Kein Flüsterbelag

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Der Lärm bleibt, Aktionen zur Minderung werden nicht eingeleitet: Das ist Inhalt der Fortschreibung des Lärmaktionsplans, für den der Laichinger Gemeinderat die Aufstellung und öffentliche Auslegung beschlossen hat. Der so genannte Auslösewert wird entlang der Straßen nicht erreicht, somit sieht sich das Land nicht in der Pflicht, etwas zu tun. Die Stadt könnte auf eigene Faust reagieren, „dann geht’s aber auch an unsere eigene Tasche“, sagte Bürgermeister Klaus Kaufmann bei der Sitzung am Montagabend, bei der wegen der schlechten Haushaltslage auch Steuererhöhungen beschlossen wurden.

Nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie müssen Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 8200 Kraftfahrzeugen pro Tag erfasst und kartiert werden. In Laichingen hat das die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) für die Autobahn A 8, die Landesstraße 230 (ab der Einmündung der Kreisstraße)  in Richtung Machtolsheim und in Machtolsheim an der Landesstraße 1230 in Richtung Merklingen getan.

Häuser an der Landesstraße

Insbesondere Bewohner der Straße „Am Mehldorn“ in Machtolsheim, deren Häuser unweit der Landesstraße liegen, leiden unter Verkehrslärm. Weil seit der Erhebung im Jahr 2013 der Verkehr „gefühlsmäßig“ zugenommen hat, wie der Laichinger Bauamtsleiter Hascher sagte, wurde jetzt nochmals gerechnet und gemessen. Und die Stadt hat beim Regierungspräsidium (RP) Tübingen beantragt, bei der nächsten Sanierung der L 1230 entlang der betroffenen Ortslage einen Flüster­asphalt aufzubringen. Das war auch von Anwohnern vorgeschlagen worden. Das RP lehnt das ab, weil die Auslösewerte nicht erreicht sind. „Am Mehldorn“ müssten tagsüber 65 Dezibel und nachts 55 Dezibel erreicht werden, was laut RP nicht der Fall ist.

„Das subjektive Empfinden der Anwohner ist ein anderes“, sagte Bernhard Schweizer (LAB). Mit Inbetriebnahme des Bahnhofs in Merklingen seien neue Erhebungen nötig. Die Stadt Laichingen müsse darauf drängen, dass die Lärmbelastung nicht nur berechnet, sondern gemessen werde. Die Fachleute hätten nach 3-D-Modellen gerechnet, aber auch tatsächlich in den Gärten gemessen, berichtete Günter Hascher. Auch er rechnet mit einer Zunahme des Verkehrs.

Der Verkehrsentwicklungsplan prognostiziere einen Zuwachs um 10 bis 20 Prozent in den nächsten zehn bis 15 Jahren. Nicht nur in Machtolsheim, sondern auch in Laichingen klagten Bürger über zunehmenden Verkehrslärm, führte Joachim Reif (CDU) weiter aus.

Es sei „etwas fragwürdig“ gewesen, damals in Machtolsheim „Am Mehldorn“ ein Wohngebiet auszuweisen, sagte Ernst Joachim Bauer (Igel). Auch der „Suppinger Weg“ könnte in ein paar Jahren betroffen sein, meinte er. Günter Hascher sieht das als grundsätzliches Problem ortsnaher Umgehungsstraßen.

Viel Verkehr in Feldstetten

Martin Grötzinger (BWV) machte aufmerksam auf den starken Durchgangsverkehr in Feldstetten, das keine Umgehungsstraße hat. Die Zählstelle für das Verkehrsaufkommen befinde sich beim Albhof außerhalb des Orts, obwohl im Ort selber viel mehr Fahrzeuge fahren.

Nun werden die Unterlagen für den Lärmaktionsplan öffentlich ausgelegt, die Bürger können dazu Stellung nehmen.

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