Kinderhaus teurer als geplant

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Ansprechend sei die Architektur des neuen Kinderhauses in Blaustein, finden die Stadträte. Der Bau wurde deutlich teurer als geplant.  Foto: 

Kompliment für die gelungene Architektur. Das sagte Jürgen Dannwolf (SPD), als es im Blausteiner Gemeinderat jüngst um die Schlussabrechnung für das Kinderhaus der Stadt Blaustein ging. Der Neubau in der Schulstraße mit 90 Plätzen in vier Gruppen – zwei davon Ganztagsgruppen – ist im November vergangenen Jahres eröffnet worden. In dem holzverkleideten U-förmigen Gebäude wurden das Kinderhaus Löwenzahn und der Kindergarten Firlefanz  in einer Einrichtung zusammengefasst. Für die Architektur des Ulmers Wolfgang Traub gab es allseits Lob. Dass aber die Kosten nach der Schlussabrechnung um knapp 8,4 Prozent höher liegen, das sorgte für Unmut bei Teilen des Gemeinderats. 3,56 Millionen Euro sind ausgegeben worden, die Kostenberechnung belief sich auf 3,27 Millionen Euro. Knapp 1,1 Millionen Euro erhielt die Stadt als Zuschuss aus dem Sanierungsprogramm „Stadelwiesen“,  weitere 280 000 Euro aus dem Ausgleichstock. „Das sind mehr als eine Viertelmillion Euro, die wir über der Kostenplanung liegen“, sagte Cornelia Kaufmann (Freien Wähler).  Sie hatte Anfang November bei der Stadtverwaltung die Vorlegung der Schlussrechnung und Informationen über die Belegungszahlen angefordert.

Dass die Möbelierung  um 78 Prozent über der Schätzung liegt, das könne sie nicht einfach hinnehmen, sagte Kaufmann in der Gemeinderatssitzung weiter. Bei der Planung seien die Möbel für den Essbereich der Kinder „schlicht vergessen“ worden, auch seien keine Möbel für die Büros der Erzieherinnen und Stühle für Erwachsene eingeplant gewesen, informierte Jürgen Allgöwer vom städtischen Gebäudemanagement. Nicht zuletzt konnten die Möbel des Kindergartens Firlefanz nicht wie geplant im neuen Kinderhaus wieder verwendet werden, weil der Firlefanz eine Zeit lang parallel weitergeführt wurde. Daher mussten zusätzliche Möbel gekauft werden.

„Stadt hat sich was gegönnt“

Das Kinderhaus sei „ein wirklich tolles Projekt“, sagte Hermann Geywitz (Grüne). Aber angesichts immer knapper werdender Kassen müsse die Stadt bei solchen Projekten über ein besseres Kostencontrolling nachdenken. „Und eine bessere Information des Gemeinderats“, fügte Geywitz hinzu. Lothar Ruhnke (CDU) sagte: „Die Stadt hat sich mit dem Kinderhaus was gegönnt. Wir wollten das so, dann darf man jetzt nicht meckern.“ Doch Cornelia Kaufmann geht es nicht nur um die Kosten, sondern auch um die Belegungszahlen des Kinderhauses: „Wir haben für 90 Kinder 13,2 Erzieherinnen-Stellen besetzt. Es geht doch nicht, dass jetzt bloß 62 Kinder da sind“, sagte Kaufmann. Ihre Fraktion habe schon bei der Planung darauf gedrungen, dass die Stadtverwaltung das Haus so schnell wie möglich voll kriegen sollte.

 Hauptamtsleiterin Anke Jaeger  erklärte, dass es derzeit in Blaustein schlicht nicht genügend Kinder gibt, die mindestens drei Jahre alt sind und noch keinen Kindergartenplatz haben. Die Warteliste für das Kinderhaus sei abgearbeitet, die meisten Dreijährigen seien eben schon in anderen Einrichtungen untergebracht. „Und wir haben die Betriebserlaubnis nur für ab drei Jahren“, erklärte Jaeger.  Von einer personellen Überbesetzung könne derzeit nicht die Rede sein, da der Krankenstand bei den Erzieherinnen bei 50 Prozent liege. Jaeger geht davon aus, dass die Einrichtung im Sommer voll sein wird. Wie viele Kinder zum neuen Schuljahr in die Grundschule wechseln und wie viele  neu ins Kinderhaus kommen, diese Zahlen hatte die Hauptamtsleiterin  nicht. Sie will aber den Vorschlag der Herrlinger Ortsvorsteherin Rita Sommer (CDU) prüfen, welche Auflagen die Stadt erfüllen muss und welche Änderungen  nötig sind, damit auch Zweijährige in dem schönen neuen Kinderhaus betreut werden können.

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