Keine öffentliche Segnung

Carola Hoffmann-Richter aus Ulm gehört dem Gesprächskreis „Offene Kirche“ an, der in der Landessynode für die kirchliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare kämpfte. Vom Beschluss ist sie enttäuscht.

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Acht Personen haben im Mai das Bündnis „Kirche für Demokratie und Menschenrechte in Württemberg“ gegründet. Eines des Gründungsmitglieder ist Thomas Holm, Schuldekan der Evangelischen Kirchenbezirke Ulm und Blaubeuren. Er hat bei der Sitzung der Blaubeurer Bezirkssynode den Beitritt des Kirchenbezirks beantragt. Bei wenigen Enthaltungen stimmte das Gremium zu. Das Bündnis wolle Stellung beziehen gegen „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ und Rassismus, erläuterte Holm. In einem Prospekt des Bündnisses heißt es: „Alle Menschen sind Gottes Geschöpfe und nach Gottes Bild geschaffen. Dies schließt die Abwertung und Ausgrenzung von Einzelnen und Gruppen aus.“  Kirche solle ein Ort des Widerstands gegen nationalistische, antisemitische, rechtspopulistische und rassistische Weltbilder sein.

Wie sich das Bündnis zur öffentlichen Segnung oder Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren in der Kirche stelle, wollte ein Mitglied der Bezirkssynode von Thomas Holm wissen. Denn kurz zuvor hatte sich Carola Hoffmann-Richter, die zusammen mit zwei weiteren Synodalen den Wahlkreis Ulm/Blaubeuren in der Landessynode vertritt, sehr enttäuscht gezeigt über die Ablehnung einer öffentlichen kirchlichen Amtshandlung durch die Synode, die in Stuttgart getagt hatte. Auch ihn habe der Beschluss erschreckt, sagte Holm. Das Bündnis werde noch darauf reagieren.

Im Interesse der Betroffenen

Carola Hoffmann-Richter aus Ulm gehört der Gruppierung „Offene Kirche“ an. Diese hatte einen Gesetzentwurf vorgelegt, der nach der staatlichen Ehe für alle auch die kirchliche Trauung für alle möglich gemacht hätte. Doch die Landessynode lehnte den Antrag ab. Die „Offene Kirche“ schloss sich daraufhin einem Kompromissvorschlag des Oberkirchenrats an, der es Gemeinden ermöglicht hätte, anlässlich einer Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare eine öffentliche Amtshandlung vorzunehmen. Dieser Antrag verfehlte knapp die erforderliche Zweidrittelmehrheit. „Es wäre ja kein Pfarrer gezwungen gewesen, dies durchzuführen“, sagte Hoffmann-Richter. „Wir überlegen im Interesse derer, um die es geht, wie wir weitermachen.“

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