Keine neuen Schulden in Merklingen

Nicht nur für den geplanten Bahnhof gibt Merklingen 2016 viel Geld aus. Auch die Verschönerung der Dorfmitte kostet einiges. Dank des ausgeglichen Haushaltes wird alles ohne neue Schulden finanziert.

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Die Umgestaltung der Ortsmitte ist eines der größeren Projekte, die Merklingen in diesem Jahr vorhat und die insgesamt 1,9 Millionen Euro kosten werden. Dank eines ausgeglichenen Haushalts kann alles ohne neue Schulden finanziert werden.  Foto: 

Die Gemeinde hat heuer viele Projekte im Auge. So zum Beispiel die Umgestaltung der Hauptstraße und der Dorfmitte, der Bahnhof vor der Haustür, die Sanierung des Back- und Schlachthauses, die Umgestaltung des Grüngutplatzes und die Planungen zur Abwasserableitung zur Kläranlage Steinhäule. Nicht zu vergessen die Vorhaben für die Unterbringung der Asylbewerber. Das sind nur einige Projekte, die die Merklinger Verwaltung 2016 in Angriff nimmt. Finanztechnisch sieht es gar nicht schlecht aus, dass alles auch so verwirklicht werden kann. Das zeigt der aktuelle Haushalt, den der Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig verabschiedet hat.

Das 273-seitige Zahlenwerk hat ein Volumen von 7,44 Millionen Euro, fast eine halbe Million Euro mehr als im vergangenen Jahr. Auf den Verwaltungshaushalt fallen 5,54 Millionen Euro, auf den Vermögenshaushalt 1,9 Millionen Euro.

Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer fällt einmal mehr recht üppig aus. Merklingen bekommt dieses Jahr 917.000 Euro überwiesen, freut sich Kämmerein Manuela Uebele. Die Gewerbesteuer, die zweitwichtigste Einnahmequelle, spült weitere 575.000 Euro in die Kasse des Verwaltungshaushaltes, die gemeindlichen Gebühren 794.000 Euro.

Prägend auf der Ausgabenseite sind einmal mehr die Personalkosten, die fast ein Viertel des Verwaltungshaushaltes ausmachen. In Zahlen ausgedrückt sind das knapp 1,34 Millionen Euro. 44 Prozent davon entfallen auf den Kindergarten. Jeweils zwölf Prozent auf die Hauptverwaltung und den Bauhof.

Die Kostenbeteiligung für den geplanten Bahnhof erfolgt aus allgemeinen Haushaltsmitteln (Rücklagen, Eigenfinanzierung) und der Erhöhung der Realsteuern (Grundsteuer A und B, Gewerbesteuer). Die Hebesätze steigen um jeweils 30 Punkte: Die Grundsteuer A auf 350 Punkte, die Grundsteuer B auf 330 Punkte, die Gewerbesteuer auf 370 Punkte. Die Erhöhung greife aber nur sieben Jahre lang, verspricht Bürgermeister Sven Kneipp. Sollte der Bahnhalt nicht kommen, werde die Anhebung sofort rückgängig gemacht. Summa summarum erhofft sich die Verwaltung so Mehreinnahmen in Höhe von rund 74.000 Euro.

Dank höherer Einnahmen und niedriger Ausgaben gibt es unterm Strich doch noch eine positive Zuführungsrate zum Vermögenshaushalt in Höhe von fast 66.000 Euro. Dazu trägt auch der Beschluss des Gemeinderates bei, die Sanierung des Siedlungsweges und den Anbau des Feuerwehrmagazins sowie die neue Dacheindeckung ein oder zwei Jahre zu verschieben. Ende 2015 ging die Kämmerin noch von einer Negativzuführungsrate aus.

Das Geld kann Manuela Uebele gut gebrauchen. Rund 1,9 Millionen Euro gibt die Gemeinde 2016 für die bereits angesprochenen Projekte aus.

Von einem "sehr soliden" Haushalt spricht Bürgermeister Kneipp und verweist im gleichen Atemzug auf den niedrigen Schuldenstand von 87.000 Euro. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch rund eine halbe Million Euro.

Dank der guten Kassenlage verzichtet die Gemeinde dieses Jahr auf neue Kredite. Die anstehenden Investitionen werden unter anderem über das Rücklagenkonto ausgeglichen, auf dem derzeit rund zwei Millionen Euro verbucht sind.

Auch wenn die Gemeinde 2016 einmal mehr viel Geld ausgibt, "es gibt für die Bürger keinerlei Einschränkungen an Lebensqualität und Dienstleitungs- oder Kindergartenplatz-Angeboten", verspricht die Kämmerin. "Den erfolgreich eingeschlagenen Weg der Gemeinde zur Erfüllung der anstehenden Aufgaben werden wir fortsetzen."

Haushalt in Zahlen

Gesamtvolumen: 7,44 Mio. Euro (Vorjahr: 6,96 Mio. Euro)

Verwaltungshaushalt: 5,54 Mio. Euro (5,17 Mio. Euro)

Vermögenshaushalt: 1,90 Mio. Euro (1,79 Mio. Euro)

Zuführung: 65.810 Euro (83 820 Euro)

Gewerbesteuer: 575.000 Euro (500.000 Euro)

Kreisumlage: 550.000 Euro (546.000 Euro)

Finanzausgleichs-Umlage: 446.000 Euro (452.000 Euro)

Schulden: 86.800 Euro (120.000 Euro)

Rücklage: 1,07 Mio. Euro (2,3 Mio. Euro)

Einwohner: 1927 (1943)

 

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