Ladestationen-Netz hat noch ordentliche Lücken

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„Das Thema hat an Fahrt aufgenommen“, sagte Wolfgang Koller. Dieses sprachliche Bild nutzte der Leiter des Fachdienstes Ländlicher Raum und Kreisentwicklung des Alb-Donau-Kreises ganz bewusst. Koller berichtete im Verwaltungsausschuss des Kreistags  über den Stand der E-Mobilität im Kreis. Und er stellte klar, dass es „mit Fahrt aufnehmen“ nicht getan sei, vielmehr müsse deutlich mehr Tempo rein: „Ein Netz ist noch nicht wirklich aufgebaut.“ Für die nötige Infrastruktur, also Ladestellen für E-Autos und E-Bikes, muss noch deutlich mehr getan werden.

Im Alb-Donau-Kreis gibt es derzeit 41 Ladestellen für E-Bikes und Pedelecs, für E-Autos sind es 31. Geplant seien weitere 18 für E-Bikes, 30 für Autos. „Für den ländlich strukturierten Alb-Donau-Kreis kann dies erst der Anfang sein.“ Ziel müsse sein, ein flächendeckendes Netz an Ladestationen aufzubauen. Die Kreisverwaltung habe die Kommunen über die Fördermöglichkeiten informiert.

Der Kreis selbst hat beim Landratsamt an der Ecke Schillerstraße/Hauffstraße in Ulm eine Ladesäule für E-Autos eingerichtet, die 24 Stunden zugänglich ist. Außerdem seien in Zusammenarbeit mit den OEW weitere sieben Ladestellen an kreiseigenen Gebäuden geplant, unter anderem bei der Außenstelle des Landratsamtes in Ehingen, den Gesundheitszentren in Langenau und Blau­beuren sowie an den Seniorenzentren in Erbach und Blaustein.

Genutzt werden diese dann von den Inhabern der 153 im Alb-Donau-Kreis zugelassenen Elektro-Fahrzeuge, weitere 45 sind mit Hybridantrieb unterwegs. Mit Verbrennungsmotor sind es übrigens 116 972. Auch die Kreisverwaltung hat in ihrem Pool bereits zwei E-Autos, zwei weitere folgen diesen Monat, ein fünftes ist bereits bestellt und wird Anfang nächsten Jahres ausgeliefert. Dann fährt ein Drittel der Dienstfahrzeuge mit Strom. Die Reichweiten werden immer besser: Sind es bei der älteren Generation rund 150 Kilometer, reicht es bei der jüngeren schon an die 500.

Fachdienstleiter Koller wies darauf hin, dass Pedelecs und E-Bikes auch im Tourismus immer wichtiger werden. Vor allem entlang der Fernradwege fahren Urlauber gerne mit elektrischer Unterstützung. Der Alb-Donau-Kreis hat drei Radtouren für E-Bikes ausgeschrieben – bei Strecken mit großen Steigungen auf der Blaubeurer und der Laichinger Alb und im Großen Lauteral. Da zum Laden der Rad-Akkus eine einfache Steckdose ausreicht, bieten viele Gastronomiebetriebe Ladebereiche an. Das koste den Wirt gerade mal zwischen 15 und 20 Cent.

Unterschied Umgangssprachlich wird E-Bike meist für alle Elektro-Fahrräder verwendet. Es gibt aber einen Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) so erklärt: Das Pedelec  – Pedal Electric Cycle – unterstützt den Fahrer während des Tretens und nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometer. Wer schneller fahren will, muss treten. E-Bikes sind dagegen mit einem Elektromofa zu vergleichen: Sie funktionieren auch ohne Treten der Pedale und lassen sich mit Hilfe eines Drehgriffs oder Schaltknopfs fahren.

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