Langfristige Zinsbindung ist das A und O

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Zwei Tage nach dem Weltspartag kam die ernüchternde Erkenntnis, dass angesichts niedriger Zinsen über das Sparbuch kein Ertrag zu erwarten ist. Was also tun, wenn man sein Geld – sofern man welches übrig hat – mehren möchte? Eine Frage, die offenbar viele Menschen umtreibt, zumindest war der Saal des Albgasthofs Bären in Bernstadt am Montag bei der Info-Veranstaltung der Raiffeisenbank Niedere Alb bis auf den letzten Platz besetzt.

Zunächst hatte sich Investmentbanker Lothar Kieß („Ich kenne mich aus mit Kies“) zu den Vorzügen des langfristigen Fondssparens eingelassen, während Raiba-Vorstandsmitglied Michael Weidner über die Chancen und Risiken der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank informierte. Zumal von deren Entwicklung Investment-Entscheidungen nicht unwesentlich abhingen, gerade auch im Immobilienbereich. Markus Leibing hält eine Investition in Immobilien immer noch für sinnvoll. Dabei will er nicht verkennen, dass die satten Preissteigerungen durchaus für eine Blase sprechen. „Man kann sagen, dass die Preise schon auf einem ordentlichen Level sind.“ Wenn man in Deutschland eine 125-Quadratmeter-Wohnung kaufe, koste der Quadratmeter durchschnittlich 3000 Euro. „In bester Wohnlage in Söflingen kostet er bereits 4500 Euro, in der Weststadt 3800 Euro“. In Langenau würden 3000 Euro verlangt.

Bei den Mieten sehe es ähnlich aus – „sie sind proportional zu den Kaufpreisen angestiegen“, was Leibing für ein gutes Kaufsignal hält: „Dann macht es immer noch Sinn, eine Immobilie zu kaufen.“ Im Gegensatz zum Durchschnitt in Deutschland (7,38 Euro) liege die Quadratmetermiete in Ulm bei neun Euro und in Langenau bei 8,85 Euro. Zudem profitiere die Region von der wirtschaftlichen Stärke Süddeutschlands. Nicht zuletzt werden Stuttgart 21 und die Schnellbahntrasse ihre Wirkung nicht verfehlen. „Egal, ob ich in Stuttgart-Feuerbach wohne oder in Ulm. Die Region wird deutlich von der Entwicklung profitieren.“

Angesichts des Trends, wegen der Versorgung und der Infrastruktur in die Stadt zu ziehen, sei eine urbane Kapitalanlage aussichtsreich. „Je näher eine Immobilie an der Stadt liegt, desto größer die Chancen, dass der Wert stabil bleibt oder sich erhöht.“ Zumindest seien Immobilien so lange attraktiv, so lange die Zinsen niedrig blieben. Er rechnete vor, dass die Finanzierung einer Drei-Zimmer-Wohnung für 250 000 Euro derzeit bei Zins und Tilgung von je zwei Prozent 833 Euro im Monat kosten würde. Fünf Prozent Zins und zwei Prozent Tilgung würden dagegen rund 1400 Euro verschlingen, was „kein Zuckerschlecken“ und auch nicht „aus der Luft gegriffen“ sei, sondern der lange Durchschnittswert. Deshalb rät Leibing bei einem Immo-Darlehen in der Niedrigzinsphase zu einer längerfristigen Zinsbindung.

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