Lehner Agrar in Westerstetten baut für fünf Millionen Euro aus

Die Lagerfläche wird mehr als verdoppelt. Das Land fördert die Investition aus dem Programm „Spitze auf dem Land“.

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    Helmut Lehner hat in Westerstetten viel vor. Foto: 
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    Im Gewerbegebiet „Häuslesäcker“ am südlichen Ortsrand von Westerstetten hat sich die Firma Lehner 15 000 Quadratmeter Erweiterungsfläche gesichert. Foto: 
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Spitze auf dem Land“ heißt ein Förderprogramm, mit dem Mittelständler unterstützt werden, „die das Potenzial haben, einen wichtigen Beitrag zur Technologieführerschaft Baden-Württembergs zu leisten“. In diesem Jahr fördert das Ministerium für Ländlichen Raum acht Unternehmen mit insgesamt 2,9 Millionen Euro. Darunter der Agrartechnik-Hersteller Lehner in Westerstetten.

Einen offiziellen Förderbescheid hat Geschäftsführer Helmut Lehner noch nicht. Doch am Montagabend ist der Landtagsabgeordnete Manuel Hagel (CDU) in Westerstetten vorbeigekommen, um die gute Nachricht zu übermitteln. Demnach erhält der Betrieb 400 000 Euro, den höchstmöglichen Förderbetrag. Gestern dann die Pressemitteilung des Ministeriums, in der es heißt: „Bezuschusst werden umfassende Unternehmensinvestitionen in Gebäude, Maschinen und Anlagen zur Entwicklung und wirtschaftlichen Nutzung neuer Dienstleistungen und Produkte.“

Helmut Lehner plant in der Tat eine umfassende Investition. Etwa fünf Millionen Euro werde der Neubau neben dem Firmensitz kosten. Demnach ist am südlichen Ortsrand von Westerstetten auf dem 15 000 Quadratmeter großen Erweiterungsgrundstück ein 55 Meter langer und 50 Meter breiter Neubau für Produktion, Lager und Büros geplant. Der Bauantrag ist genehmigt, „wir stehen in den Startlöchern“, sagt Helmut Lehner. Im Frühjahr soll es losgehen, die Fertigstellung ist für Herbst 2018 geplant.

Das 1956 als Landhandel gegründete Unternehmen ist inzwischen weitgehend auf Streugeräte spezialisiert, die in der Landwirtschaft, im Gartenbau und im Straßendienst zum Einsatz kommen. Konstruiert werden die Geräte in Westerstetten, dort entstehen auch die Prototypen sowie Kleinserien. Die Serienfertigung übernehmen „befreundete Unternehmen“, sagt Helmut Lehner: „Die können das besser.“ Endmontage und Marketing sind dann wieder Aufgaben der Mitarbeiter im Haus.

Marktanteil von 75 Prozent

Bei Streugeräten, die vom zwölf-Volt-Bordnetz eines Traktors oder eines Lastwagens angetrieben werden, sei sein Unternehmen Marktführer in Europa, sagt Helmut Lehner. Das Modell „Super Vario“, mit dem in der Landwirtschaft unter anderem Zwischenfrüchte gesät und Grassamen ausgebracht werden, habe in Deutschland einen Marktanteil von 75 Prozent und in Europa von 40 Prozent. Noch größer sei der Marktanteil bei Geräten für den Winterdienst, die ebenfalls mit Strom betrieben werden. Lehner zufolge deckt sein Unternehmen mit dem Modell „Polaro“ 90 Prozent des europäischen Markts ab.

Mit dem Neubau will Lehner vor allem Platz für die Innovationen schaffen, von denen der Betrieb einige „in der Pipeline“ habe. Als Beispiel nennt der Unternehmer pneumatische Streugeräte für die Landwirtschaft. Dank des Luftdruck lasse sich das Streugut großflächiger und genauer ausbringen als mit herkömmlicher Technik.

Nicht zuletzt wird Lehner die Lagerkapazität des Betriebs mehr als verdoppeln. Zum Neubau gehört ein acht Meter hohes Lager mit 1600 bis 1800 Palettenstellplätzen. Mit dem räumlichen Wachstum dürfte auch die Belegschaft des Betriebs mit aktuell 22 Mitarbeitern wachsen. „Dann brauchen wir auch mehr Leute“, sagt Helmut Lehner. Auf eine Zahl will sich der Unternehmer aber nicht festlegen. „Das wird sich automatisch ergeben.“

Baurecht Der Bebauungsplan „Häusles­äcker 2, dritter Abschnitt“ ist laut dem Westerstetter Bürgermeister Alexander Bourke für die Erweiterung von Lehner Agrar aufgestellt worden und rechtskräftig. Damit ist dieser Teil des Gewerbegebiets in Westerstetten voll. Im nächsten Jahr soll westlich davon das Gebiet „Häuslesäcker 3“ erschlossen werden. Die Nachfrage sei groß, sagt Bourke. „Unser Bestreben ist die gezielte Gewerbeförderung, um Arbeitsplätze im Ort zu schaffen.“

Programm Das Geld für „Spitze auf dem Land“ stammt aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Gefördert werden Betriebe mit weniger als 100 Beschäftigten.

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