Jugendhütte Blaustein: Ein Generationenprojekt

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Tischkicker und Sitzecke sind einige der Angebote in der „Hütte Markbronn“.  Foto: 

Jugendliche, die abends auf den Straßen sitzen, Lärm machen und Müll und leere Flaschen liegen lassen – das kennt der Blausteiner Teilort Markbronn nicht. Die jungen Menschen kommen einfach zur Neidegghalle in die Jugendhütte, die seit mehr als 20 Jahren besteht, und sich zu einem beliebten Treffpunkt für junge Menschen aus der Umgebung entwickelt hat. Ziel des Vereins „Hütte Markbronn“ ist es, das Zusammenleben der Generationen im Dorf zu stärken.

„Natürlich sind wir auch mal laut“, sagt Vorsitzender Martin Haueiser, „aber wir haben einen guten Kontakt zu unseren Nachbarn und finden immer eine einvernehmliche Lösung.“ Das zeigt sich am Hüttenfest, das ein Mal im Jahr stattfindet und sowohl von Nachbarn, als auch von Dorfbewohnern besucht wird. Auch in diesem Sommer ist für den 16. Juli eine Feier geplant.

Zu den Vereinsmitgliedern zählen nicht nur Jugendliche, im Gegenteil, die Alterspanne ist groß. Das jüngste Vereinsmitglied ist gerade einmal zwölf Jahre alt, das älteste 64, weil auch die Gründer der Hütte heute noch aktiv sind. Sogar in zweiter Generation sind die Mitglieder mittlerweile vertreten. Der Erfolg liege gerade in diesem altersübergreifenden Konzept, sagt Martin Haueiser. Verantwortung und Vertrauen nehmen im Verein einen hohen Stellenwert ein. „Wir binden die Jugendlichen in alle Planungen mit ein, deshalb hat auch jeder einen eigenen Hüttenschlüssel.“ Das stärke den Selbstwert der jungen Leute. Der 23-Jährige ist seit zehn Jahren Mitglied und jedes Wochenende vor Ort. Mit Kris Klamser bildet er den Vorstand des Vereins, der einmal im Jahr auf der Hauptversammlung gewählt wird.

Das stetige Wachstum der Mitgliederzahl machte über die Jahre An- und Umbauten an der Hütte notwendig. Da packen dann alle mit an und auch das Geld für das Material erfolgt aus den eigenen Reihen. Im Ort ansässige Firmen, deren Inhaber zum Teil selbst noch Mitglied sind oder einmal waren, begleiten die Bauvorhaben mit ihrer Fachkunde. Aktuell steht eine Vergrößerung des Lagerraums an, der auch als zusätzlicher Lärmschutz für die Nachbarn in der Umgebung dienen soll. Ein verlängertes Dach für eine geschützte Veranda ist ebenfalls in Planung. Und am Ende wird alles von einem Statiker überprüft.

Vor der Hütte gibt es ein Volleyballfeld und eine Grillstelle, beides wird besonders im Sommer von den jungen Gästen gerne genutzt. Darüber hinaus werden Ausflüge angeboten. „Letztes Jahr waren wir auf der Blau Schlauchbootfahren“, sagt Martin Haueiser. Und in der benachbarten Neidegghalle treffen sich die junge Leute zum Fußballspielen.

In den kalten Monaten kann das umfangreiche Unterhaltungsangebot in der Hütte genutzt werden: An Dartautomaten und am Tischfußball können die Jugendlichen ihre Treffsicherheit üben, eine Sofaecke bietet jederzeit Entspannung. Für Geburtstagsfeiern werden die Räume ebenfalls genutzt. Anfragen zur privaten Vermietung gebe es zwar öfter, dies sei aber ausschließlich den Mitgliedern des Vereins vorbehalten, sagt der Vorsitzende. Damit es in der Hütte ordentlich zugeht, hält ein wöchentlich wechselnder „Hüttendienst“ die Räume das Jahr über sauber.

Die nächste große Aktion wird das Maibaumstellen, dabei hilft auch die örtliche Feuerwehr. „Wir haben eigentlich immer irgendwelche Termine“, sagt Haueiser. Ob seine eigenen Kinder auch irgendwann Mitglied in der „Hütte Markbronn“ werden, darüber will sich der jungen Mann noch keine Gedanken machen. Dafür sei noch Zeit. „Jetzt kümmern wir uns erst mal um den jungen Vereinsnachwuchs.“

Verein Die „Hütte Markbronn“ wurde 1993 von Jugendlichen gegründet. Sie hat mittlerweile 175 Mitglieder. Das Durschnittsalter beträgt 17 Jahre. Der Verein ist Mitglied bei „Jugendhäuser Alb-Donau e.V“. Alle Tätigkeiten wie Baumaßnahmen, Putzdienst und Ausflugsplanung werden ehrenamtlich verrichtet.

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