Keine Fortschritt beim "Hochhaus"

Seit Jahren gibt es viele Ideen, wie es mit dem Merklinger Hochaus in der Ortmitte weitergehen könnte. Passiert ist bis heute nichts.

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Seit Jahren sucht die Gemeinde Merklingen für das verfallende, aber unter Denkmalschutz stehende "Hochhaus" eine Lösung.  Foto: 

Viele Merklinger schütteln nur noch den Kopf, wenn es um den "alten, grauen und auch noch denkmalgeschützten Kasten" in der Dorfmitte geht, wie es ein Bürger ausdrückt. Seit Jahren gibt es Ideen und Vorschläge, was damit passieren kann, damit sich der Bau in die Ortsmitte einfügen kann. An eine Realisierung glaubt mittlerweile kaum jemand mehr. Der Besitzer des Grundstücks mache nur leere Versprechungen und bei allen Rückfragen werde man vertröstet, sagen Dorfbewohner. Es sei keinerlei Fortschritt erkennbar. "Wozu eine Sanierung der Dorfmitte, wenn sich an diesem Kasten nichts ändert? Warum wurde mit dem Verkauf keine Baufrist abgeschlossen?", fragt ein Bürger, der ungenannt bleiben will (Name ist der Redaktion bekannt).

Es ist über zehn Jahre her, da kaufte Architekt Bernd Fröhlich den ehemaligen Merklinger Zehntstadel, von den Dorfbewohnern auch "Hochhaus" oder "hässlicher, grauer Kasten" genannt, für den symbolischen Wert von einem Euro. Für das Grundstück zahlte er zudem eine Summe im fünfstelligen Bereich. Seitdem hofft die Gemeinde auf eine Sanierung und einen Investor, der die Pläne von Fröhlich unterstützt: Denn zuerst sollte das denkmalgeschützte Haus zu einem kleinen Hotel für Übernachtung und Frühstück werden. Nachdem sich dafür kein Investor fand, sagte Fröhlich im November 2013: "Aufgrund des jetzigen Zeitpunkts, in dem Wohnraum dringend gesucht wird, nehme ich die Sanierung persönlich in Angriff." Statt des kleinen Hotels sollten allerdings zehn Wohnungen in unterschiedlichen Größen von zwei bis dreieinhalb Zimmern entstehen. Neben den üblichen Genehmigungen sollten auch die des Denkmalamtes bis zum Frühjahr 2014 vorliegen. Fröhlich setzte damals sogar noch einen drauf: "Wir arbeiten auch mit Bau-Teilvergabe, wenn nicht gleich alles genehmigt wird." All seine Pläne fanden die größtmögliche Unterstützung des Gemeinderates und der Bürger. "Wir haben genug Platz, genug Stellfläche und wenn uns keiner Prügel in den Weg wirft, wird 2014 alles gut", hoffte Kneipp.

Doch im Frühjahr 2015 schütteln die Einwohner nur noch mit dem Kopf: Die Gemeinde bemühe sich um eine Neugestaltung der Ortsmitte (wir berichteten), doch an der Situation des Hochhauses ändere sich nichts. Die Versprechungen des Besitzers seien Schall und Rauch, das Interesse geheuchelt. Bemühungen, ihn für eine Aussage ans Telefon zu bekommen, scheiterten allesamt.

1763 erbaut

Historie Beim Merklinger "Hochhaus" handelt es sich um ein stattliches dreigeschossiges Gebäude mit repräsentativen Erscheinungsbild. Laut Inschrifttafel über dem Eingang wurde es 1763 vom Stift Wiesensteig erbaut. Auf allen drei Geschossen sind Wohnungen vorhanden, im rückwärtigen Teil des Erdgeschosses ein Stall. Das zweigeschossige Dach diente früher Lagerzwecken, dies belegen Aufzugsluken mit Aufzugsbalken.

 

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