste) schlug zudem vor, die Sammeltage zu reduzieren. Staib stimmte zu, dann liege nicht so oft Müll an den Straßen. „Wir wollen ja weniger Mülltourismus“, sagte Manfred Häberle (CDU).

System Sperrmüll wird bislang einmal im Jahr abgeholt, der Termin wurde im Amtsblatt veröffentlicht. Künftig entfällt dieser Termin, stattdessen erhält jeder Haushalt mit dem Gebührenbescheid im Februar eine Abholkarte. Diese kann an das Müllunternehmen geschickt werden, das dann schriftlich mitteilt, wann geballt Sperrmüll in der Gemeinde abgeholt wird – in aller Regel binnen acht bis neun Wochen. Wird die Frist eingehalten, kommt es im Jahr etwa sechs Mal zu solchen geballten Abholungen. Die Verwaltung hatte zehn Abholungen vorgesehen, die Räte einigten sich schließlich auf sechs. Anwohner bekommen ihren Termin dann schriftlich mitgeteilt und sind angehalten, den Müll frühestens am Vorabend an die Straße zu stellen. Die Menge pro Haushalt und Jahr ist auf drei Kubikmeter begrenzt.

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