Künftiges Stadtcafé nach vier Monaten nun ohne Gerüst

Nach vier Monaten ist das künftige Dietenheimer Stadtcafé abgerüstet worden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Haus Nummer 64 in der Königstraße ist auf dem Weg zu einem architektonischen Schmuckstück.

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Die Hüllen sind gefallen, seit Montag ohne Gerüst und Baufolie: das künftige Dietenheimer Stadtcafé, das der Fotograf hier mit einem Fischauge-Objektiv ins rechte Licht gerückt hat.  Foto: 

Autofahrer wagen riskant lange Seitenblicke, Passanten spicken neugierig durch die nagelneuen Fenster und auch die Bank-Kundschaft von vis-a-vis unterhält sich mit den Kontoauszügen in der Hand über das Haus in der Königstraße 64. Seit ein paar Tagen ist es nämlich weg, das Gerüst, und mit ihm die dicke Baufolie, die alles verbarg, was sich in den vergangenen vier Monaten an dem Gebäude in 1a-Lage getan hat. Und das war viel. "Das ist ja fast nicht mehr wiederzuerkennen", sagt eine junge Frau und parkt ihren Kinderwagen für einen kurzen Moment vor dem Rathaus. Tatsächlich: Mit dem grauen, in Teilen ziemlich herunterkommenen Stadthaus hat die neue Optik nichts mehr gemein. Allerdings dürfte der aktuelle Anblick für ältere Semester doch eine Art Wiedererkennungseffekt bergen. Denn die Architekten Stefan und Vilma Graf und die Stadt als Bauherrin haben darauf Wert gelegt, das einst repräsentative Bürgerhaus getreu historischem Abbild zu sanieren.

Aus diesem Grund wurden die nachträglich eingebauten Schaufenster zur Königstraße und zur Kirche hin komplett herausgerissen. Einen Teil des Mauerwerks zogen die Handwerker dort wieder in die Höhe. Es hält nun die insgesamt sechs bodentiefen Rundbogen-Türen und Fenster aus Holz und Alu. Erneuert wurden auch die drei Erkerfenster über dem Eingang sowie die zehn Flügelfenster im zweiten und dritten Obergeschoss. "Sie werden später Fensterläden bekommen, die wir ebenfalls nach den alten Fotos nachbauen lassen", erläutert Christoph Koßbiehl vom städtischen Bauamt.

Kaum war das Dach mit neuen Biberschwanz-Platten eingedeckt, erhielt der frühere Sport-Walter eine wärmende Isolierung, einen frischen Verputz und zum Schluss die gebrochen weiße Außenfarbe. "Das macht schon jetzt richtig etwas her", freut sich Bürgermeister Christopher Eh, der von seiner Amtsstube aus einen prädestinierten Blick auf die Baustelle hat und deren Fortschritt deshalb täglich mitverfolgt.

Baustelle wird dort noch längere Zeit bleiben. Denn der Innenausbau soll in enger Zusammenarbeit mit dem künftigen Pächter erfolgen. Mit letzterem ist die Stadt so gut wie handelseinig, lediglich die Vertragsunterschriften fehlen noch, heißt es. "Das Konzept hat uns überzeugt", lässt Eh wissen. Nach der Sommerpause sollen Namen genannt werden. Schon am Donnerstag wird die Fläche zwischen Martinus-Kirche und Stadtcafé mit neuen Baumaschinen bestückt. Bis zum Volkstrauertag soll der Stadtplatz fertig sein. Die rund 500 Quadratmeter große Fläche wird auf das Kirchenniveau angehoben und mit einem grauen, gestockten Granit bepflastert. "Behindertengerecht und stöckelschuhsicher", sagt Koßbiehl. Vom Bürgersteig führen Treppen hinauf, dazwischen liegt eine Rampe mit zwei Kehren. Dort werden auch Sitzmöglichkeiten eingerichtet, so dass der öffentliche Bereich auch aufgesucht werden kann ohne einen Besuch im Stadtcafé.

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