Kirchen-Kabarett in Blaustein: Nicht aufs Maul gefallen

Das bunte Programm der Blausteiner Kulturtage ist in der sechsten Auflage besonders gut angekommen. 800 Besucher wurden gezählt. An einem Abend präsentierte die Kirche das Kabarett "Maulflaschen".

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Die "Maulflaschen" im Theaterei-Zelt (von links): Ulrich Müller-Elsasser, Urs Thiel, Günter Lepold und Wolfgang Wagner.  Foto: 

Die Mischung macht es bei den Blausteiner Kulturtagen. Mit Theater, Musikgruppen, Kabarett und Comedy wurde die Bühne im Zelt der Theaterei eine Woche lang bespielt. Den Einstieg hatten die Hausherren, das Ensemble der Theaterei Herrlingen, mit Kleists "Der zerbrochne Krug" gemacht, parallel eröffneten die Weidacher Malfrauen im alten Herrlinger Bahnhof ihre Gemeinschaftsausstellung "Kunst im Bahnhof". Musikalisch nach Lateinamerika ging es mit dem Duo Bachiana. Mit schwäbisch-humorigen Tönen begeisterten Grachmusikoff, die schon zum zweiten Mal auf der Zelt-Bühne standen.

Gleichfalls gut an kamen die Kabarett-Abende. In der Blautalhalle befasste sich Kabarettist Uli Boettcher in seinem Programm "Ü 40 - die Party ist zu Ende" mit den Schwierigkeiten, die ein Mann über 40 hat. War der Boettcher-Abend eine Kooperation mit dem örtlichen Verbund der Selbständigen, kam mit dem Kirchenkabarett "Maulflaschen" ein Gastveranstalter ins Boot: die katholische Seelsorgeeinheit Blaustein. "Wir sind immer dankbar für Anregungen", bemerkte Hauptamtsleiter Thomas Schwäble als Koordinator der Kulturtage. Thomas Hirschle von der Seelsorgeeinheit sagte: "Wir wollten Impulse setzen und auf anderem Weg auf die Leute zugehen." Das ist mit einem ausverkauften Zelt gelungen.

Betend zogen die "Maulflaschen" ins Zelt ein. Im echten Leben Religionspädagogen, die bereits seit ihren Studienzeiten in den frühen 90er Jahren gemeinsam auftreten, haben sie genügend Einblicke in die katholische Kirche, um sie gehörig auf die Schippe zu nehmen - auch die evangelische Kirche bleibt nicht außen vor. Da tauschen schon mal ein katholischer und ein evangelischer Pfarrer die Liturgiegewänder, um später Ökumene zu leben. Doch in leeren Kirchen hilft auch das nichts, das macht der Kirche zu schaffen: "Ich fühle mich so leer und ungeliebt", nennt die Kirche dem Arzt die Symptome - ein klarer Fall von "Burnout". Zum Füllen der Kirchenbänke haben die "Maulflaschen" einen Erste-Hilfe-Koffer parat und auch für andere Probleme haben sie eine Lösung: Personal wird von Pfarrern im Kartenspiel neu gemischt. Als Rapper, die auf zeitgemäße Art missionieren wollen, verabschiedeten sich die "Maulflaschen".

Die Kulturtage waren mit rund 800 Besuchern in dieser Saison besonders erfolgreich. "Die Besucherresonanz war dieses Jahr so groß wie noch nie. Wir sind der Meinung, dass wir mit unseren Kulturtagen in Blaustein angekommen sind", zog Schwäble Bilanz.

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