Kinderschutzbund feiert sein 20-jähriges Bestehen

Seinen 20. Geburtstag feierte der Kinderschutzbund Laichinger Alb. Bei vielen Angeboten agiert er im Hintergrund. Der Jubiläumsabend machte klar, wie tief die Angebote in Laichingen verankert sind.

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Karin Jung-Schülke (rechts) von der psychologischen Beratungsstelle überreicht einen Blumenstrauß an die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Laichingen, Heidi Richard.  Foto: 

Die Jubiläumsfeier zum 20. Geburtstag zeigte zwei Dinge ganz deutlich: Da wo "Kinderschutzbund Laichinger Alb" drauf steht, stecken deren Mitglieder auch mitten drin. Das ist jetzt eigentlich nicht erwähnenswert. So gibt es unter dem Siegel des Kinderschutzbundes bis heute Hausaufgabenbetreuung an der Martinschule, Kernzeitenbetreuung in der Erich-Kästner-Schule, Präventionsprojekte an und mit den Laichinger Schulen, Vorträge und das Äktschännfest (siehe nebenstehender Bericht). Doch viele Angebote in Laichingen, sei es in der Betreuung von Kleinkindern, in der Familienhilfe oder außerschulischen Angebote, haben zwar inzwischen andere Träger. Sie basieren allerdings auf dem Engagement der ehrenamtlichen Mitglieder des Kinderschutzbunds Laichinger Alb. Und selbst da, wo die wenigsten den Kinderschutzbund vermuten, ist er der Drahtzieher im Hintergrund: bei der psychologischen Beratungsstelle und dem begleiteten Umgang über das Jugendamt. "Ohne Sie gäbe es uns gar nicht", stellten daher Karin Jung-Schülke und Mario Stahr, die beiden Sozialpädagogen der psychologischen Beratungsstelle in Laichingen, fest. Und dass es immer zwei oder drei vom Kinderschutzbund Laichinger Alb engagierte Frauen mit spezieller Zusatzausbildung sind, die insbesondere Trennungs- und Scheidungskinder in ihrer schwierigen Lebensphase begleiten, ist in der Öffentlichkeit ebenfalls nur bedingt bekannt.

"Ihr Verein ist das beste Beispiel dafür, wie aus einer Idee von engagierten Bürgerinnen ein Verbund entstanden ist, der nicht mehr wegzudenken ist", sagte deshalb die Geschäftsführerin des Landesverbands des Kinderschutzbundes, Verena Mohnke. Auch Bürgermeister Klaus Kaufmann bescheinigte der Laichinger Ortsgruppe, "eine wichtige Säule unseres Gemeinwesens" zu sein und lobte die "hervorragende Vernetzung" des Kinderschutzbundes mit anderen Einrichtungen in Laichingen. "Das ermöglicht ein effizientes Arbeiten." So richtig deutlich, dass viele dieser breit gefächerten, inzwischen vernetzten Angebote in Laichingen überhaupt erst dadurch entstanden sind, dass der Laichinger Kinderschutzbund den Anstoß dafür gegeben hat, wurde das im Rückblick. Dazu zählt die heute selbst in den Laichinger Teilgemeinden nicht mehr wegzudenkende Spielstube, die inzwischen eine Kooperation von Stadt und Volkshochschule ist. Dazu gehören auch die Hausaufgabenbetreuung in der Erich-Kästner-Schule.

Beim Festabend am Freitag im Bürgersaal des Alten Rathauses ließen die beiden Gründungsmitglieder Doris Wörner und Heidi Richard - letztere ist inzwischen Vorsitzende - all dies auf unterhaltsame Weise Revue passieren. Da erhielt plötzlich der Dachboden des Gebäudes der einstigen Radschule, wo heute unter anderem die Stadtbücherei untergebracht ist, geschichtsträchtige Bedeutung. Nämlich deshalb, weil der Kinderschutzbund dort, in diesem Dachboden seine Wurzeln hat. Ursprünglich als Übergangslösung gedacht blieb dies die kommenden zehn Jahre so. "Alle anderen Vereine hatten sich vor uns die schöneren, größeren Räume in dem Gebäude ausgesucht", meinte Doris Wörner rückblickend. Der Dachboden musste entrümpelt werden, mit dem Innenausbau kamen Heizung und Miniküche, um die Räume dort für die Spielstube und später dort untergebrachte Hausaufgabenbetreuung nutzbar zu machen, bis hin zur abschließenden Renovierung nach dem Auszug der Spielstube. Nicht alle Laichinger sahen eine solche Kinderbetreuung gerne. "Die Mütter, die das Angebot annahmen wurden seinerzeit als Rabenmütter angesehen, sie sollten sich um die Kinder kümmern und nicht faul auf dem Sofa liegen", erinnert sich Doris Wörner noch an einige Äußerungen.

Die Grußworte des Bürgermeisters und der Vertreterin des Landesverbandes unterstrichen die Besonderheit dieses Festtages. Der begeisternde Gesang der Chorformation "aCHORd" versetzte das Festpublikum in beste Laune. Bei einem reichhaltigen kalten Buffett unterhielten sich Mitglieder und Festgäste nach den Reden noch bis in den späten Abend hinein.

Die Geschichte des Kinderschutzbundes Laichingen

Chronologie Juli 1991: Gründung der Arbeitsgruppe Laichingen. Ziele: Einrichtung einer Spielstube, Hausaufgabenbetreuung, Familienbetreuung. Umgesetzt in den zwei Folgejahren.

1994: Erstes Äktschännfest zum Weltkindertag; Einrichtung der Machtolsheimer Spielstube.

Oktober 1994 Gründung des Ortsverbandes "Kinderschutzbund Laichinger Alb" unter dem Dach des Kinderschutzbundes. Als zusätzliches Angebot kamen Betreuter Umgang und Vorträge hinzu.

Oktober 1997: Gründung Spielstube Suppingen mit der vhs.

1998: Pilotprojekt Einrichtung psychologischer Beratungsstelle in Laichingen - viele Aktionen zur Finanzierung.

1999: Start der Beratungsstelle.

2001: Kernzeitbetreuung in der Schule in der Max-Lechler-Straße.

2008: Hausaufgabenbetreuung im Rahmen der Ganztagesschule Laichingen.

2011: Beginn Hausaufgabenbetreuung an der Martinschule.

In Vorbereitung: Stärke-Programm und Brückenessen: deutsche und türkische Frauen kochen und essen gemeinsam.

 

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