Langenauer Kinderfest behutsam der Zeit angepasst

Am kommenden Wochenende steigt das Langenauer Kinderfest. Es ist uralt und traditionsreich. Doch im Laufe von Jahrzehnten hat es sich gewandelt.

|

Es ist das Langenauer Fest schlechthin, das sich aus dem im Jahr 1535 erstmals erwähnten „Schulertanz“ entwickelt hat: das Kinderfest. Bis heute ist es der Höhepunkt im jährlichen Festkalender und ein „Muss“ für alteingesessene, zugezogene und ehemalige Langenauer sowie viele Gäste aus der Umgebung. Trotzdem trägt das Kinderfest seinen Namen nach wie vor zu Recht. Seit Jahrzehnten organisiert die Stadt Theater-Aufführungen für alle Kindergarten-Kinder. Laut Kulturamtsleiter Edwin Köperl hat es sich bewährt, die Vorstellungen im katholischen Gemeindehaus oder im Pfleghofsaal am Donnerstag vorm eigentlichen Festtag über die Bühne gehen zu lassen. Dieses Jahr gastiert das Neu-Ulmer Theater „Topolino“.

Die Kindergarten- und Schulkinder haben auch am Samstag großen Spaß im riesigen Spielepark. Seit 16 Jahren macht das Freiburger Spielmobil mit vielen Mitmach-Aktionen Station beim Kinderfest. Hier dürfen die Kinder ihrer Kreativität und ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Eltern und Vereine helfen beim Betreuen der Spiele. Den Kletterbaum, der einst als Hauptattraktion mitten auf dem Platz stand, gibt es dagegen schon lange nicht mehr. „Immer weniger Kinder schafften es bis ganz rauf“, sagt Edwin Köperl. Er legt Wert darauf, den traditionellen Charakter des Fests zu erhalten und es, wenn nötig, „behutsam der Zeit anzupassen“.

Von seinen Anfängen bis ins 20. Jahrhundert lag der „Schulertanz“ um Pfingsten herum. Erst 1952 wurde er – „in der Hoffnung auf besseres Wetter“ – auf Juli verschoben, wie der Historiker Uwe Schmidt in seiner „Geschichte der Stadt Langenau“ schreibt. „Allmählich wurde auch der Sonntag zum Festtag ausgebaut“, erklärt Köperl.

Während an beiden Tagen Blas- und Volksmusik auf dem Festplatz dominieren, gibt es seit etlichen Jahren eine zweite Bühne. Dafür hat Köperl diesmal das „Ottoman Empire Soundsystem“ verpflichtet. Die Band spielt am Samstag etwa ab 21 Uhr. Die fünf Musiker aus fünf Nationen und drei Religionen mixen einen „bunten Cocktail aus Reggae, Latin, Ska, Hip Hop, Oriental und Weltmusik mit Texten in verschiedenen Sprachen“, sagt Köperl. Das passe zum diesjährigen Umzugsmotto „Langenau – vielfältig und bunt“.

Der Umzug der Kinder als Höhepunkt und der (heute ökumenische) Gottesdienst gehören zu den Konstanten der jahrhundertealten Tradition. „Am Morgen des Festtags sammelten sich die Kinder vor dem Schulhaus an der Ach und marschierten mit Musik zur Kirche“, heißt es bei Uwe Schmidt. Nach dem Gottesdienst  zogen die Schüler mit geschmückten Birkenzweigen zum Festplatz am Burghof, wo sie Tänze aufführten. Auch heute noch gibt es nach dem Umzug verschiedene Darbietungen auf dem Jahnplatz.

Zuvor, um 15 Uhr, hält der Bürgermeister dort eine kurze Ansprache. Die ist ebenfalls fester Bestandteil und in diesem Jahr erstmals Aufgabe von Daniel Salemi.

Festzug, Spielenachmittag, Frühschoppen

Programm Das Langenauer Kinderfest beginnt am Samstag, 23. Juli, um 10 Uhr mit einem ökumenischen Schülergottesdienst in der katholischen Kirche Mater Dolorosa. Ein Festzug startet um 13.30 Uhr in der Freistegstraße und bewegt sich über die Hindenburg- und Lange Straße mit Kehrtwende beim Landhandel Schwarz zum Reutte-Festplatz. Ein Spielnachmittag beginnt um 14.15 Uhr. Zur Unterhaltung der Erwachsenen spielen ab 15 Uhr die Stadtkapelle und ab 20 Uhr die „Besenkracher“. Auf der hinteren Bühne tritt gegen 21 Uhr die Band „Ottoman Empire Soundsystem“ auf. Zu einem Frühschoppen am Sonntag steuert die Blaskapelle „Musikantenfreu(n)de“ die Musik bei, gegen 15 Uhr übernehmen die „Schwäble“, und zum Ausklang ab 18 Uhr spielt nochmals die Stadtkapelle. hib

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Nach tödlichem Unfall bei Aufhausen: Ermittler suchen weitere Zeugen

Nach dem schweren Verkehrsunfall vergangenen Woche, bei dem ein 28-Jähriger zwischen Aufhausen und Königsbronn ums Leben kam, sucht die Polizei weiter Zeugen. weiter lesen