Trauung: Kein Gottesdienst für Homosexuelle

Für Homosexuelle soll es weiterhin nur Segnungen geben, sagt Bischof July in Diskussion mit Blaubeurer Schülern.

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Schüler aus Blaubeuren diskutierten mit der Spitze der Landeskirche.  Foto: 

Einen Traugottesdienst wie bei Mann und Frau wird es für gleichgeschlechtliche Paare in der evangelischen Kirche nicht geben. Es „wäre in unserer Landeskirche nicht durchsetzbar“, sagte Frank Otfried July, Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, bei einer Diskussionsveranstaltung mit Seminarschülern aus Blaubeuren und Maulbronn in Stuttgart. Bislang ist in Württemberg – ähnlich wie in Bayern – lediglich eine Segnung homosexueller Paare im nichtöffentlichen Rahmen möglich.

Im Gespräch mit Schülern aus Maulbronn und Blaubeuren warb July um Verständnis für verschiedene Lager in der Kirche. Die einen läsen aus der Bibel eine Ablehnung praktizierter Homosexualität. Die anderen sähen neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die gleichgeschlechtliche Liebe positiv werteten. Deshalb müsse es in Württemberg einen Kompromiss geben, andernfalls drohe eine Spaltung. Laut July wird der Oberkirchenrat der Synode einen Entwurf vorlegen, der zwar keine Trauung wie bei Mann und Frau, aber eine Segenshandlung für gleichgeschlechtliche Paare in einem öffentlichen Gottesdienst ermöglicht. Die Ortsgemeinden sollen entscheiden, ob sie den Paaren dieses Angebot machen.

Die Präsidentin der württembergischen Landessynode, Inge Schneider, unterstützte die Schüler in ihrer Forderung nach einem Dialog der Religionen. Als Kirche setze man sich beispielsweise für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts ein.

Die Debatte zwischen Kirchenleitung und Schülern war ein Beitrag zur Kampagne „Kirche macht was – aus deiner Idee“. In einem Projekt formulierten die Seminarschüler 17 Thesen zum Reformationsjubiläum. Neben der kirchlichen Gleichstellung homosexueller Paare forderten sie darin etwa auch eine faire Bezahlung von Pflegekräften und mehr Offenheit für Stellenbewerber, die einer anderen Konfession oder Religion angehören.

„Ich finde, die Debatte war eine lohnende Sache“, sagte der Blaubeurer Seminarlehrer Johannes Schick. Er habe den Eindruck gehabt, dass  die Vertreter der Kirchenleitung den Schüler sehr genau zugehört hätten.

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