Weiter Streit ums Heroldstatter Rathaus

Werner Zimmermann weist die Vorwürfe des erkrankten Bürgermeisters Ulrich Oberdorfer von sich. Es werde „sauber gearbeitet“.

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    Der Konflikt dauert an. Bürgermeister Ulrich Oberdorfer sieht sich nach seinen Vorwürfen gegen frühere und heutige Mitarbeiter der Verwaltung nicht im Stande, zurückzukehren. Foto: 
  • Werner Zimmermann ist Kämmerer in Heroldstatt. 2/2
    Werner Zimmermann ist Kämmerer in Heroldstatt. Foto: 
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Das ist eine Unterstellung“, sagt Werner Zimmermann, Leiter der Heroldstatter Finanzverwaltung,  in einem Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE über die Vorwürfe des erkrankten Bürgermeisters Ulrich Oberdorfer. Dieser hatte zuletzt in dieser Zeitung von mutmaßlichen Machenschaften und Intrigen im Rathaus gesprochen. Der Bürgermeister sieht sich deshalb derzeit nicht im Stande, auf seinen Posten zurückzukehren.

„In Heroldstatt ist und wird immer sauber gearbeitet“, sagt Zimmermann im Gespräch weiter. Finanzielle Unregelmäßigkeiten könne es gar nicht geben, da „kein Mitarbeiter“ eine Überweisung vornehmen dürfe, wenn sie nicht vom Bürgermeister oder seiner Vertretung „zur Auszahlung“ mit Unterschrift angewiesen worden sei. „Im Rathaus“, sagt Zimmermann, „ist unter Herrn Oberdorfer und seinem Vorgänger Karl Ogger alles rechtens abgelaufen“.

Zimmermann betont, dass das „auch außerhalb der Verwaltung“, gelte. Ihm sei unterstellt worden, er habe auf seinem privaten Grundstück die Mitarbeiter des Bauhofs während der Arbeitszeit eingespannt. „Es stimmt, dass Bauhofleiter Georg Eisele mehrmals mitgeholfen hat“, räumt der Kämmerer ein – und ergänzt, dass er mit diesem „seit vielen Jahren befreundet“ ist.

Eisele bestätigt auf Nachfrage die „langjährige Freundschaft“. Deshalb sei es für ihn selbstverständlich gewesen, bei Zimmermann im Garten und beim Pflastern der Außenanlagen „nach Dienstschluss“ mitzuarbeiten. Außerdem erzählt er von einem Freitagnachmittag im Herbst 2014, an dem nicht nur er, sondern noch drei seiner Kollegen mitgeholfen hätten. Andeutungen, das sei während der Arbeitszeit geschehen, weist er mit Vehemenz von sich: „Freitags haben wir schon um 12 Uhr Feierabend.“ Seine Kollegen am Bauhof, die ebenfalls mit gearbeitet haben, seien „aus freien Stücken von sich aus“ mit zum Helfen gegangen.

Kämmerer Zimmermann antwortet auf Nachfrage auch auf eine im Raum stehende Zahlung an den Bauhofsleiter, die sich im niedrigen vierstelligen Bereich bewegt haben soll. Sie soll im Sommer 2016 geflossen sein. Das Geld sei für einen Schlepper und andere Gerätschaften, die sich der Bauhofleiter bei einem Dritten für Arbeiten an einen Feldweg ausgeliehen hatte, bestimmt gewesen. Die Rechnung sei erst überwiesen worden, nachdem Bürgermeister Oberdorfer dies mit seiner Unterschrift zur Auszahlung angewiesen hatte, sagt Zimmermann.

Ob das Landratsamt in Ulm sich diese Rechnung ebenfalls vorlegen lässt, ist nicht bekannt. Wie berichtet, hat sich die Rechtsaufsicht in den Konflikt im Heroldstatter Rathaus Anfang der Woche eingeschaltet. Sie hat den weiterhin krankgeschriebenen Bürgermeister Oberdorfer gebeten, Beweise und Belege möglicher „Machenschaften“ bald vorzulegen, bestätigt Landratsamtssprecher Bernd Weltin auf Nachfrage. Eine Kopie des Briefes habe der stellvertretende Bürgermeister Rudolf Weberruß ebenfalls erhalten.

Auch im Gemeinderat Thema

Und was sagt Weberruß, der seit knapp einem Jahr die Geschäfte im Rathaus in Heroldstatt zusätzlich zu seiner beruflichen Arbeit als Versicherungskaufmann ehrenamtlich erledigt? Er bestätigt den Eingang des Schreibens aus dem Landratsamt. Abgesehen davon wolle er sich zu diesem laufenden Verfahren nicht äußern. Alles, was er derzeit dazu zu sagen habe, werde er im Verlauf der anstehenden Gemeinderatssitzung ansprechen.

Die Sitzung des Gemeinderats findet am Montag, 5. Februar, statt. Beginn ist um 18 Uhr im Rathaus in Sontheim.

Aufgabengebiete Werner Zimmermann ist Leiter der Finanzverwaltung in Heroldstatt und Kämmerer in Nellingen. Außerdem ist der 60-jährige, der seit 45 Jahren im öffentlichen Dienst arbeitet, Geschäftsführer des Gemeindeverwaltungsverbandes Laichinger Alb, des Zweckverbandes Region Schwäbische Alb und des Zweckverbands Albwasserversorgungsgruppe 8/9. Zudem ist er Leiter des Finanz- und Rechnungswesens der Gemeindeentwicklung-GmbH Heroldstatt.

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