Kraftakt für die Auhalle

Berghülen saniert seine betagte Auhalle. Das erfordert einen finanziellen Kraftakt von rund 600 000 Euro. Noch dieses Jahr soll begonnen werden.

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Sieht noch gar nicht so alt aus, ist aber sanierungsbedürftig: die Auhalle in Berghülen. Auf der Nordseite wird eine Fluchttür eingebaut.  Foto: 

„Jetzt wissen wir es“, kommentierte Bürgermeister Bernd Mangold die Vorträge von Architekt Thomas Ott und vier Fachleuten aus den Bereichen Elektrik, Brandschutz und Sanitär. Sie hatten dem Berghüler Gemeinderat eine Stunde lang die notwendigen Sanierungen an der Auhalle vorgestellt. Am Ende stand der Auslöser von Bernd Mangolds Kommentar, nämlich die stolze Summe von 600 000 Euro netto. Den vorsichtig vorgetragenen Vorschlägen aus dem Gremium, die Kosten durch Eigenleistungen des Bauhofs drücken zu können, setzte Bürgermeister Bernd Mangold Ernüchterndes entgegen. Sparen sei nur bei der Demontage möglich, etwa Fliesen in den Duschräumen abschlagen, alles andere ist wegen der Gewährleistung ausgeschlossen. „Da kommt nicht viel zusammen.“

Die Gesamtsumme ergibt sich nicht nur aus den Baumaßnahmen, sondern ebenfalls aus der Umsetzung neuer, inzwischen gültiger Bau- und Sicherheitsrichtlinien für öffentliche Gebäude. Das, obwohl in vielen Teilen für die im Jahr 1970 erbaute Halle Bestandsschutz in Anspruch genommen werden kann.

Auf rund zwei Fünftel der Kosten summieren sich die baulichen Arbeiten, der wesentlich größere Rest entsteht für technische Maßnahmen, führte der Architekt aus. So muss eine interne Brandmeldeanlage installiert werden, weil die zwei Tragwerke des Daches (dem Gebäude wurde einst ein zweites Dach auf das Flachdach übergestülpt) in die Kategorie „Null Brandschutz“ fallen. Damit wolle man wesentlich teurere Brandschutzmaßnahmen am Dach vermeiden, sagte Johannes Dehm von der Firma MHD Brandschutz.  Weil auch im Foyer, dem offiziellen Rettungsweg, keinerlei Brandschutz gegeben ist, schlug der Experte den Einbau einer Fluchttüre in der Glasfront der Halle an der Nordseite vor. Eine neue Kennzeichnung der Fluchtwege mit Sicherheitsbeleuchtung (die aktuelle ist außer Funktion) ergänzen mit der Meldeanlage den Brandschutz. 178 000 Euro wird der Aufwand für die Elektrik kosten, enthalten ist die Umstellung der gesamten Beleuchtung auf LED. Die Fluchttüre wird mit etwa 12 000 Euro beziffert.

Ebenfalls brandsicher erneuert werden muss die Akustikverkleidung in der Sporthalle, Kostenfaktor: 41 000 Euro. Dehm empfahl dem Gremium, das Konzept dazu bald zu erstellen. „Demnächst wird das Landratsamt neue Vorgaben zum Brandschutz alter kommunaler Hallen ausgeben, der Etat der Gemeinden spielt dabei dann keine Rolle. Jetzt haben Sie das noch selber in der Hand.“

Nächster großer Posten im Sanierungsvorhaben ist der komplette Austausch der Wasserleitungen. Die alten verzinkten und überdimensionierten Rohre sind die besten Brutstätten für Bakterien. Da inzwischen neue Richtlinien zur Bannung der Legionellengefahr gelten, ist auch diese sanitäre Sanierung ein unumgänglicher Schritt, der Berghülen weitere 140 000 Euro kosten dürfte. Beinhaltet sind eine neue Trinkwasseranlage sowie moderne Toiletten und Duscharmaturen. Zudem soll das Behinderten-WC vom hinteren Hallenteil ins Foyer verlegt werden.

Weiter stehen zur Sanierung an: Die Außenfassade (43 000 Euro) und die Tiefensanierung zwischen Fundament und Gebäudesockel. Dort eindringendes Wasser ist die Ursache für Risse in den Wänden, wenn es im Winter gefriert und im Frühjahr auftaut. „Dadurch hebt und senkt sich das Gebäude, was zu den Rissen führt“, so Architekt Ott. Mit dieser Maßnahme, bei Kosten von etwa 25 000 Euro, soll die Hallensanierung noch dieses Jahr beginnen. Ebenso will Berghülen die Fluchttüre noch 2016 einbauen lassen, um den Etat für die Hallensanierung im diesjährigen Haushalt von rund 200 000 Euro etwas auszuschöpfen. Ob die weiteren Maßnahmen alle im nächsten Jahr oder in mehreren Stufen erfolgen sollen, ist noch offen.

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