Klaus Töpfer: Wir können so nicht weitermachen

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Klaus Töpfer in der Lixpark-Gaststätte in Blaustein.  Foto: 

Beim Thema „Nachhaltigkeit und Umweltschutz“ kann es keinen Stillstand geben, findet Klaus Töpfer. Der frühere Bundesumweltministers (1987-1994) war am Dienstagabend zu einer gut besuchten Veranstaltung der Blausteiner CDU in die Lixpark-Gaststätte  gekommen. 80 Bürger diskutierten rege mit dem Politiker über sein Vortragsthema „Wie wir unsere Zukunft nachhaltig gestalten“. Ortsvorsitzender Lothar Ruhnke begrüßte den Redner und die Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer.

Töpfer bezeichnete sich selbst als „Nachhaltigkeitspapst der CDU“. Besonders wichtig findet der 79-Jährige den Erhalt der Schöpfung, die Herstellung gesunder Lebensmittel und die Umsetzung der Energiewende – schon deshalb, weil diese Themen direkt die Lebensqualität seiner fünfjährigen Enkelin beträfen.

Der Wohlstand habe den Scheitelpunkt erreicht, mit negativen Folgen für Umwelt und Artenvielfalt. Der Vizepräsident der Welthungerhilfe forderte zudem: „Wir müssen uns mehr mit den Fluchtursachen beschäftigen, das ist eine zentrale und humanitäre Aufgabe.“

Dazu gehöre auch der Export von Bildungspolitik mit den Stärken der beruflichen Bildung. Andere Länder müssten kaufkräftiger und wohlhabender werden: Das bezeichnete Töpfer, der in Höxter an der Weser lebt, als aktive Friedenspolitik.

Töpfer, von 1998 bis 2006 Exekutivdirektor des Umweltprogramms der UN in Nairobi, bedauerte, dass die Klimaziele 2020 nicht erreicht werden und forderte vermehrte Anstrengungen. „Wir bauen die weltweit  besten Verbrennungsmotoren, und das muss mit den Elektromotoren auch so werden.“

Die Besucher hakten unter anderem zu den Themen E-Mobilität, alternative Energien und Artenschutz nach. Töpfer sagte, er halte es für besorgniserregend, wenn Konzerne wie Tesla und Volvo nicht an der Internationalen Automobilausstellung (IAA) teilnehmen, ein Warnsignal für den Standort Deutschland. Mit seinen Zuhörern sprach Töpfer über intelligente Stromnetze („Smart grid“), und die Umwandlung von Überschussenergie in Gas („Power to gas“) und die Nutzung von Kohlendioxid (CO2) zur industriellen Herstellung von Ameisensäure. Zum Thema „Artenvielfalt“ sagte er: „Wir brauchen ein Flurbereicherungsprogramm.“ Generell ist Töpfer der Ansicht, dass die Deutschen nicht so weiterleben könnten wie bisher. Viele Gewohnheiten auf den Prüfstand gehörten.

Angesprochen auf die Krisen der Welt, sprach sich Töpfer dafür aus, den Trend von bilateralen Gesprächen hin zu multinationalen umzukehren und „Grünhelme“ statt Blauhelme in kriegerische Gebiete zu entsenden.

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