Langenau droht der Alxit

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Großbritannien steigt aus der EU aus. Katalonien will weg von Spanien.  Die Stadt Neu Ulm strebt eine Loslösung vom Landkreis an. Und jetzt auch noch Albeck. Albeck will weg von Langenau.

Hans-Jürgen Dauner überraschte in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats seine Ratskolleginnen und -kollegen mit dem Antrag, Albeck – 1972 in die Stadt Langenau eingemeindet –  wieder auszugliedern und als selbstständige Gemeinde zu installieren. Erfolgreich war er damit nicht: Hans-Jürgen Dauner zog den Antrag wieder zurück, nachdem Ortsvorsteher Walter Wiedenmann ihn überzeugt hatte, dass ein solches Ansinnen kaum umsetzbar und für Albeck schädlich wäre.

Nicht nur Dauner war darüber verärgert – auch weitere Ratsmitglieder waren enttäuscht, sie hätten den Antrag vielleicht unterstützt. Die Begründung der Alxit-Fraktion erinnert an andere Exit-Bewegungen und lässt sich unter Stichworten wie Fremdbestimmung und Informationsdefizit zusammenfassen: Im Schotterwerk Albeck soll ein von den Firmen Eckle GmbH und Recycling Plus GmbH geplanter Recycling-Park zur Wiederaufbereitung gebrauchter Baumaterialien entstehen, für den ein Bebauungsplan notwendig ist. Während die Ortschaftsräte von Albeck, Göttingen und Hörvelsingen sich dagegen entschieden, stimmte der Langenauer Gemeinderat der Aufstellung zu (wir berichteten).

„Wir sind getäuscht worden“, sagte Dauner und wies auf unterschiedliche Zahlen hinsichtlich vermehrten Lkw-Verkehrs in Albeck und damit zusammenhängender Belastungen von Lärm und Staub. „Die Ortschaftsräte in den Stadtteilen haben über was anderes abgestimmt als die Langenauer Stadträte“, führte Ortschaftsrat Jörg Thierer aus, der zugleich Stadtrat ist. Er hob auf einen Bebauungsplan ab, über den die Ortschaftsräte abstimmten – während es für die Langenauer Stadträte um einen „projektbezogenen Bebauungsplan“ gegangen sei, was Thierer als „geschickten Schachzug“ der Antragsteller bezeichnete.

„Unter solchen Umständen muss ich mir überlegen, ob mir meine Zeit im Ortschaftsrat mitzuarbeiten, doch nicht zu schade ist“, gab Albecks Rat Ralf Wuchenauer zu bedenken. Ortsvorsteher Walter Wiedenmann versuchte die Wogen zu glätten. Das Verfahren für den projektbezogenen Bebauungsplan sei in Gang gebracht und könne auch im Albecker Ortschaftsrat noch wiederholt diskutiert und korrigiert werden: „Wir können darauf Einfluss nehmen.“ 

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